Der Club der Weltverbesserer

Der Club der Weltverbesserer

Im August 2011 erlebte England eine Reihe gewalttätiger Unruhen. Die britische Künstlerin Bernadette Russell hat daraus ihre eigenen Konsequenzen gezogen: Sie hat den Club der Weltverbesserer gegründet und ruft dazu auf, jeden Tag eine gute Tat zu begehen!

Die Idee traf sie, als sie in einer Post in der Warteschlange stand. Es war im August 2011. Die Menschen in London waren immer noch geschockt von den gewalttägigen Ausschreitungen. „Ich hörte von einem Ladenbesitzer, der alles verlor. Von einem Mann, der blutend am Boden lag und von jemandem ausgeraubt wurde, der sich zunächst als Helfer zeigte. Menschen sprangen aus brennenden Häusern“, erinnert sie sich in dem Video, das man auf ihrer Homepage sehen kann.

Tue Gutes und Du wirst eine Überraschung erleben!

Doch als sie wenig später bei der Post wartete, war vor ihr ein junger Mann im Kapuzenpulli – die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Genau so ein Typ wie die, die zuvor Teile von London verwüstet hatten. Er kramte in seinem Geldbeutel und konnte das Porto einfach nicht bezahlen. Und Bernadette dachte sich: „Ach, wahrscheinlich wird der Kerl von jedem derzeit geschnitten oder schräg angesehen, weil er aussieht wie einer von denen, die randaliert haben. Was soll’s – ich bezahle das Porto für ihn“.

Und als sie das tat, stellte sich dieser Mensch als total freundlich und liebenswürdig heraus. In diesem Augenblick beschloss Bernadette, dass sie von nun an jeden einzelnen Tag etwas besonders Freundliches für einen wildfremden Menschen tun wollte – 366 Tage lang. Was von da an geschah, veränderte ihr Leben.

Der Club der Weltverbesserer – das Buch

Aktivitäten des Clubs der Weltverbesserer

Bernadette hat all ihre guten Taten und die Erlebnisse, die diese zur Folge hatten, auf ihrer Website, bei Facebook und Twitter dokumentiert. Hier kann man auch all die Menschen sehen, die sie dabei kennen- und schätzen gelernt hat. Und sie hat viele Menschen damit inspiriert: 2013 entstand ein Theater-Stück auf Basis ihrer Aktivitäten. Es gab eine Ausstellung zur ihren guten Taten und eine Londoner Galerie organisierte ein Ballon-Happening. Im Mai 2014 erschien ihr Buch „Do Nice. Be Kind. Spread Happy“.

Seit letztem Jahr gibt es dieses Buch auch auf Deutsch unter dem Titel „Der Club der Weltverbesserer“. Bernadette wendet sich darin direkt an Kinder und Jugendliche. In wunderschön gemachten Illustrationen gibt sie 77 Tipps für gute Taten, die man tagtäglich umsetzen kann, um irgend jemanden da draußen glücklich zu machen.

Der Club der Weltverbesserer – das Buch

Mach mit!

Übrigens: Es ist wirklich ganz einfach bei dem Club der Weltverbesserer mitzumachen! Du kannst Dir entweder das Buch kaufen ;-). Oder Du kannst auch einfach loslegen. Denn das einzige, was Du brauchst, um in dieses internationale Netzwerk aufgenommen zu werden, ist eine gute Idee, wie Du ein Lächeln ins Gesicht eines unbekannten Menschen zaubern kannst.

Einige Inspirationen findest Du übrigens auch bei uns auf dem Blog – etwa in dem Beitrag über Random Acts of Kindness (ebenfalls ein Club der Weltverbesserer ;-). Ich meine auf jeden Fall: Es klingt so einfach – und doch brauchen wir immer wieder Vorbilder wie Bernadette Russell, die uns daran erinnern, dass es einzig und allein an uns liegt, diese Welt ein Stückchen besser zu machen. Und dass wir – auch wenn alles manchmal düster und aussichtslos erscheint – doch ganz schön viel mehr tun können, als wir uns gemeinhin so vorstellen.

Also: Gebt euch einen Ruck – und macht mit!

 

Links zum Thema

Der Club der Weltverbesserer: BuchtippDer Club der Weltverbesserer
Bernadette Russell

Knesebeck Verlag
www.knesebeck-verlag.de
ISBN 978-3-86873-770-7
Preis: 12.95 Euro
Bestellen beim sozialen
Online-Buchhanelde Buch7.de

 

Bildquelle: Bernadette Russell
Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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2 Antworten auf "Der Club der Weltverbesserer"

  1. Enttäuscht 2 Jahren ago .Antworten

    Wie kann es sein, dass motivierte Menschen dazu verdammt sind alleine in dieser achso zivilisierten Welt herumzuirren. Gibt es denn überhaupt keine Anlaufstellen um sich mit anderen zusammenzutun und einem Netzwerk beizuwohnen was dynamischer ist als Verbunde, die sich nur auf EIN bestimmtes Themengebiet spezialisiert haben ( Ihr geht doch schließlich aufs ganze oder? und das kann auch erwartet werden !)? Gibt es keine Möglichkeit als Kämpfer für diesen Planeten irgendwo aufzutauchen und willkommengeheißen zu werden, wie ein Bruder oder Schwester der gleichen Bürde?
    Wenn ihr Weltverbessere seit, weshalb kann ich euch dann nicht beitreten? Wieso erlaubt ihr mir nur euer Buch zu kaufen oder eure infovideos anzuschauen von denen es etliche tausende im internet gibt. Sagt, wo ist da der Kampfgeist wenn ihr lediglich darauf hofft das ihr etwas sagt und der rest dann hoffentlich von alleine passiert?
    An eurer Stelle würde ich versuchen möglichst viele konkret in euer Boot miteinzuholen und jetzt mal ganz pragmatisch, über die runden zu kommen schafft so ziemlich jeder aber ernsthaft etwas in bewegung zu setzen schafft man kaum ganz allein.

    • ilona 2 Jahren ago .Antworten

      Hallo liebe/r Wtf, danke für deinen Hinweis. Wenn ich dich richtig verstehe, schwebt dir eine Bewegung vor? Wir träumen auch davon und tun unser Bestes. Aber wie du richtig festgestellt hast, ist es immer ziemlich schwierig, Menschenmengen zu mobilisieren. Nächsten Juni veranstalten wir in Hamburg wieder eine Konferenz für eine bessere Welt. Das wäre eine Möglichkeit sich zu treffen und zu vernetzen. Aber eben auch nur was zeitlich begrenztes. Wir träumen von mehr und sind in dieser Richtung auch aktiv, aber wir wissen nicht, ob uns das gelingt 🙂 Grüße, Ilona

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