29 Okt 2008

Rangliste der Pressefreiheit 2008

1 Kommentar Frieden & Menschenrechte

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Nur schützt die meint die Orga­ni­sa­tion Repor­ter ohne Gren­zen (ROG), die gerade ihre siebte Rang­liste zur Lage der Medi­en­frei­heit in 173 Län­dern her­aus gege­ben hat. Wirt­schaft­li­che Stärke und natio­nal­staat­li­cher Wohl­stand haben dem­nach anschei­nend nicht die Bedeu­tung, die so oft pro­pa­giert wird: Demo­kra­ti­sche Staa­ten wie die USA oder Israel, die bewaff­nete Kon­flikte aus­tra­gen, sind der Orga­ni­sa­tion zufolge in der heute ver­öf­fent­lich­ten Rang­liste wei­ter abge­stie­gen. Einige wirt­schaft­lich schwa­che Län­der in Afrika und in der Kari­bik sind dage­gen auf­ge­stie­gen. steht auch in die­sem Jahr wie­der auf Rang 20.

„In der Welt nach den Anschlä­gen vom 11. Sep­tem­ber sind die füh­ren­den demo­kra­ti­schen Staa­ten desta­bi­li­siert und in die Defen­sive gera­ten. Gleich­zei­tig wer­den in die­sen Län­dern auch Frei­heits­rechte immer wei­ter ein­ge­schränkt“, kri­ti­siert ROG. „Die wirt­schaft­lich stärks­ten Dik­ta­tu­ren ver­tre­ten selbst­be­wusst ihren auto­ri­tä­ren Füh­rungs­stil, pro­fi­tie­ren von Kon­flik­ten inner­halb der inter­na­tio­na­len Staa­ten­ge­mein­schaft und Krie­gen, die im Namen des Anti-Terror-Kampfes geführt wer­den. Reli­giöse und poli­ti­sche Tabus haben einen wach­sen­den Ein­fluss in Län­dern, die ein­mal auf dem Weg zu mehr Frei­heit waren“, sagt ROG weiter.

Die inter­na­tio­nale Gemein­schaft steht der­zeit offen­sicht­lich recht macht­los vor der sys­te­ma­ti­schen Zen­sur: Schluss­lich­ter blei­ben Eri­trea (173.), Nord­ko­rea (172.) und Turk­me­nis­tan (171.). China (167.) und Kuba (169.) ran­gie­ren unter den letz­ten zehn. „Das Ergeb­nis zeigt, dass die Anstren­gun­gen der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft gegen­über auto­ri­tä­ren Staa­ten nicht wirk­sam genug sind, um einen ver­bes­ser­ten Schutz der Pres­se­frei­heit zu errei­chen“, erklärt ROG. Nach außen abge­schot­tete Län­der, die von den größ­ten Fein­den der Pres­se­frei­heit regiert wer­den, ver­pass­ten ihren Medien wei­ter unge­hin­dert Maul­körbe. Orga­ni­sa­tio­nen wie die Ver­ein­ten Natio­nen hät­ten dage­gen an Glaub­wür­dig­keit ver­lo­ren, auch bei ihren Mit­glieds­staa­ten, meint ROG.

Hier einige wei­tere Infor­ma­tio­nen von ROG zur aktu­el­len Lage der Pressefreiheit:

Krieg und Frie­den Auf den ers­ten 20 Plät­zen der Rang­liste ste­hen, bis auf Neu­see­land und Kanada, aus­schließ­lich euro­päi­sche Län­der. Deut­lich ver­bes­sert haben sich einige latein­ame­ri­ka­ni­sche und kari­bi­sche Staa­ten wie Jamaika (21.) und Costa Rica (22.). Nur einige Ränge dahin­ter ste­hen Suri­name (26.) und Tri­ni­dad und Tobago (27.). Diese klei­nen kari­bi­schen Staa­ten haben deut­lich bes­ser abge­schnit­ten als Frank­reich (35.), das erneut abge­rutscht ist, sowie Spa­nien (36.) und Ita­lien (44.), wo poli­ti­sche Gewalt und die Mafia Jour­na­lis­ten bedro­hen. Von den afri­ka­ni­schen Län­dern ver­passte Nami­bia (23.) nur knapp einen Platz unter den ers­ten 20. Auch Ghana (31.) schnitt gut ab.

