Der Vormarsch des zügellosen Kapitalismus hat auf dem Arbeitsmarkt tiefe Spuren hinterlassen: Die Lohnkluft wächst, ein Teil der Beschäftigten ist finanziell abgestürzt“, schreibt die Frankfurter Rundschau. Sie bezieht sich damit auf eine Analyse von Forschern der Uni Duisburg-Essen. Demnach seien die Realeinkommen von Geringverdienern in den vergangenen Jahren um fast 14 Prozent gesunken. Das seien immerhin ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland! Dagegen könnten Besserverdienende ein reales Plus verbuchen.

Dabei sei der Niedriglohnsektor in keinem anderen europäischen Land so stark gewachsen wie in Deutschland, zitiert die FR die Volkwirtin und Mitautorin Claudia Weinkopf:

„Fragt man in Dänemark Beschäftigte, ob sie von ihrem Lohn leben können, dann verstehen sie die Frage nicht. Sie finden es selbstverständlich, dass sie damit auskommen.“

Das liegt laut Bericht zum einen daran, dass mit der Deutschen Wiedervereinigung ein Heer an Arbeitslosen die Verhandlungsbasis für höhere Löhne deutlich geschwächt hat. Aber es liege aber auch daran – so die Forscher des Berichts –, dass das deutsche Tarifsystem eine große Schwäche habe: Es habe keine Lohnuntergrenzen. Auch die Privatisierung von staatlichen Dienstleistungen habe die Einkommensschere geöffnet. In anderen Ländern, bspw. in Schweden, sei dies nicht geschehen. Gedüngt werde das Ganze von der Agenda 2010.

Den kompletten Artikel kann man hier lesen. Bilder und eine Tabelle mit den durchschnittlichen Brutto-Einkommen unterschiedlicher Berufszweige gibt es bei www.fr-online.de.