Wer liebt, schiebt

Greenpeace hat anlässlich der IAA die umweltfreundlichkeit aktueller Automobile untersucht und ist zu dem wenig überraschenden Ergebnis gekommen: “Die Autohersteller möchten sich auf der IAA für Selbstverständlichkeiten wie der Start-Stopp-Automatik feiern lassen, die seit langem Stand der Technik sind”, so Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte von Greenpeace.

“Sie versuchen mit Scheinlösungen wie Hybrid- oder Gasantrieb vorzutäuschen, ihre Autos seien klimafreundlich geworden. Der Kraftstoffverbrauch der meistverkauften Modelle wird aber nur um Zehntelpunkte hinter dem Komma verringert”.

Seit Jahren haben die Automobilhersteller laut Spiegel online bereits versprochen, den Kraftstoffverbrauch zu senken. An den Autokäufern kann es nicht liegen: Eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass fast sechzig Prozent der Deutschen beim Kauf eines neuen Autos bereit wären, für den Klimaschutz auf Motorleistung zu verzichten.

Wie das aussehen kann, soll Greenpeace bereits vor elf Jahren gezeigt haben: damals haben die Umweltschützer einen Renault Twingo zu dem Konzeptauto SmILE (small, intelligent, light, efficient) so umgebaut, dass er nur noch halb so viel Sprit wie das Original verbraucht. Das Konzept nutze vorhandene Technik, verusache keine zusätzlichen Kosten und verringere weder die Fahreigenschaften noch die Sicherheit.

Also frag ich mich natürlich: wieso ist der Klima- und Umweltschutz nur in der Autowerbung angekommen und nicht im Produktdesign?