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11 Okt 2009

Suffizienz - Wie viel ist dir genug?

2 Kommentare Umwelt & Tierschutz

pixelio_peakoil_kurtmichel.jpgZu Fra­gen der , die sich im »omi­nö­sen Punkt Peak Oil« bün­deln, gibt es unter­schied­li­che Sich­ten. Die pes­si­mis­ti­sche Sicht meint, mit dem Errei­chen des Erd­öl­förd­er­hö­he­punk­tes ist die Zivi­li­sa­tion dem Unter­gang geweiht und chao­ti­sche Zustände sind wahr­schein­lich. Die opti­mis­ti­sche Sicht ist oft ver­bun­den mit Tech­nik­ver­liebt­heit und Fort­schritts­op­ti­mis­mus und besagt, die Mensch­heit fände in ihrer Krea­ti­vi­tät schon die rich­tige tech­ni­sche Ant­wort: Neue Ener­gie­quel­len, neue Maschi­nen, und vor allem: neue Technologien.

Wei­ter­le­sen

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21 Okt 2008

Sparend in die Krise

Keine Kommentare Wirtschaft & Finanzen

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Mit­ten in der auf­kei­men­den welt­wei­ten trom­meln Ban­ken und Ver­si­che­run­gen wei­ter­hin, jeder solle mög­lichst zei­tig mit der Alters­vor­sorge begin­nen. Je zei­ti­ger Geld bei die­sen Insti­tu­tio­nen depo­niert wird, umso kräf­ti­ger wirkt der Zinseszins-Effekt, der ein­ge­zahl­tes Geld über die Zeit ver­dop­pelt und ver­drei­fa­chen kann. Aus indi­vi­du­el­ler Sicht stimmt man die­sen Rufern schnell zu. Doch besieht man sich die Sache aus gesell­schaft­li­cher Sicht, so tritt Son­der­ba­res zu Tage.

Neh­men wir an, Joseph wäre zur Geburt sei­nes Soh­nes Jesus dem Rat der Geld­an­lage gefolgt und hätte (der zeit­über­grei­fen­den Ein­fach­heit hal­ber) ein 1 Mil­li­me­ter gro­ßes Kügel­chen aus zu einem lächer­li­chen Zins­satz von 3,55% ange­legt. »Die Macht der Zeit« hätte aus die­ser Inves­ti­tion wäh­rend 2000 Jah­ren eine zwie­späl­tige gene­ra­tio­nen­über­grei­fende Alter­s­an­lage gemacht: Es wäre dar­aus eine Gold­ku­gel mit einem Durch­mes­ser von 12.600 Kilo­me­ter erwach­sen. (Berech­nung siehe Wiki­pe­dia). 12.600 km: Das ist fast der Durch­mes­ser unse­res schö­nen Planeten.

Das klingt schön, zeigt aber…
Lang­fris­tig ist die­ses Sze­na­rio unmög­lich. Wirk­lich lang­fris­tig kann der Zin­ses­zin­sef­fekt nicht funk­tio­nie­ren, ohne Neben­wir­kun­gen auszulösen.

Neben­wir­kun­gen: Das ist in ers­ter Linie der Unter­gang von Wäh­run­gen, in denen diese Mecha­nis­men wir­ken, die sich durch den Zinseszins-Mechanismus sys­tem­be­dingt in Hyper­in­fla­tio­nen auf­lö­sen. Zusam­men mit Schul­den und Gespartem.

Das ist natür­lich nicht das Thema der Altersvorsorge-Reklame. Die Ver­si­che­rer ver­su­chen, unse­rem Hang zur finan­zi­el­len Alters­vor­sorge mit umsetz­ba­ren Vor­schlä­gen zu die­nen. Nur: Was ist, wenn sich Leute heute auf diese »Vor­sorge« ein­las­sen, um dann viel­leicht in 30 Jah­ren nur noch wert­lo­ses
Papier vor­zu­fin­den? Unrealistisch?

Geld­ver­mö­gen, wel­ches sich ver­zin­sen soll, setzt vor­aus, dass auf der ande­ren Seite Geld­schul­den exis­tie­ren, die genau diese abwer­fen. Die Bank (oder Ver­si­che­rung) schul­det dem Ein­le­ger, sie ver­leiht wei­ter oder inves­tiert wei­ter, aber deut­lich wird: Die Höhe der Geld­ver­mö­gen ent­spricht genau der Höhe der Geld­schul­den, sowohl auf indi­vi­du­el­ler als auch auf gesell­schaft­li­cher Ebene - denn die Höhe der Geld­ver­mö­gen und Geld­schul­den einer Gesell­schaft ist nichts ande­res als die Summe aller Geld­ver­mö­gen und Schul­den ihrer Individuen.

Wenn nun aber die Geld­ver­mö­gen expo­nen­ti­ell durch Zins & Zin­ses­zins wach­sen sol­len, so müs­sen es zwangs­läu­fig auch die Geld­schul­den tun. Wohin nun aber im Lauf der Zeit mit all den (expo­nen­ti­ell wach­sen­den) Schul­den? Wo neue Schuld­ner fin­den, die einer­seits die Kre­dite auf­neh­men, ande­rer­seits die Zin­sen bedie­nen, die not­wen­dig sind, um die ver­spro­chene Alters­vor­sorge aufzubauen?

