Buchtipp: Das zweite Leben der Schläuche, Plastiktüten und anderen Utensilien

564 Kilo Müll produzierte jeder Deutsche pro Jahr. Zumindest war das 2007 noch so, wie Eurostat 2009 vermeldete. Und dabei sind noch nicht mal die Abfälle enthalten, die bei der Produktion und dem Transport unserer Konsumgüter anfallen. Oder beim Bau unserer Gebäude, Autobahnen, Tunnel, Brücken oder Staudämme. Der Haushaltsmüll macht nur einen Bruchteil dessen aus, was an Müll in der BRD so anfällt. Aber er ist natürlich der Hebel, an dem der gemeine Verbraucher als erstes ansetzen kann: entweder er vermeidet oder er recycled (und das sind wir Deutsche übrigens spitze: rund 46% unseres Mülls wird wieder verwendet). Recyclen muss man allerdings nicht nur anderen überlassen. Das kann man auch selbst machen. Und es macht Spaß. 

Das jedenfalls zeigt ein Buch, das sich – ganz pragmatisch – auch einfach nur „recycled“ nennt. Geschrieben haben es Uta Donath, Eva Hauck, Claudia Huboi und Dorothée von Rosenberg. Der Untertitel lautet „Projekte aus Schläuchen, Plastik, Papier, Textilien, Metall und Korken“.  Das macht neugierig. Mich zumindest. Also habe ich mir das Buch genauer angesehen.

 

Der Einstieg ist auch tatsächlich fulminant und – zumindest für mich – vollkommen neu: Wenn ihr wüsstet, was man für schicke Sachen aus alten Fahrradschläuchen machen kann! Wenn ihr wüsstet, wie man ausgediente Plastiktüten zu Neuem zusammen bügeln kann! Wenn ihr ahnen würdet, wie hübsch recyclte Bonbon-Papierchen sein können!

Aber alles in allem muss ich gestehen: Das Buch hat mich noch zu keinem einzigen Projekt tatsächlich animieren können. Sicher, man blätter gerne durch und denkt „Ach, das muss ich unbedingt mal machen“. Aber dann hat man eben doch nicht zufällig so viele löchrige Fahrradschläuche zur Hand, um sich daraus einen Fußabstreifer zu häkeln. Auch würde man nun nicht unbedingt damit anfangen, seine Einkäufe in Plastiktüten nach Hause zu tragen, um ein Garten-Sitzkissenbezug zu bügeln.

Schön ist das Buch also – aber sinnvoll? Nichts von dem, was das Buch so zeigt, braucht man – es sei denn man ist Student und richtet sich gerade sein erste Wohnung ein. Und so frage ich mich, ob dieses Buch tatsächlich zur Müllreduktion durch Recycling beitragen würde? Oder ob es – wenn sich denn jemand motivieren kann, aktiv zu werden – nicht dazu führen würde, dass man Materialien zusammen tragen würde, die man sonst niemals haben wollte, um Sachen zu machen, die man sonst eigentlich gar nicht brauchen würde…

Bibliografischen Angaben

„recycled. Projekte aus Schläuchen, Plastik, Papier, Textilien, Metall und Korken“
Uta Donath, Eva Hauck, Claudia Huboi, Dorothée von Rosenberg.
Haupt Verlag,
ISBN 3-258-60003-1, Preis: 23,90 Euro.

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Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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