Die Län­der an der Spitze der Rang­liste unter­schei­den sich stark in ihrer Wirt­schafts­kraft. Das Brut­to­in­lands­pro­dukt von Island (1.) ist etwa zehn­mal grö­ßer als das Jamai­kas. Allen Staa­ten in die­ser Gruppe gemein­sam ist ein demo­kra­ti­sches, par­la­men­ta­ri­sches Regie­rungs­sys­tem, außer­dem sind sie nicht in einen Krieg verwickelt.

Dazu im Kon­trast ste­hen die Plat­zie­run­gen der USA (36. inner­halb der USA, 119. außer­halb der USA) sowie Isra­els (46. inner­halb Isra­els, 149. außer­halb Isra­els). Im beob­ach­te­ten Zeit­raum wurde zum ers­ten Mal seit 2003 ein paläs­ti­nen­si­scher Jour­na­list durch Schüsse der israe­li­schen Armee getö­tet. Bewaff­nete Kämpfe beein­fluss­ten auch den Rang von Geor­gien, das vom 66. Platz in 2007 auf Platz 120 fiel. Auch Niger stieg ab: von Rang 95 im Jahr 2007 auf Rang 130 in 2008.

Diese Staa­ten ver­fü­gen zwar über demo­kra­ti­sche poli­ti­sche Sys­teme, sind jedoch in stän­dige Kon­flikte unter­schied­li­cher Inten­si­tät ver­wi­ckelt. Durch Kampf­hand­lun­gen und die andau­ern­den poli­ti­schen Span­nun­gen sind Jour­na­lis­ten dort grö­ße­ren Gefah­ren ausgesetzt.

Die kürz­lich erfolgte pro­vi­so­ri­sche Frei­las­sung von Moussa Kaka, Kor­re­spon­dent von Radio France Inter­na­tio­nale (RFI) und ROG nach 384 Tagen Gefäng­nis in Nia­mey in Niger, oder die Frei­las­sung von Sami Al-Haj nach sechs Jah­ren Haft in Guan­ta­namo, zei­gen, dass Kriege nicht nur Leben bedro­hen son­dern auch Freiheitsrechte.

Unter Beschuss von Kriegs­par­teien und repres­si­ven Regi­men Län­der wie der Irak (158.), Pakis­tan (152.), Afgha­nis­tan (156.) oder Soma­lia (153.) blei­ben „schwarze Zonen“ auf der Welt­karte der Pres­se­frei­heit, solange sie ihre gra­vie­ren­den poli­ti­schen Pro­bleme nicht lösen und sich wei­ter in bewaff­ne­ten Kon­flik­ten enga­gie­ren. Mord, Ent­füh­rung, will­kür­li­che Fest­nah­men sowie Todes­dro­hun­gen sind täg­li­che Gefah­ren für Jour­na­lis­ten in die­sen Län­dern. Sie gera­ten unter Beschuss von Kriegs­par­teien oder wer­den beschul­digt, für die jeweils andere Seite zu spio­nie­ren. In den Paläs­ti­nen­si­schen Gebie­ten (163.), vor allem im Gaza­strei­fen, hat sich die Situa­tion für Jour­na­lis­ten deut­lich ver­schlech­tert seit die Hamas an der Macht ist. Auch in Sri Lanka (165.), ein Land mit einer gewähl­ten Regie­rung, sind Medien häu­fig staat­li­cher Gewalt ausgesetzt.

Am Schluss der Rang­liste ste­hen ver­deckte oder offen­sicht­li­che Dik­ta­tu­ren. Dis­si­den­ten und reform­ori­en­tier­ten Jour­na­lis­ten gelingt es dort den­noch immer wie­der, Zen­sur zu umge­hen. Im Jahr der Olym­pi­schen Spiele gab es in China (167.) zwar viele Ver­haf­tun­gen von  Dis­si­den­ten und Jour­na­lis­ten wie Hu Jia. Aber den­noch konn­ten libe­ra­lere Medien auch ihre Hand­lungs­spiel­räume etwas erwei­tern. Jour­na­lis­ten in Peking, Shang­hai, im Iran (166.), Usbe­kis­tan (162.) oder Sim­babwe (151.) tra­gen wei­ter­hin hohe Risi­ken. Ihr Beruf ist mit vie­len Frus­tra­tio­nen sowie Schi­ka­nen durch Jus­tiz und ver­bun­den. in Burma (170.) gel­ten Jour­na­lis­ten, auch aus­län­di­sche, seit Jah­ren als Feinde des herr­schen­den Regimes und wer­den ent­spre­chend verfolgt.

