Folge 17 – Armut

In unserer Podcast-Reihe nehmen wir uns jedes Mal einen Begriff vor, der uns aktuell beschäftigt. Dieses Mal geht es um den Begriff “Armut”.

In unserer Leistungsgesellschaft hat wer arm ist einen schweren Stand. Arm wird nur, wer faul, arbeitsscheu und irgendwie wohl selbst daran Schuld ist – so die einfache Erklärung. Kein Wunder, dass drohende Armut Menschen verzweifeln lässt. Konkurrenz, Misstrauen und Unterwerfung in schlimmsten Arbeitsbedingungen fördert. Mehr noch: Armut kann eine ganze Gesellschaft vergiften, den Zusammenhalt zerstören und radikale politische Kräfte stärken. Doch was lässt sich dagegen tun?

Wer mit weniger als 1,90 US Dollar am Tag auskommen muss, lebt nach Definition der Weltbank in absoluter Armut. Immerhin 767 Millionen Menschen weltweit. In Deutschland verfügen 20 Prozent über weniger als 60 Prozent vom Durchschnittseinkommen – 1.301 Euro. Doch neben der finanziellen gibt es noch weitere Arten Armut, die die Menschen daran hindern am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ein Teufelskreislauf. Denn während wir uns um unseren eigenen Wohlstand sorgen, sind wir darauf angewiesen, dass andere Menschen überall auf der Welt ihn gewährleisten. Doch haben diese nicht auch ein Recht darauf? Müsste es in einer gerechten Welt nicht Wohlstand für alle geben? Wie sähe diese Welt aus? Was müssten wir dafür geben und was würden wir womöglich dafür bekommen? Ein schwieriges, aber wichtiges Thema, das uns alle angeht.

Wir sind dankbar für dein (konstruktives) Feedback, deine Eindrücke und Gedanken zur Episode und unserem neuen Format. 

Ilona und Marek

Buchtipp

“‘Der Titel dieses Buches ist Die Seele des Geldes, aber eigentlich geht es um unsere eigene Seele: wie und warum wir sie oft vernachlässigen, verfinstern lassen oder gar gefährden in unserer Beziehung zu Geld auf all den Wegen, wie wir zu Geld kommen, es benützen und ausgeben. Manchmal versuchen wir, das Nachdenken über Geld zu vermeiden. Dieses Buch aber handelt davon, wie wir eine neue Freiheit, Wahrhaftigkeit und Freude in unserer Beziehung zu Geld finden können.”

Lynne Twist
Die Seele des Geldes
Verlag am Goetheanum
ISBN 978-3723512494
268 Seiten
11,99 €

Lesetipp “Dritte Welt”

Dieser Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung erklärt kurz und knapp den Begriff “Dritte Welt”, und zeigt, warum dieser problematisch ist.

Lesetipp: “Armutsgrenze in Deutschland: Ab wann ist man offiziell arm?”

Der Blog desired fasst auf übersichtliche Weise Zahl und Fakten zum Thema Armut zusammen und nähert sich den Fragen: Ab wann ist man eigentlich arm? Und wann ist man offiziell reich? 

Lesetipp:

Die Seite von Aktion Deutschland Hilft über die drei Formen von Armut – die absolute, relative und gefühlte. Die Organisation erklärt, was diese gemein haben: “Es geht um die ungleiche Verteilung von Chancen für Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.”

Auf dieser Seite findet Ihr auch die sehr eingängige Grafik zum “Kreislauf der Armut”. Bildquelle: Kreislauf der Armut | bpb, Aktion Deutschland Hilft

Lesetipp: “Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich”

Dieser Artikel zeigt die erschreckende Diskrepanz zwischen den Einkommen auf: “Die Zahlen des Ökonomen Gabriel Zucman beinhalten politischen Sprengstoff: Die Reichen werden auf Kosten der Armen immer reicher – und das seit Jahrzehnten”.

Mehr Müll als je zuvor

2019 veröffentlichte das Bundesumweltamt traurigen Sachverhalt: “In Deutschland fällt immer mehr Verpackungsmüll an. 2017 waren es knapp 230 Kilo pro Person“. Während die Zahl 1994 noch bei “nur” 1.4 Mio. Tonnen lag, wurden 2015 knapp 5.9 Mio. Tonnen gezählt. Auf tagesschau.de findest du die beeindruckende Grafik. Und das ist nur der Verpackungsmüll ind Deutschland. Die Weltbank spricht in ihrer Studie: “What a Waste 2.0” aus dem Jahr von 2018 von einer Steigerung des globalen Mülls bis 2050 um 70 Prozent!

Eine Welt ohne Geld

In dieser kurzen Sequenz aus Star Trek erklärt Captain Picard einer Frau aus der Vergangenheit, warum man das Konzept des Geldes verworfen hat: “Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben”.

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Buchtipp

Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel der Ökonomie aufzuschlagen, denn der Planet steht kurz vor dem Kollaps. Kate Raworth tut dies und weist mit dem Donut-Modell einen revolutionären Weg aus der Krise, der Kapitalismus, Ökologie und soziale Grundrechte auf brillante Weise vereint. Seit seiner Erfindung macht der Donut Furore. Die Form des Donut steht für den sicheren Ort der Menschheit. Nach außen übertreten wir ihn etwa durch den fortschreitenden Klimawandel, nach innen müssen wir das soziale Fundament unserer Gesellschaft stärken, um in die Donut-Maße zurückzukehren. Die Donut-Ökonomie wird gerade zur Bewegung, sie rüttelt auf und macht Mut für die Zukunft!

Kate Raworth
Die Donut-Ökonomie – Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
978-3446258457
416 Seiten
24,- €

Besuch bei Anne Donath, 2012

“Nach vielen Reisen in der algerischen Sahara wagte Anne Donath den Sprung in ein neues Leben und trennte sich von allem, was man nicht wirklich braucht. Seitdem macht sie in ihrer Holzhütte, versteckt zwischen Weinreben und Rosen, ihren persönlichen Traum wahr — ohne Strom, Telefon, Heizung und Fernsehen. Einen Tag in der Woche geht Anne Donath arbeiten, die restliche Zeit verbringt sie damit, zu leben und die Welt zu bereisen.” (Exclusiv im Ersten, via YouTube / Felix Supertramp)

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Einzelhandel befürchtet 50.000 Insolvenzen

tagesschau.de berichtet über mögliche 50.000 Insolvenzen und ausgestorbene Innenstädte, durch die Corona-Krise.

Buchtipp

Wie funktioniert die Akkumulation und Distribution von Kapital? Welche dynamischen Faktoren sind dafür entscheidend? Jede politische Ökonomie umkreist die Fragen nach der langfristigen Evolution von Ungleichheit, der Konzentration von Wohlstand und den Chancen für ökonomisches Wachstum. Aber befriedigende Antworten gab es bislang kaum, weil geeignete Daten und eine klare Theorie fehlten. In “Das Kapital im 21. Jahrhundert” untersucht Thomas Piketty Daten aus 20 Ländern, mit Rückgriffen bis ins 18. Jahrhundert, um die entscheidenden ökonomischen und sozialen Muster freizulegen.

Thomas Piketty
Das Kapital im 21. Jahrhundert
C.H.Beck
978-3406671319
816 Seiten
29,95 €