Nor­bert Rost

Quelle:
Bild­quelle: Ger­hard Well­mann, Pixelio.de

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09 Jul 2008

Nichts hält ewig

Keine Kommentare Umwelt & Tierschutz

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Nichts hält ewig. Nicht ein­mal Erdöl. Sein Ende ist abseh­bar.
Was den Chef­öko­nom der Inter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur (IEA) zu der Aus­sage bringt: »Ja, eines Tages wird es defi­ni­tiv zu Ende sein! Und ich denke wir soll­ten das Öl ver­las­sen, bevor das Öl uns verlässt.«

Dann soll­ten wir uns aber beei­len, denn der wich­tigste mate­ri­elle Roh­stoff auf dem Pla­ne­ten wird knapp und knap­per. Die Vor­räte rei­chen zwar noch einige Zeit, aber wir Men­schen haben Schwie­rig­kei­ten, die För­der­ge­schwin­dig­keit im sel­ben Tempo zu stei­gern, wie die Nach­frage nach dem schwar­zen Saft steigt. Viel­mehr ist der Zeit­punkt nah, der als Wen­de­punkt in die Geschichte der Mensch­heit ein­ge­hen wird: .

Peak bedeu­tet soviel wie „Spitze“. Peak Oil kenn­zeich­net den Höchst­punkt der Erd­öl­för­de­rung. Jedes Ölfeld beinhal­tet nur begrenzt , wel­ches am Anfang der För­de­rung rela­tiv schnell för­der­bar ist. Je mehr aus einem Ölfeld abge­pumpt wird, umso schwie­ri­ger wird es, an die „Reste“ zu kom­men. Reste, die übri­gens 40 bis 60% des tat­säch­lich vor­han­de­nen Öls aus­ma­chen kön­nen – denn soviel ver­bleibt bei den heu­ti­gen För­der­tech­ni­ken im Boden und ist nicht her­aus­zu­krie­gen. Zeich­net man die För­der­menge eines Ölfel­des in ein Dia­gramm, ergibt sich eine Glo­cken­kurve. Der Höhe­punkt die­ser Glo­cken­kurve ist der „Peak“. Sum­miert man alle Ölfel­der auf dem Pla­ne­ten, so sieht die Gesamt­glo­cken­kurve ganz ähnlich aus. Und damit beginnt unser Problem.…

PeakOil533x400.jpg
Gra­fik: peak-oil.com

Man­che gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen kom­men aus Rich­tun­gen, aus denen man sie nicht erwar­tet. Der Druck in Rich­tung nach­hal­ti­ger Ver­än­de­run­gen in unse­rer Wirtschafts- und Lebens­weise kommt nicht mehr nur von Men­schen, die sich bewusst für eine andere, bes­sere Welt ent­schei­den, er kommt zuneh­mend auch über die Geld­bör­sen von Otto Nor­mal­ver­brau­cher: Die stei­gen­den Ben­zin­preise sind nicht nur Spe­ku­la­tio­nen geschul­det, sie sind der auf­schei­nen­den Lücke zwi­schen Ölnach­frage und Ölan­ge­bot zuzu­schrei­ben. Auf­stre­bende Schwel­len­län­der wie und Indien und auf­ho­lende Ent­wick­lungs­län­der wol­len ihren Lebens­stil an jenen der Euro­päer und US-Amerikaner anpas­sen. Und alle heu­ti­gen Volks­wirt­schaf­ten brau­chen Erdöl. Nicht nur für Trans­port & Ver­kehr, son­dern für eine Viel­zahl von Pro­duk­ten, an die man im ers­ten Moment gar nicht denkt: Dün­ge­mit­tel und Pflan­zen­schutz­mit­tel, Plas­tik und Far­ben, Lacke und andere che­mi­sche Pro­dukte basie­ren auf Erdöl. Wie würde unsere Welt wohl aus­se­hen, wenn all diese Pro­dukte ver­schwin­den? Wie wür­den sich über 6 Mil­lio­nen Besit­zer von Ölhei­zun­gen allein in Deutsch­land im Win­ter wär­men? Wie wür­den wir Ver­kehr orga­ni­sie­ren, wenn nur ein Bruch­teil der Fahr­zeuge mit ande­ren Treib­stoffe klar kommt als mit Ölpro­duk­ten wie Ben­zin und Diesel?

