“Schüler und Studenten proben Massenaufstand”, titeln die Autoren Margita Feldrapp und David Deißner heute in der Welt-Online heute. Das hört sich schon ziemlich gefährlich an. Doch die beiden setzen noch einen drauf: Sie greifen auch noch ganz tief in die alte Journalisten-Trickkiste und zitieren nicht näher genannte Politiker, die angeblich vor “linker Stimmungsmache” warnen… Darunter ein Bild mit Schülern, die fast hinter einem großen Transparent verschwinden, auf dem steht “Bildungsblockaden einreißen” – wenn das nicht Gewalt, Chaos und Aufstand assoziieren lässt.

Im Folgenden werden die Schülerinnen und Schüler als eine Mischung aus auswendig Lernenden (aber ansonsten nicht selbständig denken könnenden) Strebern und gewaltbereiten Jugendlichen geschildert, die in ihrer grenzenlosen Naivität (die Schüler haben doch gar kein Streikrecht, können keinen wirtschaftlichen Druck ausüben und sollten die Proteste deshalb lieber gleich lassen) am Ende noch von linksgerichteten Propagandisten eingefangen werden könnten.

Ja, meine Damen und Herren – so leicht sollen sich berechtigte Proteste in die Ecke schieben lassen? Pfui, Margita Feldrapp und David Dreißner sollten sich schämen! Sie sollten lieber froh sein, dass die Jugend von heute (a) daran interessiert ist, etwas zu lernen. (b) dies allen in gerechter Weise ermöglichen will und somit soziale Kompetenz unter Beweis stellt. Und (c) sie nicht darauf warten, dass irgend jemand für sie Partei ergreift, sondern vormachen, wie gelebte Demokratie aussieht. Davon könnte sich der eine oder andere eine Scheibe abschneiden! Und dass etwas in Sachen Bildung in Deutschland in Bewegung kommen muss – und sei es durch eine Bewegung von Schülern – das steht wohl außer Frage.