Blei­erne Zeit für die Pres­se­frei­heit In Tune­sien unter Staats­chef Zine el-Abidine Ben Ali (143.), in Libyen unter Muam­mar al-Gaddafi (160.), in Weiß­russ­land unter Alex­an­der Luka­schenko (154.), in Syrien unter Baschar al-Assad (156.) oder in Äqua­to­ri­al­gui­nea unter Teo­doro Obiang Nguema (157.), ist die all­ge­gen­wär­tige Prä­senz der Staats­chefs auf den Stra­ßen und auf den ers­ten Sei­ten der Zei­tun­gen ein Indiz für den Man­gel an Pres­se­frei­heit in die­sen Län­dern. Auch wenn der Per­so­nen­kult in ande­ren Län­dern weni­ger aus­ge­prägt ist: Die Lage der Pres­se­frei­heit ist genauso kri­tisch in dik­ta­to­ri­schen Staa­ten wie Laos (164.) oder Saudi-Arabien (161.). Aus­schließ­lich regie­rungs­treue Bericht­er­stat­tung ist dort geduldet.

In Län­dern wie Nord­ko­rea und Turk­me­nis­tan bleibt die Bevöl­ke­rung von der Welt abge­schnit­ten und lebt unter dem Ein­fluss der Regie­rungs­pro­pa­ganda. Eri­trea (173.), das jüngste Land Afri­kas, ist zum zwei­ten Mal in Folge das Schluss­licht in der Rang­liste. Nach wie vor regiert dort Issa­yas Afe­werki mit sei­ner natio­na­lis­ti­schen Regie­rung. Unab­hän­gige oder pri­vate Medien exis­tie­ren nicht und viele Jour­na­lis­ten sind seit Jah­ren ohne Ankla­ge­er­he­bung hin­ter Gittern.

Die inter­na­tio­nale Staa­ten­ge­mein­schaft, die Euro­päi­sche Union ein­ge­schlos­sen, bleibt dage­gen bei ihrem Grund­satz, dass die ein­zige Lösung im Dia­log liegt. Doch „Dia­log“ hatte bis­her kaum Erfolg. Auch die welt­weit auto­ri­tärs­ten Regie­run­gen kön­nen Pro­teste immer noch igno­rie­ren, ohne ein Nach­spiel fürch­ten zu müs­sen. Meist bleibt es bei fol­gen­lo­sen Missfallens-Bekundungen durch Diplomaten.

Gefah­ren durch Kor­rup­tion und poli­ti­sche Span­nun­gen Nega­tiv auf Demo­kra­tien und auf die Plat­zie­rung wir­ken sich Kor­rup­tion und poli­ti­sche Span­nun­gen aus. Bul­ga­rien (59.), inner­halb der das Schluss­licht, ist ein Bei­spiel. Es belegt, dass all­ge­meine Wah­len, Medi­en­viel­falt und ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­kerte Garan­tien noch nicht aus­rei­chen, um Pres­se­frei­heit effek­tiv zu schüt­zen. Auch das gesell­schaft­li­che Klima muss Mei­nungs­frei­heit, den freien Zugang zu Infor­ma­tio­nen und ihre Ver­brei­tung befürworten.

Die poli­ti­schen und sozia­len Span­nun­gen in Peru (108.) und Kenia (97.), die Poli­ti­sie­rung der Medien in Mada­gas­kar (94.) und Boli­vien (115.) sowie die Überg­riffe auf inves­ti­ga­tiv arbei­tende Jour­na­lis­ten in Bra­si­lien (82.) zei­gen, wie bedenk­lich sich diese Ent­wick­lun­gen auf die Pres­se­frei­heit aus­wir­ken. Kor­rupte Geschäfts­leute in Län­dern wie Mexiko (140.), Nige­ria (131.) oder (118.) gehen mit kri­mi­nel­len Metho­den gegen kri­ti­sche Jour­na­lis­ten vor, ohne sich je vor einem Gericht dafür ver­ant­wor­ten zu müs­sen. Sie sind mit­ver­ant­wort­lich für das schlechte Abschnei­den die­ser „gro­ßen Staaten“.