„Peak Oil“ zwingt uns zum Umden­ken.
Die stei­gen­den Preise sind nur der Anfang. Sie sind das sicht­bare Sym­bol einer Ent­wick­lung, die wir in sei­nem vol­len Aus­maß noch gar nicht begrei­fen. Öl und Ölpro­dukte wer­den für die Pro­duk­tion und die Dis­tri­bu­tion (also die Ver­tei­lung) jedes Pro­dukts und jeder Dienst­leis­tung benö­tigt, denn wir müs­sen Pro­dukte von A nach B schaf­fen, vom Pro­du­zen­ten zum Kon­su­men­ten. Und wir Leis­tungs­er­brin­ger müs­sen unse­ren täg­li­chen Weg an unse­ren Arbeits­platz fin­den. Des­halb schlägt jede Preis­stei­ge­rung bei der Ener­gie­ver­sor­gung durch auf die Preise aller ande­ren Güter. Und jede Ver­sor­gungs­lü­cke beim Erdöl ruft unter dann eine Ver­sor­gungs­lü­cke bei ande­ren Gütern nach sich, wenn diese Öl als Roh­stoff oder als Trans­port­brenn­stoff benö­ti­gen. Die heu­tige Wirt­schafts­welt ist unvor­stell­bar ohne Öl. Die Frage steht: Wie muss unsere Welt umge­stal­tet wer­den, damit sie ohne Öl auskommt?

Diese Frage ist sowohl auf indi­vi­du­el­ler Eben als auch auf gesell­schaft­li­cher Ebene anzu­ge­hen. Es kann nicht scha­den, wenn sich jeder Ein­zelne über­legt, was er anders machen würde, wenn Ben­zin plötz­lich 4 oder 6 oder 10 Euro pro Liter kos­ten würde. Auch wenn wir von sol­chen Prei­sen noch weit ent­fernt schei­nen, kön­nen Gedan­ken­spiele nicht scha­den. Bahn und Fahr­rad fah­ren statt Auto? Haus iso­lie­ren? Regio­nale Pro­dukte kau­fen? Ener­gie­spar­lam­pen statt Dau­er­be­leuch­tung? Netz­ste­cker zie­hen statt Stand-By-Betrieb?

Auf gesell­schaft­li­cher Ebene las­sen sich umfas­sen­dere Pro­zesse ansto­ßen.
Nach­dem Bio-Sprit als Spreng­stoff für die Lebens­mit­tel­preise iden­ti­fi­ziert wurde, ist es frag­lich, ob Ben­zin wirk­lich auf dem Acker wach­sen sollte. Atom­kraft geht nicht in den Tank, hin­ter­lässt uns eine jahr­taus­end­lang strah­lende Zukunft, ist ein Sicher­heits­ri­siko und steu­ert auf einen „Peak Uran“ zu – den Höhe­punkt der Uran­för­de­rung, der uns vor ähnli­che Pro­bleme stel­len wird wie „Peak Oil“. Erneu­er­bare Ener­gien sind wohl die viel­ver­spre­chendste Zukunft, aber sie brau­chen enor­men tech­ni­schen Fort­schritt, um die­selbe Ver­sor­gungs­dichte zu errei­chen, wie es bis­lang mit fos­si­len Ener­gie­trä­gern mög­lich war. Gesell­schaft­li­che Anreize für For­schung und Aus­bau die­ses Indus­trie­zwei­ges wären sinn­voll, doch diese gesche­hen nur durch poli­ti­schen Wil­len – den wir als Demo­kra­ten jeder­zeit äußern kön­nen: Bei Wah­len, in Leser­brie­fen und Dis­kus­sio­nen sowie im per­sön­li­chen Gespräch mit Poli­ti­kern, Lob­by­is­ten und Unternehmern.

Wohin die gesell­schaft­li­che Reise gehen soll steht noch nicht fest. Denk­bar wäre, die Wirt­schaft mehr in Rich­tung regio­na­ler Wirt­schafts­kreis­läufe zu ori­en­tie­ren. Kurze Trans­port­wege ver­rin­gern den Kraft­stoff­be­darf. Kurze Trans­port­wege erlau­ben auch eine grö­ßere Ein­fluss­nahme durch den Ver­brau­cher und mehr Ein­blick in die Arbeits- und Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen der Unter­neh­men. Regio­na­les Wirt­schaf­ten kann die Abhän­gig­keit von weit ent­fern­ten Ent­wick­lun­gen redu­zie­ren. Dazu gehört auch die Abhän­gig­keit vom Erdöl.

Keine Frage: Wir müs­sen umden­ken.
Das soll­ten wir hin­sicht­lich Umwelt­zer­stö­rung, Kli­ma­wan­del und Armut sowieso. „Peak Oil“ wird die­sen Pro­zess beschleu­ni­gen, denn schein­bar rea­gie­ren wir Men­schen wesent­lich sen­si­bler auf Ein­wir­kun­gen auf unsere Brief­ta­sche als wir auf Appelle, TV-Reportagen oder Zei­tungs­be­richte reagieren.

Peak Oil ist sowohl eine Gefahr als auch eine Chance für unsere Gesell­schaft. Die Gefahr ergibt sich beim blin­den Ver­trauen in das „immer wei­ter so“, dem ein plötz­li­ches Erwa­chen gegen­über­ste­hen könnte. Die Chan­cen erge­ben sich dort, wo krea­tive Ideen auf eine nach­hal­tig ori­en­tierte Welt­sicht treffen.

Ver­las­sen wir das Öl, bevor es uns verlässt!

Nor­bert Rost


Quelle:

www.peak-oil.com
Bild­quelle: Pixelio.de, Ste­phan Dietl

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