Ein Ansporn für gutes Gewissen

 

Gutes tun und dafür abkassieren. Mit diesem Versprechen haben die DJH (Deutsche Jugendherbergen), der alternative Reiseveranstalter Viabono, Transfer e.V. und etliche andere Organisationen und Unternehmen eine Payback-Karte für jugendliche Weltverbesserer ins Leben gerufen: Einzelne Leute oder auch Gruppen (bspw. Schulklassen) können ihre guten Taten (bspw. mit dem Fahrrad, statt mit dem Auto fahren; eine Party ohne Alkohol feiern; oder Stand-By-Geräte ausschalten) per Foto oder Video dokumentieren, hoch laden und dann ihre Karte mit Bonuspunkten aufladen. An Vergünstigungen kann man dann allerlei Dinge bekommen oder Stipendien für Auslandsaufenthalte und ähnliches erstehen.

Eine Idee, die ich persönlich mit ziemlich gemischten Gefühlen lese. Zum einen denke ich mir: Muss man denn unsere Kinder tatsächlich“bestechen“, damit sie sich richtig verhalten? Okay, man könnte auch sagen, sie werden eben einfach nur belohnt, ich finde es dennoch komisch. Solch ein Verhalten sollte auf inneren Werten basieren, die einzuhalten oder zu erfüllen ein Selbstzweck ist.

Zum anderen beschleichen mit zwangsläufig ungute Gefühle was die Sache mit dem Payback-System angeht: Sicherlich werfen die Unternehmen und Organisationen das in den „Gewinn-Pott“, was sie bieten können – aber ohne werblichen Hintergedanken? Und was passiert – auch hier – mit den Daten? Die Erfahrungen mit Unternehmungen, die einen gleichen Begriff, ein ähnliches Prinzip, aber natürlich ein weniger idealistisches Konzept hatten, stimmen natürlich eher misstrauisch…

Infos: www.future-friends.de

Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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