In Vene­zuela (113.) beein­flusst und beschränkt Prä­si­dent Hugo Cha­vez die Medien. In Russ­land (141.) unter­lie­gen öffent­li­che und oppo­si­tio­nelle Medien einer stren­gen Kon­trolle und jedes Jahr wer­den Jour­na­lis­ten von nicht iden­ti­fi­zier­ten Auf­trags­mör­dern getö­tet, denen man nicht sel­ten Ver­bin­dun­gen zum Sicher­heits­dienst des Kremls nachsagt.

Tabus hal­ten sich hart­nä­ckig Auf den unters­ten Rän­gen befin­den sich auch Län­der, die zwi­schen Repres­sion und Libe­ra­li­sie­rung hin- und her­schwan­ken. Tabu­the­men für Medien und Pres­se­ge­setze stam­men häu­fig aus einer ver­gan­ge­nen Ära. In Gabun (110.), Kame­run (129.), Marokko (122.), Oman (123.), Kam­bo­dscha (126.), Jor­da­nien (128.) und Malay­sia (132.), ist es bei­spiels­weise streng ver­bo­ten, über den Prä­si­den­ten oder Mon­ar­chen und deren Fami­lien kri­tisch zu berich­ten.
Gefäng­nis­stra­fen dro­hen Jour­na­lis­ten regel­mä­ßig im Sene­gal (86.) und in Alge­rien (121.). Ver­ur­teilt wer­den sie nach repres­si­ven Pres­se­ge­set­zen, die nicht den UN-Standards entsprechen.

Ver­fol­gung von Inter­net­nut­zern wirft eben­falls ein Licht auf gesell­schaft­li­che Tabus. In Ägyp­ten (146.) scho­ckier­ten Online-Demonstrationen in der Haupt­stadt die Regie­rung. Seit­dem gilt jeder Nut­zer als ver­däch­tig. Der Ein­satz von Fil­ter­soft­ware, um das zu zen­sie­ren, nimmt Jahr für Jahr zu und in restrik­ti­ven Län­dern müs­sen Blog­ger auch mit Haft­stra­fen rech­nen. China führt noch immer welt­weit die Liste mit den aus­ge­feil­tes­ten -Kon­trol­len an. Im Nahen Osten über­wacht Syrien (159.) das Netz am strengs­ten. Auf jede Kri­tik, die online arti­ku­liert wird, folgt frü­her oder spä­ter eine Verhaftung.

Nur wenige Län­der konn­ten sich ver­bes­sern. Dazu zählt der Liba­non (66.), der jah­re­lang wegen töd­li­cher Angriffe auf Jour­na­lis­ten auf einem schlech­te­ren Platz ran­giert hatte. Haiti (73.) steigt lang­sam auf, genau wie Argen­ti­nien (68.) und die Male­di­ven (104.). Mau­re­ta­nien (105.) setzte den Demo­kra­ti­sie­rungs­pro­zess nicht fort und ver­zeich­nete daher kei­nen wei­te­ren Auf­stieg. Von Zen­sur­maß­nah­men weg­ge­wischt wur­den die leich­ten Erfolge der letz­ten Jahre im Tschad (133.) und im Sudan (135.).

Nah­auf­nahme Europa und GUS-Staaten Die ers­ten 20 Ränge beset­zen, bis auf Kanada und Neu­see­land, euro­päi­sche Län­der. Bei den EU-Ländern nimmt Luxem­burg (1.) den bes­ten und Bul­ga­rien (59.) den schlech­tes­ten Rang ein. Der Regie­rung ist es dort bis­her nicht gelun­gen, Kor­rup­tion und Gewalt ein­zu­däm­men. Jour­na­lis­ten müs­sen Überg­riffe von poli­ti­scher wie kri­mi­nel­ler Seite fürch­ten. Ita­lien (44.) und Spa­nien (36.) erreich­ten eben­falls nur mit­tel­mä­ßige Wer­tun­gen. Bei Ita­lien ist das der­zei­tige poli­ti­sche Klima und die man­gelnde Sicher­heit von Jour­na­lis­ten, die zur Mafia recher­chie­ren, aus­schlag­ge­bend. In Spa­nien schüch­tert die bas­ki­sche ETA Jour­na­lis­ten ein. In Frank­reich (35.) fan­den Haus- und Redak­ti­ons­durch­su­chun­gen statt. Jour­na­lis­ten wur­den vor­ge­la­den und ange­klagt. Zwei Jour­na­lis­ten wur­den festgenommen.

