28 Okt 2008

Atomausstieg selber machen

Keine Kommentare Umwelt & Tierschutz

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» sel­ber machen« ist bekannt­lich der namens­ge­bende Slo­gan eines Bünd­nis­ses von ins­ge­samt 21 Umwelt- und Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen. Die Idee: Wir kau­fen unse­ren Strom nur noch bei sol­chen Anbie­ter, die auf nach­hal­tige, rege­ne­ra­tive Ener­gien set­zen – und sor­gen damit ganz von selbst dafür, dass sich Atom­strom (oder der von Koh­le­kraft­wer­ken) bald nicht mehr ver­kauft und somit der Betrieb sol­cher Anla­gen unren­ta­bel wird und verschwindet.

Nun macht die Initia­tive dar­auf auf­merk­sam, das sich wohl etli­che schwarze Schafe im Markt tum­meln: »Ob Ent­ega, Eprimo oder Natu­r­en­er­gie – unter neuen Namen ver­su­chen die vier markt­be­herr­schen­den Ener­gie­kon­zerne E.ON, RWE, Vat­ten­fall und EnBW ihr aus­ge­dehn­tes Kon­zern­ge­flecht zu ver­ber­gen. Dem Kun­den wird ein Wett­be­werb auf dem Strom­markt vor­ge­täuscht, der kaum exis­tiert. Wech­sel­wil­lige Strom­kun­den lan­den immer wie­der bei den­sel­ben Kon­zer­nen«, schreibt die Initiative.

Wer bei die­sen Anbie­tern Strom kaufe, unter­stützt also indi­rekt dann doch wie­der die »übli­chen Ver­däch­ti­gen« – und deren z.T. eben auch frag­wür­dige »poli­tik«. Für die Umwelt bringe dies wenig, meint das Bünd­nis »Atom­aus­stieg sel­ber machen«. Es fes­tige aber die Macht der Kon­zerne. Ent­ega sei so ein Bei­spiel, liest man auf der Web­site: voll­mun­dig werde von Ent­ega ange­kün­digt, bis 2009 der „größte Ökostrom­an­bie­ter Deutsch­lands“ wer­den zu wol­len. „Der Ökostrom von Ent­ega ist Schum­mel­strom“, meint jedoch Flo­rian Noto, Spre­cher von „Atom­aus­stieg sel­ber machen“. Die Ver­triebs­ge­sell­schaft Ent­ega ver­kaufe näm­lich den Strom der HEAG Süd­hes­si­sche (HSE). „Die HSE gehört zu 40 Pro­zent der Thüga AG, die Teil des E.ON-Konzerns ist“, erklärt Noto. „Wer bei Ent­ega Ökostrom kauft, finan­ziert somit wie­der die Geschäfte und die Poli­tik von E.ON.“ Und E.ON ist nach Anga­ben des Büd­nis »Atom­aus­stieg sel­ber machen« in Deutsch­land an elf Atom­kraft­wer­ken betei­ligt, plane vier neue Koh­le­kraft­werke und habe im Jahr 2007 über fünf Mil­li­ar­den Euro Gewinn gemacht.

Anke Sie­gert von der GRÜNEN LIGA rät, sich für einen unab­hän­gi­gen zu ent­schei­den. „Wer für Ökostrom bezahlt, will sicher nicht, dass das Geld wie­der bei den vier markt­be­herr­schen­den Atom­kon­zer­nen lan­det.“ Als bun­des­weit ver­füg­bare Alter­na­tive kämen nur die Ökostrom­an­bie­ter Licht­blick, Green­peace Energy, Natur­strom und EWS Schö­nau in Frage, die ihren Strom aus unab­hän­gi­gen Quel­len bezie­hen. Diese vier Ver­sor­ger wer­den von »Atom­aus­stieg sel­ber machen« empfohlen.

Wei­tere Infos: www.atomausstieg-selber-machen.de

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