Mit einer aktuellen Studie warnt die Umweltschutzorganisation vor den neuen EU-Pestizid-Grenzwerten, die ab Anfang September gültig werden. Mit ihnen kann künftig stärker belastetes Obst und Gemüse in deutschen Supermärkten und Gemüseläden landen. Das könne – so habe eine Studie von Greenpeace und der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000 ergeben – zu akuten und chronischen Gesundheitsschäden führen. Vor allem bei Kindern.

Greenpeace schreibt: “Für die Studie wurden die 170.000 von der Kommission festgelegten Pestizidgrenzwerte nach EU-eigenen Maßstäben überprüft. Bei 570 Grenzwerten von Obst und Gemüse wird die Akute Referenzdosis (ARfD) für Kinder überschritten. Besonders betroffen sind Äpfel, Birnen und Trauben: Fast 10 Prozent der Grenzwerte für diese Sorten sind potentiell gesundheitsschädigend für Kinder.

Auch langfristige Schäden sind möglich: Bei 94 EU-Grenzwerten wird die Akzeptable Tägliche Aufnahmemenge (ADI) nicht eingehalten. Beim Überschreiten der ADI sind chronische Gesundheitsschäden wie Krebs, Fortpflanzungsstörungen oder Hormonstörungen möglich. ARfD und ADI sind toxikologische Basisdaten, die verbindlich bei der Grenzwertfestlegung berücksichtigt werden müssen”.

Schon 20 Gramm Trauben – also gerade einmal 5 Beeren – könnten für ein 16,5 Kilogramm schweres Kind damit schon gesundheitsschädlich werden, wenn der Grenzwert für Procamidone vom Herstekker ausgeschöpft wird, meint Greenpeace. Beim Höchstwert von Methomyl wären dies zum Beispiel 40 Gramm Apfels oder 50 Gramm Pflaumen.

Die Greenpeace-Studie stützt auch die von der Umweltorganisation PAN Europe vor dem Europäischen Gerichtshof eingereichte Klage gegen die EU-Kommission. Die Behörde hatte zuvor einen Antrag von PAN auf eine Überarbeitung der unsicheren Pestizidgrenzwerte abgelehnt.

Quelle: www.greenpeace.de