In Deutsch­land (20.) gab es Punkt­ab­zug für Rege­lun­gen, die den Quel­len­schutz gefähr­den. Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, der Ent­wurf eines neuen BKA-Gesetzes sowie die Über­wa­chung von Jour­na­lis­ten durch den Bun­des­nach­rich­ten­dienst spiel­ten eine Rolle. Gewalt­tä­tige Überg­riffe auf Jour­na­lis­ten durch Rechts­ex­tre­mis­ten, der ver­bes­se­rungs­wür­dige Zugang zu öffent­li­chen Infor­ma­tio­nen sowie der Druck von Anzei­gen­kun­den auf Redak­tio­nen führ­ten eben­falls zu nega­ti­ven Wertungen.

Die wich­tigs­ten Ent­wick­lun­gen in den GUS-Staaten spiel­ten sich im Kau­ka­sus ab. Arme­nien (102.) und Geor­gien (120.) erklär­ten den Aus­nah­me­zu­stand. In Geor­gien gerie­ten bei Kriegs­aus­bruch Jour­na­lis­ten in die Schuss­li­nie. Die hin­te­ren Ränge bele­gen wei­ter­hin Weiß­russ­land (154.) sowie die zen­tral­asia­ti­schen Staa­ten mit Usbe­kis­tan auf Rang 162 und Turk­me­nis­tan auf Rang 171. In Russ­land (141.) hat sich die Situa­tion seit dem Amts­an­tritt des neuen Prä­si­den­ten Dimitri Med­we­d­jew kaum ver­än­dert. Die Mas­sen­me­dien ste­hen nach wie vor unter staat­li­chem Ein­fluss. Jour­na­lis­ten müs­sen mit Überg­rif­fen, Dro­hun­gen und Schi­ka­nen rechnen.

Wei­tere Infos unter: www.reporter-ohne-grenzen.de

 

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29 Okt 2008

Radio: Und ewig lockt der Mond - jetzt auch die Inder

Keine Kommentare Politik & Gesellschaft

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Die Inder flie­gen zum Mond. »Chan­dra­yaan« heißt das Raum­schiff, mit dem ges­tern eine unbe­mannte Sonde auf den Weg zum Mond geschickt wurde. Eine bemannte soll bald fol­gen. Ja, haben die Inder wirk­lich keine ande­ren Sor­gen? Könn­ten sie sich nicht mal um ihre Mil­lio­nen von Armen und Hun­gern­den küm­mern? Offen­bar ist die Anzie­hungs­kraft des Mon­des - buch­stäb­lich und meta­pho­risch - stär­ker als alles andere. Der Mond ist ein Sehn­suchts­ob­jekt ohne­glei­chen - besun­gen, bedich­tet, ange­be­tet, ange­bellt, ange­heult. Der Mond bestimmt irdi­sche Rhyth­men und angeb­lich sogar mensch­li­che Ver­hal­tens­wei­sen. Die Sen­dung mit dem Mond - heute Abend in DER TAG.

Dr. Chris­tian Wag­ner, Stif­tung Wis­sen­schaft &
Dirk Wag­ner
, hr Raum­fahrt­spe­zia­list
Prof. Harald Lesch
, Astro­phy­si­ker Uni Mün­chen, Mode­ra­tor „Aben­teuer For­schung“ (ZDF)
Frank Gro­te­lü­schen
, Wis­sen­schafts­jour­na­list und Physiker

Mode­ra­tion: Peter Zudeick

Hier geht es zur RADIOSENDUNG (MP3).

Quelle:
Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung
hr2-kultur | Der Tag

Bild­quelle: © Fer­di­nand Lacour, www.Pixelio.de

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28 Okt 2008

Verbraucherschutz: Dschungel EU

Keine Kommentare Europa & Weltpolitik

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Der der ist für Viele sicher­lich ein undurchdring- und -schau­ba­rer Dschun­gel – z.T. auch mit skur­ril anmu­ten­den Ver­ord­nun­gen oder frag­wür­di­gen Son­der­re­ge­lun­gen. Jeden­falls blickt kein nor­ma­ler Bür­ger durch. Eine Platt­form, die seit Ende Sep­tem­ber online ist, soll nun nicht nur Licht ins Dun­kel brin­gen – sie soll uns, dem gemei­nen Volk, auch eine Stimme ver­lei­hen. Der Name ist daher Pro­gramm: VoicE.

