Der Digital Independence Day - weg von den Big-Tech-Monopolen hin zu demokratiefreundlichen Anbietern!

Der Digital Independence Day oder auch DID

Die „entspannte Rebellion“ verspricht der Digital Independence Day – kurz auch DID genannt. Jeden ersten Sonntag im Monat kannst du gelassen und locker von einem Big-Tech-Monopol zu einer demokratiefreundlichen Alternative wechseln. Das Team des Digital Independence Day hilft dir dabei!

Marek hat es ja schon mehrfach beschrieben (hier, hier oder hier), dass uns die totalitären Absichten der Big-Tech-Giganten mehr und mehr zu schaffen machen. Wir wollen da nicht mehr mitmachen. Doch so einfach ist das nicht. Ich weiß nicht, ob du es schon mal versucht hast. Vermutlich ist es bei dir auch nicht so einfach. Zum Beispiel beschrieb eine Wissenschaftlerin, die von X nach dem Verkauf wegwollte, wie schwierig bis unmöglich es war, ihr internationales Kontaktnetzwerk woanders wieder aufzubauen.

Eingesperrt von den Tech Bros

Das ist leider auch eine (gewollte) Wirkung der Big-Tech-Plattformen. Sie wollen uns möglichst fest an ihren „Service“ binden. Früher (also in den 1990ern und auch noch in den 2000ern) waren „proprietäre Systeme“ richtig pfui! Niemand wollte eine Software haben, aus der man nicht Dateien so exportieren konnte, dass man sie mit anderen Programmen nutzen kann – egal, ob es jetzt um Text-Dokumente, Bild-Formate oder E-Mails ging. Software-Hersteller, die das versucht haben, wurden schnell dafür zerrissen.

Diese Zeiten sind vorbei. Ich weiß noch, wie merkwürdig ich es fand als Instagram neu war, dass man keine Links nach draußen setzen konnte. Damals dachte ich: „Mensch, das macht doch keiner mit, wenn man sich nicht vernetzen kann“. Doch da habe ich mich getäuscht! Das Bewusstsein, dass Offenheit eine gute Sache ist, scheint heute nicht so weit verbreitet. Oder vielleicht schon, aber die Leute wissen nicht, was sie gegen das Eingesperrtsein machen sollen? Nun, wenn es dir so geht, dann habe ich eine gute Idee: Mach beim Digital Independence Day mit!

Was ist der Digital Independence Day?

Jeden 1. Sonntag im Monat laden Organisationen in unterschiedlichen Städten zum Wechseln der Plattformen und Systeme ein. Der Digital Independence Day – oder kurz auch DID genannt – die „entspannte Rebellion“. Das gefällt uns als Good Rebels natürlich! Fachkundige Leute zeigen dir hier in Real Live, wie du zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen wechseln und dir deine digitale Unabhängigkeit zurückholen kannst!

  • Libre Office statt Microsoft?
  • Wero statt Paypal?
  • Firefox statt Chrome?
  • Ecosia statt Google?
  • Buchladen statt Amazon?
  • Mastodon statt X?
  • Signal statt Whats App?

Das Team des Digital Independence Day entwickelt fortlaufend so genannte Wechselrezepte. Diese findest du übrigens auch online.

Warum ist digitale Unabhängigkeit noch mal wichtig?

Bei der digitalen Unabhängigkeit geht es natürlich nicht nur um dich allein und deine Netzwerke. Es geht auch darum, dass diese Unternehmen Quasi-Monopole aufgebaut haben. Das gibt ihnen eine enorme Macht. Sie kontrollieren, was wir sehen, sagen oder teilen können. Und beobachten alle unsere Regungen, werten sie aus, analysieren sie und verkaufen die daraus gewonnenen Einsichten. Ohne unser Wissen. Und wir können nichts dagegen tun.

Das ist nicht nur für dich ein Problem, sondern auch für unsere Gesellschaft. Denn wenn wenige Konzerne mit ihren Algorithmen bestimmen, welche Informationen wir sehen können und welche nicht, dann bestimmen sie auch über unsere Meinungsbildung, unsere Debatten und damit letztlich über unsere demokratischen Prozesse. Der Brexit oder der Aufruhr rund um die Wahl der Verfassungsrichter*innen im Sommer 2025 haben das gezeigt.

Digitale Unabhängigkeit heißt laut DID deshalb: „mehr Selbstbestimmung, mehr Transparenz, mehr Resilienz und mehr Verantwortung. Sie stärkt Individuen, schützt die Vielfalt unserer Gesellschaft und sorgt dafür, dass Technologie uns dient – und nicht umgekehrt.“

Du musst dein Leben nicht ändern

Nein, wie oben schon geschrieben: es soll entspannt zugehen bei der Rebellion des Digital Independence Day. Es reicht also, wenn du dir einmal im Monat – eben immer am ersten Sonntag – ein kleines bisschen Zeit nimmst, um mit netten Leuten zusammen (oder auch alleine für dich) einen kleinen Wechsel vorzunehmen. Du musst nicht gleich alles verändern. Selbst die Organisationen hinter dem Digital Independence Day sagen von sich, dass sie nicht in allen Bereichen schon hundertprozentig gewechselt sind – auch sie sind auf dem Weg.

Deshalb: starte erstmal mit einem Wechsel – und vielleicht sogar mit einem besonders leichten. Just for fun! Etwa hin zu einem alternativen Browser oder einer europäischen Suchmaschine. Dann kannst du dich einen Monat lang dafür loben und dich langsam auf den nächsten DID vorbereiten, wo du wieder was änderst. Oder vielleicht auch nicht. Einen Monat aussetzen, ist auch okay. Du hast ja im Monat drauf wieder die Gelegenheit!

Ich hoffe, ich konnte dich überzeugen. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten DI.day 😉

P.S. Der DID wird im Deutschen übrigens auch DUT genannt. Ausgeschrieben bedeutet das „Digitaler Unabhängigkeitstag“. Möglich ist beides. Die Initiator*innen haben sich für die englische Variante entschieden, weil sie den DID international erfolgreich machen wollen. Wenn du den DID oder DUD in deinem Netzwerk verbreiten möchtest (was super wäre!), dann kannst du die Hashtags #DIDit und #DUTgemacht verwenden :-).

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

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