27 Feb 2009

Windräder nerven total, oder?

1 Kommentar Umwelt & Tierschutz

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Wir alle ken­nen die herz­zer­reis­sen­den Medi­en­be­richte, in denen arme Häus­le­be­sit­zer zu Wort kom­men, die - geplagt von Wind­rä­dern in ihrer Nähe – mit den Ner­ven und der Gesund­heit voll­kom­men am Ende sind. Wir alle wis­sen auch, dass die Men­schen – ver­stan­den als ein grup­pen­dy­na­mi­sches Kon­strukt, genannt »die öffent­li­che « – dazu ten­diert, die zu über­neh­men, die als die am wei­tes­ten ver­brei­tete ange­se­hen wird. Mit Hilfe von Mas­sen­me­dien lässt sich anhand von Ein­zel­fäl­len daher machen – vor­aus gesetzt, man bekommt diese Ein­zel­fälle so oft prä­sen­tiert, dass man anneh­men muss, hier han­dele es sich um die der Mehrheit.

Die fol­ge­rich­tige Frage ist also: Leh­nen die meis­ten Deut­schen eigent­lich wirk­lich Wind-Energie (und die damit unver­meid­ba­ren Wind­rä­der) ab? Schaut man sich etli­che der Medi­en­be­richte an, so müsste man mei­nen: Ja. Glaubt man einer aktu­el­len Mel­dung des Solarenergie-Fördervereins Deutsch­land (SFV), dann müsste man mei­nen: Nein. Der berichtet:

Einige Medi­en­be­richte der letz­ten Monate erweck­ten den Ein­druck, es gäbe in unse­rer Kom­mune erheb­li­che Wider­stände gegen den wei­te­ren Aus­bau der . Uns liegt jedoch nun­mehr eine detail­lierte Mei­nungs­um­frage des
Forsa-Instituts (forsa Gesell­schaft für Sozi­al­for­schung und sta­tis­ti­sche Ana­ly­sen mbH) vom Novem­ber 2008 vor, aus der sich ergibt, dass die ableh­nen­den Stim­men zumeist nicht die Mei­nung der Mehr­heit darstellen.

Diese Forsa- besage näm­lich, dass selbst in Groß­städ­ten 57 Pro­zent der Bevöl­ke­rung eine Wind­an­lage auch in ihrer Nach­bar­schaft (selbst­ver­ständ­lich bei Ein­hal­tung der gül­ti­gen Abstands­re­geln) akzep­tie­ren wür­den. Beson­ders wich­tig sei die fol­gende Fest­stel­lung des forsa-Instituts:

Wer selbst in der Nähe von Anla­gen zur Ener­gie­er­zeu­gung aus rege­ne­ra­ti­ven Quel­len wohnt, misst der Nut­zung und dem Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien sogar noch eine etwas höhere Bedeu­tung zu als der Durch­schnitt der Bevölkerung.

Forsa habe in einem zwei­ten Fra­gen­kom­plex auch gefragt, ob Bür­ger Wind­en­er­gie in ihrer Nach­bar­schaft noch höher schät­zen wür­den, wenn durch die Ein­spei­sung von Wind­strom der Strom ver­bil­ligt würde, berich­tet der SFV – dass dies bereits der Fall sei, habe forsa den Befrag­ten jedoch nicht mit­ge­teilt. Das Ergeb­nis die­ser Teilfrage:

Wenn der Preis für den eige­nen Strom dadurch güns­ti­ger würde, dass er durch Wind­en­er­gie erzeugt würde, dann wür­den sogar 72 Pro­zent der Befrag­ten eine Wind­en­er­gie­an­lage in ihrer Nach­bar­schaft befürworten.

Noch höher liege bei die­ser Fra­ge­stel­lung die Zustim­mung bei den­je­ni­gen, die bereits Erfah­run­gen mit Wind­en­er­gie­an­la­gen in der Nach­bar­schaft haben, näm­lich bei 79%!

In der Öffent­lich­keit sei kaum bekannt, fährt der SFV fort, dass die Ein­spei­sung von Wind­en­er­gie infolge des »Merit-Order-Effekts« bereits seit 2005 den Strom­preis senkt. Dazu fol­gende Präzisierung:

Eine Unter­su­chung des IfnE (Inge­nieur­büro für neue Ener­gien) vom 30. Novem­ber 2007 im Auf­trag des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums ergibt eine Sen­kung des Groß­han­dels­prei­ses durch alle Erneu­er­ba­ren Ener­gien für das Jahr 2006 mit einem Volu­men von bis zu 5 Mrd. Euro. Zieht man davon die Ein­spei­se­ver­gü­tung für den Wind­strom und alle ande­ren Erneu­er­ba­ren Ener­gien ab, so ver­bleibt immer noch eine Netto-Ersparnis von ca. 2 Mrd. Euro.

Aus­wir­kun­gen am Bei­spiel der Stadt Aachen: Der Strom­ver­brauch in Aachen liegt bei 1,36 TWh jähr­lich. Gegen­über einem gesamt­deut­schen Strom­ver­brauch von 540 TWh sind das 2,5 Pro­mille. 2,5 Pro­mille von 2 Mrd Euro sind 5 Mil­lio­nen Euro. Um die­sen Betrag etwa hat sich im Jahr 2006 der Strom­ein­kauf für Aachen ver­bil­ligt. Pro Bür­ger macht das rund 20 Euro aus.
Hier scheint es also noch erheb­li­cher Auf­klä­rungs­be­darf zu geben. Schade, dass es dafür keine ver­gleich­bar starke Lobby zu geben scheint, wie für Atom- und Kohlekraftwerke…

Den Fach­bei­trag zum Merit-Order-Effekt kann man als PDF her­un­ter laden unter: www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/eeg_kosten_nutzen_lang.pdf

Wei­tere Infos unter: www.sfv.de

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Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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Eine Antwort to “Windräder nerven total, oder?”

  1. AntwortenHedwig Schick says:

    Das gehört gehört. Könnt ihr das nicht allen Kreis­rä­ten des Land­rats­am­tes Biberach/Riss zumai­len. Lei­der hab ich die Adres­sen nicht. In die­sem schwar­zen Kreis ist es ver­bo­ten wei­tere Wind­kraft­an­la­gen auf­zu­stel­len. Es ist zu scheuß­lich und unzumutbar.

    Das sollte wei­ter­ge­reicht wer­den. Danke. Hed­wig Schick

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