Dankbarkeitsüberlegungen zum Erntedank-Fest: Dankbarkeit macht froh und glücklich – also nutzt diesen Tag, auch wenn euch etwas krumm kommt…

Ernte, nein danke?!?

Das Erntedank-Fest ist der Tag im Jahr, an dem die Menschen sich ihre Dankbarkeit für all das Obst, Getreide und Gemüse, den Honig und vieles mehr bewusst machten, die ihnen die Natur geschenkt hatte. Natürlich fällt der Tag nicht ohne Grund in den Herbst – die Jahreszeit, in der die meisten Früchte reif werden und die Belohnung für all den Fleiß und die Mühen winken.

Doch vielen – so scheint es zumindest – ist der Bezug zu diesem Fest ziemlich abhanden gekommen. Kein Wunder: Kann man doch im Supermarkt zu jeder Jahreszeit alles Erdenkliche kaufen. Und wer nicht gerade einen Garten sein eigen nennt, in dem er oder sie eigenes Obst und Gemüse heranzieht, der merkt eigentlich kaum noch etwas von dem Werden und Vergehen der Jahreszeiten.

Hässliches Erntlein: Erntedankfest im Konsumkulturhaus LOKAL, Hamburg

Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft

Vielleicht ist es deshalb auch kein Wunder, dass wir in Deutschland so überaus sorglos mit unseren Nahrungsmitteln umgehen: Über die Hälfte aller Lebensmittel landen hierzulande auf dem Müll! Das liegt unter anderem an unserem ineffizienten Handelssystem: Auf der einen Seite erwarten wir stets ein Überangebot. Bäcker sind beispielsweise oftmals durch ihre Mietverträge gezwungen bis abends volle Regale anzubieten – nach Feierabend landet der Überfluss dann im Müll.

Auf der anderen Seite soll alles immer hundertprozentig frisch und attraktiv sein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum – von den Lebensmittelherstellern mehr oder weniger nach Gutdünken festgelegt – verkürzt sich dadurch immer mehr. Darüber hinaus landen über vierzig Prozent des Obst und Gemüses gar nicht erst im Laden: Alles, was zu klein, zu groß, zu krumm oder zu lang ist, nimmt der Handel nicht auf – es passt nicht in die Norm und bleibt oft einfach auf dem Feld liegen oder am Baum hängen.

Hässliches Erntlein: Erntedankfest im Konsumkulturhaus LOKAL, Hamburg

Hässliches Erntlein

Genau diese Früchte und Gemüse wurden heute in Hamburg allerdings ganz groß gefeiert! Unter dem Motto >>Hässliches Erntlein<< fand im Konsumkulturhaus LOKAL (www.lokal-hamburg.de) in Hamburg-Altona ein Fest der krummen Sinne statt: Im sogenannten Ladenlokal konnte man für einen Euro das Kilo allerhand Krummes von der Karotte über Kartoffeln und Topinambur bis hin zu Äpfeln und Birnen kaufen.

Eine Ausstellung zeigt Wissenswertes zu unserer Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft. Im Restaurant gab es Gemüsesuppe und Kuchen aus liegen gebliebenem. An einer Einmach-Station konnte man (auch Mitgebrachtes) einmachen. Und im Vortragsraum gab es Diskussionen und einen Film über die Art unseres Lebensmittelkonsums.

Übrigens: Wir haben in einem früheren Artikel einmal ein paar Projekte und Initiativen zusammen getragen, die sich für krummes Gemüse und gegen die Lebensmittelverschwendung einsetzen.

Hässliches Erntlein: Erntedankfest im Konsumkulturhaus LOKAL, Hamburg

Was ist Deine Ernte?

Es gibt aber auch noch eine zweite Bedeutung, die das Erntedankfest haben kann – und auch hier tun wir uns in unserer Gesellschaft in der Regel schwer: Die Rede ist von der Dankbar all dessen, was wir an Nicht-Materiellem ernten dürfen. Denn wenn der Sommer vorbei ist, die Tage wieder kürzer werden, man sich mit Tee und Kerzen zurück ziehen möchte… dann ist es für uns eine gute Zeit inne zu halten und eine erste Bilanz des Jahres zu ziehen.

Was hat uns dieses Jahr bereits geschenkt? Was waren unsere größten Erfolge und woran sind wir gescheitert? Was haben wir daraus gelernt? Und wie können wir das für unseren weiteren Lebensweg nutzen? In der Endlosschleife zwischen Planen und Tun gefangen, nehmen wir uns viel zu selten die Zeit und Muse, um uns in Ruhe das vor Augen zu führen, wofür wir so richtig dankbar sind!

Wenn Du dagegen etwas tun willst – dann man doch eine kleine Dankbarkeitsübung!

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