#byebyeschweinehund – Tipps für's aktiv werden

#byebyeschweinehund – Tipps für’s aktiv werden

Es gibt so unglaub­lich viel, was ich tun könn­te, um die­se wun­der­ba­re Welt zu einem schö­ne­ren, gerech­te­ren, freund­li­che­ren, fried­li­che­ren Ort zu machen. War­um tue ich es also nicht? Die­se Fra­ge stellt der Rat für Nach­hal­ti­ge Ent­wi­ckung und hat uns zu sei­ner Blog­pa­ra­de #bye­bye­schwei­ne­hund ein­ge­la­den. Da passt es ganz gut, dass wir uns genau die­ser Fra­ge bereits seit vie­len, vie­len Jah­ren stel­len. Hier unse­re Tipps für’s aktiv wer­den … Ich hof­fe, sie inspi­rie­ren dich. Wenn du wei­te­re Ide­en und Erfah­run­gen tei­len möch­test, dann hin­ter­las­se doch ein­fach einen Kom­men­tar!

1. Beginne bei dir

Wie vie­len ande­ren Men­schen ist uns als ers­tes ein­mal auf­ge­fal­len, was ande­re bes­ser machen könn­ten. Wir haben uns gefragt, wie­so nicht alle vege­ta­risch essen, das Auto ste­hen las­sen und Bio ein­kau­fen. Damit kann man sich lan­ge beschäf­ti­gen. Aber bringt es etwas? Ich fin­de: Nein! Des­halb lau­tet mein ers­ter Tipp: Begin­ne bei dir selbst.

Das bedeu­tet, dass du dir lei­der auch unschö­ne Eigen­schaf­ten und einen Teil Mit­schuld an den heu­ti­gen Bege­ben­hei­ten ein­ge­ste­hen musst. Das kann ganz schön hef­tig wer­den – mich zumin­dest hat es teil­wei­se ganz schön gebeu­telt und ich habe vie­le Trä­nen des­we­gen ver­gos­sen.

2. Erkenne deinen wahren Handlungsspielraum

Doch das Gute an die­ser unan­ge­neh­men Selbst­ana­ly­se ist: Wenn du erst ein­mal durch die­ses Gru­sel­tal der Selbst­er­kennt­nis hin­durch bist und dabei nicht ver­zagst, son­dern opti­mis­tisch bleibst und wei­ter­machst, dann dreht sich die Medail­le um. Du erkennst die ande­re Sei­te und siehst auf ein­mal, wie unglaub­lich vie­le Mög­lich­kei­ten du hast, die Welt ein Stück­chen bes­ser zu machen.

Außer­dem weißt du nun ganz genau, war­um du etwas ändern möch­test. Das trägt mei­ner Erfah­rung nach unglaub­lich viel zu dei­ner Moti­va­ti­on bei. Bei­spiel: Ich habe jahr­zehn­te­lang vege­ta­risch und zu rund 80 Pro­zent vegan gelebt. Es gab aber immer noch einen Rest: Kuh­milch und Käse. Ich konn­te mir ein­fach abrin­gen, dar­auf zu ver­zich­ten.

Bis ich mich mit dem The­ma inten­si­ver beschäf­tigt habe. Danach kam es mir über­haupt nicht mehr wie ein Ver­zicht vor. Es war schön, an dem Leid der Müt­ter­kü­he nicht mehr betei­ligt zu sein. Vegan zu leben (und das betrifft ja nicht nur die Ernäh­rung) fühlt sich für mich heu­te unglaub­lich berei­chernd an. Aber eben nur, weil ich weiß, wie viel Leid ich dadurch ver­mei­den kann.

3. Betrachte den Wandel als Experiment

Mir hilft es unge­mein, mein Leben als Expe­ri­ment zu betrach­ten. Das ent­hebt mich so man­cher Stren­ge und der ärgs­ten Sucht nach Per­fek­ti­on – und die macht sich leicht breit, nach­dem man sei­ne eige­ne Mit­schuld am Leid ande­rer erkannt hat … War­um? Weil ein Expe­ri­ment eine Pro­be über einen bestimm­ten Zeit­raum ist. Man kann sagen: Ich pro­bie­re das nun ein­fach mal aus und sehe, was es bringt und wie es mir damit geht.

