26 Jan 2009

Bedingungsloses Grundeinkommen fordern

2 Kommentare Politik & Gesellschaft

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Grund­sätz­lich hört sich die Idee eines »bedin­gungs­lo­sen« Grund­ein­kom­mens ja ganz gut und rich­tig an: Da es nicht mehr genug für alle gibt (was unfair den­je­ni­gen gegen­über ist, die gerne arbei­ten wol­len, aber nicht »kön­nen«), sollte grund­sätz­lich jeder Bür­ger einen fixen monat­li­chen Betrag erhal­ten (über die Höhe strei­ten sich die Exper­tIn­nen). Alle so genann­ten sozia­len Trans­fer­leis­tun­gen könn­ten dann abegschafft wer­den. Hartz IV-Empfänger gäbe es nicht mehr … und damit nie­man­den, der sich für sei­nen Lebens­un­ter­halt ernied­ri­gen muss.

Gesamt­ge­sell­schaft­lich bekäme Arbeit damit eine ganz andere Bedeu­tung: Nur noch die, die wirk­lich wol­len, wür­den nur noch die Arbeit machen, die sie wirk­lich machen wol­len – bzw. die so gut bezahlt ist, dass sie sie machen wol­len. Auf ein­mal – so könnte man sich vor­stel­len – wäre Putz­frau oder Müll­ab­fuhr ein gut bezahl­ter Job, denn sonst würde ihn nie­mand mehr machen. Andere wür­den sich viel­leicht »frei­wil­lig« der For­schung oder sozia­len Tätig­kei­ten wid­men – auch wenn das bedeu­tet, dass sie nicht mehr haben, als ihr Grund­ein­kom­men.  Also kurz und gut: Es würde sich eini­ges ändern in unse­rem Ländle. Und man könnte sich vor­stel­len, dass sich eini­ges zu einem Bes­se­ren wen­den könnte.

Die Frage ist allein: Kön­nen wir uns so ein über­haupt leis­ten? Die Ver­fech­ter der Theo­rie sagen ja – wenn man das kom­pli­zierte Steu­er­sys­tem ver­ein­facht (und damit Bürora­tie ein­spart), Sub­ven­tio­nen streicht und nur noch eine Mehr­wert­steuer ein­setzt. Dar­über lässt sich natür­lich treff­lich strei­ten. Genauso wie über den Vor­schlag von Susanne Wiest aus Greifs­wald, die eine Online­pe­ti­tion an den Deut­schen Bun­des­tag ein­ge­reicht hat, in der sie für ein von 1.500 Euro für Erwach­sene und 1.000 Euro für Kin­der ein­tritt. Die Finan­zie­rung soll über eine erhöhte Mehr­wert­steuer erfol­gen. Unter­schrei­ben kann jeder noch bis zum 9. Februar 2009 hier.

Doch bei all den unge­klär­ten »Detail­fra­gen« ist es doch beacht­lich, dass bereits rund 4.600 Men­schen (Stand 26. Januar 2009) unter­zeich­net haben! Auch die rege Dis­kus­sion im ange­schlos­se­nen Forum zeigt, dass das Thema anschei­nend – viel­leicht auch auf­grund der Finanz­krise und den Mil­li­ar­den, die nun aus­ge­ge­ben wer­den müs­sen – wie­der mehr in die öffent­li­che Debatte rückt. Also: Wer an dem Thema inter­es­siert ist, kann sich hier ein Bild ver­schaf­fen – und wer bereits über­zeugt ist, dass ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men die opti­male Sache wäre, kann natür­lich auch gleich die Peti­tion unterzeichnen.

Wei­tere Infos zum Thema Grund­ein­kom­men gibt es übri­gens hier: www.grundeinkommen.de

Bild­quelle: www.pixelio.de

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Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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2 Antworten to “Bedingungsloses Grundeinkommen fordern”

  1. AntwortenInternetspaziergänger says:

    Wun­der­schö­nen guten Abend!

    1. Finan­zie­rung, das lei­dige Thema

    > …Sub­ven­tio­nen streicht und nur noch eine Mehr­wert­steuer einsetzt.

    Es gibt noch andere Finan­zie­rungs­me­tho­den. Daß pri­ni­zi­ell ein bestimm­ter Geld­be­trag bedin­gungs­los aus­ge­zahlt wer­den kann, man muß ja nicht mit 2000 Euro anfan­gen, viel­leicht gehts ja auch erst­mal mit 300 Euro zur übung, was dann schritt­weise erhöht wird, daß dies also prin­zi­pi­ell mög­lich ist, erkennt man an den gesam­ten Sozi­al­aus­ga­ben von schlap­pen 700 Mrd Euro/Jahr:
    http://www.sozialpolitik-aktuell.de/datensammlung/2/tab/tabII1.pdf
    Dies läuft auf 711 Euro pro Bür­ger und pro Monat hin­aus, sozu­sa­gen ein Grund­ein­kom­men mit Bedingungen…

    2. Die Peti­tion ist eine Sam­mel­pe­ti­tion. Bei sowas geht es nicht darum, daß der Peti­ti­ons­text 1:1 in ein Gesetz umge­setzt wird, son­dern darum daß ein Bür­ger eine Schar wei­te­rer Bür­ger um sich schart und der ganze Hau­fen auf die Regie­rung »Druck« aus­übt, daß diese sich -in die­sem Fall- mit dem »bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­men« beschäf­tigt. In einer Demo­kra­tie wird damit also eine Dis­kus­sion in der Gesell­schaft aus­ge­löst, wie man jetzt schon sieht, durch­aus erfolg­reich. Sol­che Sam­mel­pe­ti­tio­nen gab es in der Geschichte schon öfter, eine berühmte fin­det man hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Georgi_Apollonowitsch_Gapon

    3. Das Netz­werk Grund­ein­kom­men (www.grundeinkommen.de) und viele andere bge-Organisationen (BAG der lin­ken, die bge-Grünen usw) sind lei­der schwer belei­digt, weil sie nie­mand gefragt hat. Die Men­schen han­deln also eigen­mäch­tig! Die ansich zustän­di­gen bge-Vereine (nicht alle) ver­schä­hen die Peti­tion und die momen­tane Bewe­gung. Sie erscheint dort am Rande, klein­ge­druckt, unter Fer­ner­lie­fen oder schlicht gar nicht. Bitte selbst über­prü­fen!
    Infor­ma­tio­nen zur Aktu­el­len Situa­tion fin­det man im »aktu­el­len Archiv«, bei jeman­dem, der dafür gewis­ser­ma­ßen zustän­dig ist, der schon 20 Jahre alles zum Grund­ein­kom­men archi­viert:
    http://aktuelles.archiv-grundeinkommen.de

    Der Mann archi­viert mit gro­ßer Lei­den­schaft (natür­lich auch Con­tra). Dort ist daher auch die­ser Blog zu finden…

    ein Inter­net­spa­zier­gän­ger auf Wanderschaft

  2. Antwortenbgenymous says:

    Hi, hab das so eine Frage an dich. Ich habe jetzt das »Deutsch­land sucht den bGE-Kandidaten«-Spiel bei Face­book gestar­tet:
    http://www.facebook.com/apps/application.php?id=124236182237

    Und wollte dich fra­gen, ob du Lust hät­test so eine Facebook-Box bei dir in die Seite ein­zu­bauen?
    Bei­spiel:
    http://codeschnipselbge.blogspot.com/

    Wenn ja, den Code fin­dest du hier:
    http://snippets.dzone.com/posts/show/7620

    Damit wür­den wir auf unsere bGE-Kandidaten auf­merk­sam machen.

    Viele Grüße bgenymous

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