Die Infos sind ziem­lich kurz und sozu­sa­gen schmack­haft mund­ge­recht vor­be­rei­tet: Neben Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen - bei­spiels­weise zu den The­men Spiel­zeug, Tele­kom­mu­ni­ka­tion, Ernäh­rung und - gibt es aller­lei zur Geschichte des Ver­brau­cher­schut­zes in der EU zu lesen sowie dar­über wer wann wie Gesetze vor­schlägt, über­ar­bei­tet und erlässt. Viel den­ken muss man im Zwei­fels­falle nicht. Die klei­nen Appet­tit­häpp­chen gehen anstands­los run­ter, man könnte sich schnell und umfas­send infor­miert fühlen.

Aber nicht nur das. Denn hier dür­fen die Bür­ger end­lich mal, was sie sonst nicht dür­fen: Mit­re­den. So jeden­falls das offi­zi­elle Credo, das aller­dings schon ein biss­chen fei­gen­blatt­ar­tig anmu­tet. Im so genann­ten Bür­ger­fo­rum ebenso wie im Bür­ger­blog ist so gut wie nichts los – zum Teil haben die ver­ein­zel­ten Ein­träge den unan­ge­neh­men Hauch der PR.

Inter­es­sant wird es viel­leicht bei »Der Frage der Woche«, bei der man als Website-Besucher sein »Ja« oder »Nein« abge­ben kann: Wäh­rend mit per­sön­lich die Frage, ob ich ohne zu spi­cken wüsste, wer Meg­lena Kuneva ist, eher kalt lässt, schien mir die Frage »Soll der Strom- und Gas­markt liber­la­li­siert wer­den?« schon eher inter­es­sant. Was mich ent­täuschte: Die mehr als dürf­ti­gen und doch mei­nes Erach­tens eher ein­sei­ti­gen Infor­ma­tio­nen… Was mich über­raschte: Soweit ich das aus­pro­bie­ren konnte, kann man so oft wie man will abstimmen…

Nun gut, ein neuer Stern am -2.0-Himmel ist die­ser halb­her­zige Ver­such der Bür­ger­nähe sicher­lich nicht. Auf diese Weise wird sich sicher­lich nicht die Anti-Haltung gegen­über der EU abbauen las­sen. Wün­schens­wert wäre viel­mehr eine echte demo­kra­ti­sche Teil­habe! Ich kann nur sagen: Schade, wenn es bei sol­chen PR-Gags bleibt…

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28 Okt 2008

Atomausstieg selber machen

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» sel­ber machen« ist bekannt­lich der namens­ge­bende Slo­gan eines Bünd­nis­ses von ins­ge­samt 21 Umwelt- und Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen. Die Idee: Wir kau­fen unse­ren Strom nur noch bei sol­chen Anbie­ter, die auf nach­hal­tige, set­zen – und sor­gen damit ganz von selbst dafür, dass sich Atom­strom (oder der von Koh­le­kraft­wer­ken) bald nicht mehr ver­kauft und somit der Betrieb sol­cher Anla­gen unren­ta­bel wird und verschwindet.

Nun macht die Initia­tive dar­auf auf­merk­sam, das sich wohl etli­che schwarze Schafe im Markt tum­meln: »Ob Ent­ega, Eprimo oder Natu­r­en­er­gie – unter neuen Namen ver­su­chen die vier markt­be­herr­schen­den Ener­gie­kon­zerne E.ON, RWE, Vat­ten­fall und EnBW ihr aus­ge­dehn­tes Kon­zern­ge­flecht zu ver­ber­gen. Dem Kun­den wird ein Wett­be­werb auf dem Strom­markt vor­ge­täuscht, der kaum exis­tiert. Wech­sel­wil­lige Strom­kun­den lan­den immer wie­der bei den­sel­ben Kon­zer­nen«, schreibt die Initiative.