Dabei ver­su­che ich mir auch die Varia­blen bewusst zu machen (eben wie bei einem ech­ten Expe­ri­ment), um gege­be­nen­falls mein Expe­ri­ment auch ver­än­dern zu kön­nen. Bei­spiel: Ich neh­me mir vor, 3 Mona­te lang mit dem Rad zur Arbeit zu fah­ren. Zwi­schen­durch expe­ri­men­tie­re ich mit unter­schied­li­chen Wegen (=Varia­blen), um zu sehen, was mir am bes­ten gefällt. Viel­leicht erken­ne ich, dass die län­ge­re Stre­cke viel schö­ner ist und ich sie des­halb bei gutem Wet­ter fah­re. Die kür­ze­re an der Stra­ße ent­lang ist die für schlech­tes Wet­ter…

Wenn ich mein Ziel erreicht habe, kann ich inne­hal­ten und über­prü­fen, wie sich mein Expe­ri­ment aus­ge­wirkt hat: Wie geht es mir damit? Wel­che Vor- und Nacht­tei­le hat es für mich? Wie hat es sich auf die Men­schen in mei­ner Umge­bung aus­ge­wirkt? Und wel­che Vor- und Nach­tei­le hat es für die Natur, die Umwelt? Das alles ein­be­zo­gen führt mich zu einem Fazit, das mich ent­we­der moti­viert wei­ter­zu­ma­chen oder mit einem ver­än­der­ten Expe­ri­ment in die nächs­te Run­de zu star­ten.

Übri­gens: Feh­ler gehö­ren expli­zit zu einem Expe­ri­ment dazu. Ein Expe­ri­ment darf schei­tern, sonst wäre es kein Expe­ri­ment. Das trägt mei­ner Mei­nung nach ganz wesent­lich zu einer posi­ti­ve­ren und locke­ren Hal­tung dem eige­nen Ver­än­de­rungs­pro­zess gegen­über bei…

4. Betrachte deine Schritte und Fortschritte

Unse­re Welt ist ziem­lich auf Leis­tung fokus­siert und auf Selb­st­op­ti­mie­rung. Die­sen inne­ren Druck los­zu­wer­den ist mei­ner Mei­nung nach Teil des Wan­dels, den wir durch­lau­fen müs­sen, wenn wir ech­te Lösun­gen in der Welt bewir­ken wol­len. Nun steht das natür­lich im Wider­spruch dazu, dass wir uns und unse­ren Lebens­stil drin­gend ändern müs­sen, wenn wir die Natur beschüt­zen, den glo­ba­len Hun­ger been­den, Frie­den bewir­ken und glo­ba­le Gerech­tig­keit sichern wol­len.

Mei­ner Erfah­rung nach lässt sich bei­des aber doch ver­bin­den. Wenn das gelingt (und es gelingt mir wirk­lich bei­lei­be nicht immer!!!), dann ent­steht ein inne­res Gefühl der Freu­de an der Ver­än­de­rung und Her­aus­for­de­rung. Denn dann gibt es so ein Gefühl der voll­kom­me­nen Frei­weil­lig­keit. Ich tue dann nur noch, was ich wirk­lich will (dazu ist es aber ganz wich­tig, dass ich durch das Gru­sel­tal aus Schritt 1 durch bin) – und nicht, weil ich den­ke, dass es irgend­wer von mir erwar­tet. Noch nicht mal, wenn die­ser »irgend­wer« ich selbst bin.

Eine gute Mög­lich­keit, um dort­hin zu kom­men, ist es, wenn man sich nicht nur sei­ne tat­säch­li­chen Fort­schrit­te bewusst macht – son­dern auch alle Bemü­hun­gen. Wenn es nicht um das Resul­tat geht, son­dern um die Moti­va­ti­on, die zu einer Hand­lung führ­te. Des­halb soll­test du, wenn du das mit dem Expe­ri­ment auf­grei­fen möch­test, dei­ne Bemü­hun­gen und Fort­schrit­te irgend­wie regel­mä­ßig notie­ren. Zum Bei­spiel in ein Tage­buch.

