Wer die alternative Medienszene entweder aktiv nutzt oder sie sogar mit gestaltet, der weiss in der Regel auch, dass die klassischen Medien aufgrund ihrer Hoheitsgewalt irgenwie nie die ganze “Wahrheit” sagen – dass sie über vieles, was viele interessieren würde, nicht berichten.

Dass oft immer wieder die gleichen Menschen und Unternehmen zu Wort kommen. Und dass die Programmgestaltungen nicht ganz frei von wirtschaftlichen oder politischen Interessen ist. Aber: Was setzten uns die klassischen Medien denn eigentlich so genau vor?

Die Medien und Journalisten in Deutschland sind ja bekanntermaßen nicht so wahnsinnig medienkritisch. Ein Marcel Reich-Ranicki – mag er nun Recht haben oder nicht – fällt schon ziemlich auf. Hier wird man die Antwort auf solche Fragen wohl nicht finden. Wer sich mal auf die Suche nach kritischen (wissenschaftlichen) Medienanalysen macht, wird ebenfalls bald fest stellen, dass es gar nicht so einfach ist, Stichhaltiges zum Thema zu finden. Kurz und gut: die kritische Auseinandersetzung in Deutschland scheint nicht gerade zu brodeln.

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Wir haben aber doch etwas gefunden: politik.digital.de veröffentlicht ab Oktober monatlich die Analysen der ARD-ZDF-Medienkommission. Dieser so genannte InfoMonitor soll die wichtigsten Nachrichtenangebote im deutschen Fernsehen aufschüsseln und deren Themen aller Beiträge nach Inhalt, Ereignis, Sendedauer, Häufigkeit und Platzierung untersuchen. Es stellt beispielsweise die Top-Themen pro Monat zusammen. Es zeigt, welche Partei und welcher Politiker wie oft in den Nachrichtensendungen genannt wurde. Und es bildet die Themenstruktur verschiedener Sender ab.

So ganz interessenfrei könnte auch diese Analyse zwar nicht sein – aber zumindest schon mal ein Puzzlesteinchen für alle Interessierten zum Weiterlesen, -forschen, -denken und -kritisieren…

Infos: www.politik-digital.de