6.10.08 Dramatische Zunahme der Vertreibungen in Kolumbien

6. Oktober 2008 | Von ilona | Kategorie: Kurz & Knapp

In Kolumbien werden pro Tag durchschnittlich 1.500 Menschen von bewaffneten Gruppen aus ihrem Dorf oder Wohnviertel vertrieben. Mit der Vertreibung von 270.675 Menschen allein im ersten Halbjahr 2008 – 41 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum – hat die Zahl der Vertreibungen ihren Höchststand der letzten 23 Jahre erreicht. Auch Bauern, die von terre des hommes unterstützt werden, wie die Friedensgemeinden am Cacarica, werden erneut bedroht. Selbst in den Städten, in denen die Vertriebenen Zuflucht suchen, sind sie vor Verfolgung nicht sicher.

Die Menschenrechtsorganistaion CODHES, die die Zahlen vorgelegt hat, sieht als Hauptgründe für die Verschärfung der Vertreibungsproblematik einerseits das Wiedererstehen der demobilisierten paramilitärischen Gruppen, die versuchen, Land vor allem für die Produktion von Agrotreibstoffen zu kontrollieren, andererseits die zunehmenden Zwangsrekrutierungen vor allem durch die Guerilla.

Angesicht der neuen Zahlen zum dramatischen Anstieg der gewaltsamen Vertreibungen in Kolumbien, erwartet die Kinderhilfsorganisation terre des hommes von der Bundesregierung, sich verstärkt für die Etablierung verbindlicher internationaler Mechanismen zum Schutz vor Vertreibung einzusetzen. Gegenüber dem kolumbianischen Staat gelte es, die Wiedereinsetzung der Rechte von Vertriebenen einzufordern. Politische Delegationen, wie die geplante Bundesratsmission mit dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, dürften solche menschenrechtlichen Fragen nicht außer Acht lassen, so Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes.

Infos: www.tdh.de/content/themen/weitere/vertreibung/index.htm

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