Ostern, ein Fest des Mitgefühls

Immer um diese Jahreszeit ist es soweit: kehrt das Leben zurück, wird aufgeräumt, herausgeputzt, fasst der Mensch neue Hoffnung in die Zukunft und schüttelt die Düsternis des Winters ab. Ostern scheint jedes Mal eine Art Umbruch mit sich zu bringen. Nicht nur um uns herum, sondern auch tief in uns drinnen.

Wenn man sich in diesen Tagen umschaut, kann man beobachten, wie um einen herum alles ganz fleißig wird. Das fängt an bei den Tieren, die aus dem Winterschlaf und dem Schutz ihrer Verstecke kommend, ihre Nasen herausstrecken und sich von den ersten warmen Sonnenstrahlen aufwärmen lassen. Überall kehrt das Leben zurück, wird gewuselt, gebaut und geworben… Kurz darauf machen wir es ihnen nach, werden aktiv, kümmern uns wieder mehr um unsere Umwelt. Wir putzen unser Zuhause heraus, beginnen mit der Gartenarbeit und je mehr Licht wir in unser Leben lassen, desto tatkräftiger und wohlgelaunter gehen wir ihn an – den Frühling.

Der April bringt macht wach!

Jetzt im April finden wir sozusagen wieder in die Spur, hat das neue Jahr unsere ganze Aufmerksamkeit und Schaffenskraft. Und da passt es gar nicht so schlecht hinein, dass Osterfest. Denn es steht symbolisch, für das was wir gerade erleben, das Erwachen aus einem Schlaf und das sich neu ausrichten auf die wesentlichen Dinge des Lebens. Ostern ist ein Fest der Seele, des Mitgefühls und das äußert sich eben in genau dieser Zeit, die wir Frühling nennen, auf wunderbare Weise. Wir schenken den Menschen die uns begegnen ein Lächeln, und wenn wir Glück haben, bekommen wir sogar eins zurück. Wir sind etwas milder, mit ihnen, aber auch mit uns. Wir zeigen Mitgefühl, da wir wieder mehr am Leben teilnehmen und dies auch zeigen wollen. Wir halten ein kurzes Schwätzchen, berühren den anderen vielleicht auch mal aufmunternd an der Schulter, machen ihm Mut und Zuversicht auf das neue Jahr – mag es auch noch so turbulent daher kommen.

Ostern wärmt …

Gerade darin beweisen wir uns, dass wir den tieferen Gedanken des Osterfest, den des nach Innen Versenktseins und nach Außen wirkenden, durchaus verstanden haben. Denn Ostern ist nicht nur die Suche nach bunten Eiern, nach Schokoladenhasen oder das frisch gewaschene Auto vor der Tür. Es ist nicht nur eine Veranstaltung die wir der reinen Oberfläche der Dinge überlassen wollen. Ostern geht tiefer, denn die Frühlingssonne wärmt nicht nur unsere Wangen, sondern sorgt für Wärme auch in unserem Inneren. Und so ist es auch die beste Zeit, um uns zu hinterfragen. Zu fragen, welche Dinge im Leben die wichtigsten sind. Welche uns wirklich berühren und noch lange da sein werden, wenn der kalte Winter erneut vor der Tür steht. Und wir kommen zur Erkenntnis, dass das wichtigste im Leben das Miteinander ist – auch wenn wir uns das nicht immer eingestehen mögen. Das Miteinander, das auf dem Mitgefühl begründet ist. Dem Gefühl zusammen zu gehören und füreinander da zu sein. Denn so wie wir in uns den Wunsch tragen nicht allein zu sein, geliebt zu werden, und auch lieben zu dürfen, so gewinnt diese Erkenntnis jedes Jahr aufs Neue in uns Raum.

Veränderung kommt von Innen

Die Zeit in der wir leben fordert vielen von uns einiges ab. Gerade deshalb ist es so wichtig, aufeinander zu achten. Denn in einer Welt in der fast alles seinen Preis hat und so gut wie gar nichts einen Wert, sind wir es, die wir Werte schaffen. Und je mehr wir uns zutrauen in uns hinein zu sehen, desto mehr werden wir erkennen, dass wir viel zu bieten haben. Ostern zeigt uns nur wie das geht, tun müssen wir es selbst. Oder wie es der weise Mahatma Gandhi auszudrücken pflegte: „Sei Du selbst die Veränderung die Du Dir wünscht“. Und wenn es danach ginge, sollte jeder unserer Tage im Jahr ein Osterfest sein.

In diesem Sinne:
Frohe Ostern!

 

Bildquelle: Pixelio.de, Gerd Altmann
Autor: Marek Als kleiner Junge lief ich immer mit einem Bleistift in der Hand herum und fragte die Menschen in meiner Umgebung Löcher in den Bauch. Denn genauso stellte ich mir einen Reporter vor: wie einen Detektiv mit Schreibblock... Auch heute noch versuche ich gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzutreten – so wie meine Helden von damals. Und das Projekt „Für eine bessere Welt“ ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit.
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