Wer bei die­sen Anbie­tern Strom kaufe, unter­stützt also indi­rekt dann doch wie­der die »übli­chen Ver­däch­ti­gen« – und deren z.T. eben auch frag­wür­dige »«. Für die Umwelt bringe dies wenig, meint das Bünd­nis »Atom­aus­stieg sel­ber machen«. Es fes­tige aber die Macht der Kon­zerne. Ent­ega sei so ein Bei­spiel, liest man auf der Web­site: voll­mun­dig werde von Ent­ega ange­kün­digt, bis 2009 der „größte Ökostrom­an­bie­ter Deutsch­lands“ wer­den zu wol­len. „Der Ökostrom von Ent­ega ist Schum­mel­strom“, meint jedoch Flo­rian Noto, Spre­cher von „Atom­aus­stieg sel­ber machen“. Die Ver­triebs­ge­sell­schaft Ent­ega ver­kaufe näm­lich den Strom der HEAG Süd­hes­si­sche (HSE). „Die HSE gehört zu 40 Pro­zent der Thüga AG, die Teil des E.ON-Konzerns ist“, erklärt Noto. „Wer bei Ent­ega Ökostrom kauft, finan­ziert somit wie­der die Geschäfte und die Poli­tik von E.ON.“ Und E.ON ist nach Anga­ben des Büd­nis »Atom­aus­stieg sel­ber machen« in an elf Atom­kraft­wer­ken betei­ligt, plane vier neue Koh­le­kraft­werke und habe im Jahr 2007 über fünf Mil­li­ar­den Euro Gewinn gemacht.

Anke Sie­gert von der GRÜNEN LIGA rät, sich für einen unab­hän­gi­gen zu ent­schei­den. „Wer für Ökostrom bezahlt, will sicher nicht, dass das Geld wie­der bei den vier markt­be­herr­schen­den Atom­kon­zer­nen lan­det.“ Als bun­des­weit ver­füg­bare Alter­na­tive kämen nur die Ökostrom­an­bie­ter Licht­blick, Green­peace Energy, Natur­strom und EWS Schö­nau in Frage, die ihren Strom aus unab­hän­gi­gen Quel­len bezie­hen. Diese vier Ver­sor­ger wer­den von »Atom­aus­stieg sel­ber machen« empfohlen.

Wei­tere Infos: www.atomausstieg-selber-machen.de

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27 Okt 2008

Aktion: Argumente gegen Atomkraft

Keine Kommentare Umwelt & Tierschutz

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Kein Come­back der ! for­dert das Aktions-Netzwerk Cam­pact. Des­halb lädt es nun für den 30. Okto­ber anläss­lich der Eröff­nung der Inter­na­tio­na­len End­la­ger­kon­fe­renz des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit zu einer gegen ein Come­back der Atom­kraft ein. Vor den Toren der Kon­fe­renz wer­den gelbe Groß­bal­lons mit dem Sym­bol für Radio­ak­ti­vi­tät in die Luft stei­gen. Die Bal­lons zie­hen große Trans­pa­rente: Auf den Trans­pa­ren­ten argu­men­tie­ren Bürger/innen, warum die unge­löste End­la­ger­frage die Nut­zung der Atom­en­er­gie unver­ant­wort­lich macht. Die Argu­mente wur­den im unter .argumente-gegen-atomkraft.de for­mu­liert und ausgewählt.

Par­al­lel wer­den wei­tere Aktio­nen von Anti-Atom-Initiativen statt­fin­den: Das Markant-Aktionstheater wird in einer Per­for­mance ein Geis­ter­schiff mit Atommüll-Fässern von Dämonen-Figuren auf Stel­zen zum Kon­fe­renz­ge­bäude zie­hen las­sen. Die Kon­fe­renz ist ein Zwi­schen­stopp des Schiffs, das bis zum 8.11. nach Gor­le­ben wei­ter­zieht. Auch Bür­ger­in­itia­ti­ven, die in Gor­le­ben, Asse, Schacht Kon­rad und Mors­le­ben gegen End­la­ger kämp­fen, wer­den krea­tive Aktio­nen durch­füh­ren.
Ort:    vor dem AVZ Logen­haus, Emser Straße 12-13, Ber­lin.
Zeit:    Don­ners­tag, den 30. Okto­ber, 16.00 Uhr bis 19:30 Uhr
Infos: www.argumente-gegen-atomkraft.de

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