09 Aug 2011

Buchtipp: Das zweite Leben der Schläuche, Plastiktüten und anderen Utensilien

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564 Kilo pro­du­zierte jeder Deut­sche pro Jahr. Zumin­dest war das 2007 noch so, wie Eurostat 2009 ver­mel­dete. Und dabei sind noch nicht mal die Abfälle ent­hal­ten, die bei der Pro­duk­tion und dem Trans­port unse­rer Kon­sum­gü­ter anfal­len. Oder beim Bau unse­rer Gebäude, Auto­bah­nen, Tun­nel, Brü­cken oder Stau­dämme. Der Haus­halts­müll macht nur einen Bruch­teil des­sen aus, was an in der BRD so anfällt. Aber er ist natür­lich der Hebel, an dem der gemeine Ver­brau­cher als ers­tes anset­zen kann: ent­we­der er ver­mei­det oder er recy­cled (und das sind wir Deut­sche übri­gens spitze: rund 46% unse­res Mülls wird wie­der ver­wen­det). Recy­clen muss man aller­dings nicht nur ande­ren über­las­sen. Das kann man auch selbst machen. Und es macht Spaß. 

Das jeden­falls zeigt ein Buch, das sich – ganz prag­ma­tisch – auch ein­fach nur »recy­cled« nennt. Geschrie­ben haben es Uta Donath, Eva Hauck, Clau­dia Huboi und Doro­thée von Rosen­berg. Der Unter­ti­tel lau­tet »Pro­jekte aus Schläu­chen, , Papier, Tex­ti­lien, Metall und «.  Das macht neu­gie­rig. Mich zumin­dest. Also habe ich mir das Buch genauer angesehen.

 

Der Ein­stieg ist auch tat­säch­lich ful­mi­nant und – zumin­dest für mich – voll­kom­men neu: Wenn ihr wüss­tet, was man für schi­cke Sachen aus alten Fahr­rad­schläu­chen machen kann! Wenn ihr wüss­tet, wie man aus­ge­diente Plas­tik­tü­ten zu Neuem zusam­men bügeln kann! Wenn ihr ahnen wür­det, wie hübsch recy­clte Bonbon-Papierchen sein können!

Aber alles in allem muss ich geste­hen: Das Buch hat mich noch zu kei­nem ein­zi­gen Pro­jekt tat­säch­lich ani­mie­ren kön­nen. Sicher, man blät­ter gerne durch und denkt »Ach, das muss ich unbe­dingt mal machen«. Aber dann hat man eben doch nicht zufäl­lig so viele löch­rige Fahr­rad­schläu­che zur Hand, um sich dar­aus einen Fuß­ab­strei­fer zu häkeln. Auch würde man nun nicht unbe­dingt damit anfan­gen, seine Ein­käufe in Plas­tik­tü­ten nach Hause zu tra­gen, um ein Garten-Sitzkissenbezug zu bügeln.

Schön ist das Buch also – aber sinn­voll? Nichts von dem, was das Buch so zeigt, braucht man – es sei denn man ist Stu­dent und rich­tet sich gerade sein erste Woh­nung ein. Und so frage ich mich, ob die­ses Buch tat­säch­lich zur Müll­re­duk­tion durch bei­tra­gen würde? Oder ob es – wenn sich denn jemand moti­vie­ren kann, aktiv zu wer­den – nicht dazu füh­ren würde, dass man Mate­ria­lien zusam­men tra­gen würde, die man sonst nie­mals haben wollte, um Sachen zu machen, die man sonst eigent­lich gar nicht brau­chen würde…

Für alle Coffee-Table-Book-begeisterten LOHAS ist das Buch jedoch extrem emp­feh­lens­wert! Des­halb hier die biblio­gra­fi­schen Angaben:

»recy­cled. Pro­jekte aus Schläu­chen, Plas­tik, Papier, Tex­ti­lien, Metall und Kor­ken«. Uta Donath, Eva Hauck, Clau­dia Huboi, Doro­thée von Rosen­berg. Haupt Ver­lag, ISBN 3-258-60003-1, Preis: 23,90 Euro.

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