Die WM 2010 muss besser werden als die Olympiade

Kaum ist die Olympiade in China rum, da steht auch schon das nächste Sportgroßereignis an, bei dem es auch auf die sozialen Entwicklungen im Land ankommt: die Fußball WM 2010 in Südafrika.

Mit dem Spiel gegen Liechtenstein beginnt morgen der Auftakt für die Qualifikation der Deutschen Nationalmannschaft – ein guter Starttermin auch für Initiativen und Organisationen, die für bessere Lebensbedingungen in Südafrika eintreten wollen. „Trotz enormer Fortschritte gibt es in Südafrika zahlreiche Probleme.

Sei es die steigende Zahl HIV-Infizierter, die unglaublich hohe Rate an Vergewaltigungen, die 1,2 Millionen obdachlosen Kinder oder die Zahl an Gewaltverbrechen“, erklärt Felix Holzapfel, Chef der Werbeagentur Conceptbakery, die nun die Initiative SouthAfricaProject.org ins Leben gerufen hat.

Social Marketing Aktionen

„Wir haben bereits diverse Social Marketing Aktionen umgesetzt“, mein Holzapfel auf die Frage hin, wieso ausgerechnet (ausgerechnet?) eine Werbeagentur eine soziale Initiative ins Leben ruft. So konnten er uns sein Team beispielsweise bei einer Aktion zur Fussball WM 2006 Spenden in Höhe von 30.000 Dollar zusammen bringen, die der Organisation ‚Salus Foundation’ zugute kamen, damit sie eine Schule für finanziell schlecht gestellte Kinder in Indien finanziert hat.

„Die guten Erfahrungen aus vergangenen Projekten sowie unsere Liebe zum Fussball haben uns zu der Idee SouthAfricaProject.org geführt. Denn diesmal wollten wir uns nicht nur auf kurzfristige Aktionen beschränken, sondern möglichst langfristige Effekte erzielen“, meint Holzapfel.

Wir, denen es – trotz Klagen und zum Teil ja auch tatsächlich vorhandener Probleme – doch relativ gut geht, sollten uns einsetzen, meint Holzapfel: „Bestimmte Probleme lassen sich nur lösen, wenn wir bereit sind unseren Wohlstand mit anderen Menschen zu teilen, die unsere Hilfe nötig haben“. Dafür will die Initiative die Menschen – ob Fußballfan oder nicht – sensibilisieren.

Profis aus den Werbeagenturen

Dass die Profis aus Werbeagenturen dafür mit prädestiniert sind ist – in einer Mediengesellschaft – klar. Sie wissen wie Kommunikation und Medien funktionieren. Und für SouthAfricaProjekt.org wollen sie alle Register ziehen: Sie wollen neuartige Wege zur Sammlung von Spenden finden, was sie Micro-Donation oder Micro-Spenden nennen. „Im Rahmen von Social Networks und anderer neuer Technologien für die Abwicklung der Spenden denken wir, dass hier noch einiges Potential brach liegt“, so Holzapfel.

Geplant ist beispielsweise ein Web Video Adventskalender, der auf verschiedenen Web-Video-Plattformen laufen wird. Dabei spenden die Agentur und die Filmer die Hälfte ihrer Gage an das Projekt SouthAfricaProject.org. Außerdem wollen sie eine so genannte Micro-DonationKomponente einbauen – sprich: in den Videos kann Werbung eingeblendet werden. Für jede Werbeeinblendungen fließen einige Cent in den Spendentopf. Mit anderen Worten: je mehr Leute den Film anschauen, umso mehr Spendengelde fließen.

Ubuntu Now

Die Initiative wollen die Werber aber natürlich nicht alleine wuppen. „Wir sind nur ein Baustein eines internationalen Teams, das wir für dieses Projekt zusammengestellt haben“, erklärt Holzapfel. So gibt es bereits ein internationales Experten-Team aus sechs Verantwortlichen, das den Vorstand der dahinter stehenden Organisation Ubuntu Now bildet.

Und so sucht die Agentur nicht nur nach Spendern – sondern auf der einen Seite auch nach interessierten Kommunikationsprofis, die Lust haben, die Kommunikations- und Community-Konzepte mit auszuarbeiten und umzusetzen. Auf der anderen Seite können sich interessierte Anwälte, Lehrer, Therapeuten und ähnliche Profis melden, die die Projekte in die Tat umsetzen können.

Und so kann man – nicht nur, was den Erfolg des Projekt vor Ort in Südafrika angeht – gespannt bleiben. Auch die Ideen, Wege und Konzepte, die sich das Team für das Fundraising und die Öffentlichkeitsarbeit ausdenken wird, werden sicherlich für viele andere Initiativen und Organisationen spannend und inspirierend werden.