5. Suche die Gemeinschaft

Kaum etwas moti­viert so sehr, wie eine Gemein­schaft Gleich­ge­sinn­ter. Du bist dann nicht allei­ne. Hast Men­schen, die du etwas fra­gen kannst. Oder auch sol­che, denen du eine Ant­wort geben kannst. Man kann sich gegen­sei­tig moti­vie­ren und aus­tau­schen. Man bekommt Wert­schät­zung für sei­ne Bemü­hun­gen und Erfol­ge. Man bekommt Inspi­ra­tio­nen, was noch so alles mög­lich und mach­bar ist.

Des­halb haben Marek und ich schon letz­ten Herbst die Initia­ti­ve »Und jetzt ret­ten WIR die Welt!« (https://jetztrettenwirdiewelt.de) gegrün­det. Sie geht über den rei­nen Jour­na­lis­mus hin­aus und bie­tet vie­le, vie­le Aktio­nen, die dir Schritt für Schritt zei­gen, wie du dein Leben öko-sozia­ler gestal­ten kannst. Außer­dem befin­den Marek und ich uns seit letz­tem Dezem­ber auf einer 18-mona­ti­gen Expe­di­ti­on:

Jeden Monat neh­men wir uns ein ande­res The­ma vor – wie Ernäh­rung, Klei­dung, Ein­rich­tung oder Nach­bar­schaft – und erkun­den, was wir kon­kret tun kön­nen, um fai­rer und umwelt­freund­li­cher zu leben. Das Gan­ze doku­men­tie­ren wir per Video. Also wenn du Lust hast, dann schau doch mal rein und lass dich inspi­rie­ren. Und mel­de dich in der Com­mu­ni­ty an und tei­le dei­ne Ide­en mit uns!

 

Bildquelle: VisualHunt.com
Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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4 Antworten auf "#byebyeschweinehund – Tipps für’s aktiv werden"

  1. Manuel
    Manuel 5 Monaten ago .Antworten

    Ich per­sön­lich kann mich nur dau­er­haft (!) für eine bes­se­re Welt ein­set­zen, wenn es aus Freu­de her­aus tue. Die­sen Start­punkt über­haupt erst­mal zu errei­chen: »Ich bin gut, so wie ich bin« - dar­um geht es in unse­rer sozia­len Bewe­gung für Selbst­Lie­be, Move Meta. Denn erst, wenn in mir Lie­be ist, brin­ge ich Lie­be in die Welt.

  2. Michael Kruse
    Michael Kruse 8 Monaten ago .Antworten

    Dan­ke für die guten Ideen.Ich
    habe aber auch noch wel­che
    zB.Häuser ohne Technik,sich vom
    Strom­netz trennen,Heitzen nur
    mit Holz und Sonne,alternative
    Dämm­stof­fe ‚shift ein Deut­scher
    Smart­pho­ne Her­stel­ler usw.

  3. Doris De Cruz
    Doris De Cruz 9 Monaten ago .Antworten

    Vie­len Dank für die empha­ti­schen Wor­te. Der Auf­bruch »Anders-bes­ser-leben« e.V. hat in sei­nem Netz­werk seit 2004 die Grup­pen­idee als fes­ten Bestand­teil der Ver­än­de­rung zum zukünf­ti­gen und nach­hal­ti­gen bes­se­rem Leben auf­ge­nom­men. Die monat­li­chen Tref­fen wer­den von jeder Grup­pe nach ähn­li­chem Mus­ter gestal­tet. Typisch ist dabei die gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on, im Rede­kreis dem ande­ren Zuhö­ren, sich ein­füh­len und ver­ste­hen.
    Acht­sam­keit und gegen­sei­ti­ge Wert­schätz­schät­zung, brin­gen neben dem Wunsch nach kon­kre­ten Hand­lungs­schrit­ten, ein wun­der­ba­res Gemein­schafts­ge­fühl. Wir tan­zen ger­ne zum Abschluß einen Ulmen­tanz
    sie­he http://www.anders-besser-leben.de und aufbruch-bremen.de

    • ilona
      ilona 9 Monaten ago .Antworten

      Span­nen­des Pro­jekt. Dan­ke für den Hin­weis!

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