Dann mal hoch die Flaschen: Die Flensburger Brauerei wird ihr Markenzeichen, den “Plop” beim Öffnen der Flasche, neu auflegen. Das Unternehmen entwickelt einen neuen Bügelverschluss mit optimierten Eigenschaften hinsichtlich Funktionalität, Lebensdauer und Qualität. Das Land fördert das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro aus dem Programm “Betriebliche Innovationen” (LIFE PR) Oh je oh je – auch das noch. Auch wenn die Meldung schon ein paar Tage alt ist, so stoße ich doch immer wieder und an ganz unterschiedlichen Stellen auf diese kuriose Geschichte. Da ist eine Brauerei der Meinung, dass ihr geliebtes Marketing-Plop irgendwie nicht mehr so richtig zeitgemäß sei. Eine Neukonstruktion des Bügelverschlusses soll her, soll für einen zeitgemäßen Sound sorgen und das Land greift in die Tasche. Eine betriebliche Innovation – natürlich…

Also, wenn es sonst keine Sorgen im Ländle gibt, dann sicher eine prima Sache. Aber wie sieht es denn mit den anderen Brauereien aus – denen ohne Plop – bekommen die auch Geld? Stiftet die EU dazu? Gibt es denn keine Bedürftigen in der Region, die das Geld wirklich gebrauchen, keine Kleinunternehmen die um ihr Überleben kämpfen, keine Arbeitslosen und alten Menschen die nicht mehr wissen, wie sie mit Harz IV oder Rente über die Runden kommen? Gibt es sonst keine Not? Selbstverständlich, Bier ist gesund und es ist ein Kulturgut, aber es bleibt Alkohol und der kann doch nicht wichtiger sein, als sich um die eigentlichen Schwierigkeiten zu kümmern? Mal nebenbei, woher hat denn das Land seine Spende – etwa aus dem Steuersäckle, in das auch diejenigen zu zahlen haben, die es kaum können?
Das alles wäre ganz schön komisch, wenn es nicht ganz schön traurig wäre.

Quellen:
LIFE PR
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