15 Mai 2008

Ein ganz neues “Plop”-Gefühl

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Dann mal hoch die Fla­schen:
Die Flens­bur­ger Braue­rei wird ihr Mar­ken­zei­chen, den »Plop« beim Öffnen der Fla­sche, neu auf­le­gen. Das Unter­neh­men ent­wi­ckelt einen neuen Bügel­ver­schluss mit opti­mier­ten Eigen­schaf­ten hin­sicht­lich Funk­tio­na­li­tät, Lebens­dauer und Qua­li­tät. Das Land för­dert das Vor­ha­ben mit 1,5 Mil­lio­nen Euro aus dem Pro­gramm »Betrieb­li­che Inno­va­tio­nen« (LIFE PR) Oh je oh je - auch das noch. Auch wenn die Mel­dung schon ein paar Tage alt ist, so stoße ich doch immer wie­der und an ganz unter­schied­li­chen Stel­len auf diese kuriose Geschichte. Da ist eine Braue­rei der Mei­nung, dass ihr gelieb­tes Marketing-Plop irgend­wie nicht mehr so rich­tig zeit­ge­mäß sei. Eine Neu­kon­struk­tion des Bügel­ver­schlus­ses soll her, soll für einen zeit­ge­mä­ßen Sound sor­gen und das Land greift in die Tasche. Eine betrieb­li­che Inno­va­tion - natür­lich…
Also, wenn es sonst keine Sor­gen im Ländle gibt, dann sicher eine prima Sache. Aber wie sieht es denn mit den ande­ren Braue­reien aus - denen ohne Plop - bekom­men die auch Geld? Stif­tet die EU dazu? Gibt es denn keine Bedürf­ti­gen in der Region, die das Geld wirk­lich gebrau­chen, keine Klein­un­ter­neh­men die um ihr Über­le­ben kämp­fen, keine Arbeits­lo­sen und alten Men­schen die nicht mehr wis­sen, wie sie mit Harz IV oder Rente über die Run­den kom­men? Gibt es sonst keine Not? Selbst­ver­ständ­lich, Bier ist gesund und es ist ein Kul­tur­gut, aber es bleibt Alko­hol und der kann doch nicht wich­ti­ger sein, als sich um die eigent­li­chen Schwie­rig­kei­ten zu küm­mern. Mal neben­bei, woher hat denn das Land seine Spende - etwa aus dem Steu­er­säckle, in das auch die­je­ni­gen zu zah­len haben, die es kaum kön­nen?
Das alles wäre ganz schön komisch, wenn es nicht ganz schön trau­rig wäre.

Quel­len:
LIFE PR
Bild­quelle: Pixel­quelle

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Geschrieben von
Als kleiner Junge lief ich immer mit einem Bleistift in der Hand herum und fragte die Menschen in meiner Umgebung Löcher in den Bauch. Denn genauso stellte ich mir einen Reporter vor: wie einen Detektiv mit Schreibblock... Auch heute noch versuche ich gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzutreten – so wie meine Helden von damals. Und das Projekt „Für eine bessere Welt“ ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit.
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