Draußen liegt Hamburg unter einer dicken Schneedecke. So kenne ich die Stadt gar nicht. Doch dieser Jahresbeginn lädt dazu ein, innezuhalten, in sich zu gehen und neue Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung zu finden – gerade in Zeiten, die von Unsicherheit, Gewalt und Herausforderungen geprägt sind.
In diesem Blogpost beschreibe ich, was mir persönlich Hoffnung schenkt und wie wir diese Kraftquelle nutzen können, um uns für eine bessere Welt zu engagieren. Dabei geht es nicht nur um die Motivation Einzelner. Mir geht es auch darum, wie wir uns gegenseitig ermutigen und Hoffnung schenken können. Zum Beispiel durch zivilgesellschaftliches Engagement: Wie es Gemeinschaft stärkt, Demokratie fördert und nachhaltige Veränderungen möglich macht. Entdecke mit mir Wege, wie du im neuen Jahr aktiv werden willst – für mehr Solidarität, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit.
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – egal wie es ausgeht.“ Václav Havel
Dieses Zitat erinnert daran, dass Hoffnung eine innere Haltung ist, die uns auch in unsicheren Zeiten trägt und motiviert, aktiv zu bleiben. Denn Hoffnung ist nicht einfach nur die naive Vorstellung, dass alles (auch wenn ich nichts tue) irgendwie gut ausgeht. Das wäre vielleicht Optimismus. Nein, Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung ist eine uns innewohnende Kraft, die auf ein besseres Leben in der Zukunft zielt – und sich dafür aktiv einsetzt.
Hoffnung ist mehr als ein Gefühl
Hoffnung ist für mich daher mehr als nur ein Gefühl. Sie ist eine Entscheidung, ein Anker in stürmischen Zeiten und der Motor, der mich antreibt, nicht aufzugeben. Gerade wenn die Welt komplexer und oft auch düster erscheint, brauchen wir alle diese Kraftquelle, um nicht in Resignation zu verfallen.
Neulich habe ich einen interessanten Podcast zum „Das Prinzip Hoffnung“ gehört– dem legendären Klassiker des Philosophen Ernst Bloch. Seine zentrale Idee ist die der „konkreten Utopie“: Unsere Vorstellung von einer gerechteren Welt müsse sich an den realen Möglichkeiten praktischer Veränderungen orientieren und nicht an unseren bloßen Wunschbildern.
In seinem Buch zeigt er in vielen Alltagsbeispielen, wie Tagträume und Utopien diese gerechtere Welt sichtbar machen und zu kollektivem Handeln motivieren können. Seine zentrale Botschaft: wir Menschen sind verpflichtet zu hoffen und danach zu handeln. Nur so kann eine solidarische, friedlichere und von Ausbeutung befreite Welt entstehen.
„Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.“ „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“ Ernst Bloch
Hoffnungslosigkeit ist also keine Option. Dies wäre die Kapitulation vor all den Kräften und Mächten in dieser Welt, die derzeit das Recht des Stärkeren durchsetzen. Die, die die für uns wichtigen Werte wie Menschlichkeit, Gerechtigkeit und den Schutz des Lebens mit Füßen treten. Sich hoffnungsvoll für diese Werte einzusetzen ist immer richtig – egal, ob wir damit die Erfolge erzielen, die wir uns wünschen oder nicht.
Deshalb ist Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung auch ein Akt des Widerstands gegen Resignation und Ohnmacht. Sie fordert mich heraus, mutig zu sein, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und für meine Werte einzustehen. Denn nur wer Hoffnung lebt, kann auch andere inspirieren und gemeinsam mit ihnen eine bessere Welt gestalten. Diese Hoffnung als Kraftquelle zu behalten, fällt mir nicht immer leicht. Aber wir können und müssen dies meiner Ansicht nach lernen und üben!
Was gibt dir Hoffnung?
Wie also lernen wir, voller Hoffnung zu sein und zu bleiben – egal was kommt? Für mich persönlich ist Hoffnung eng verbunden mit dem Glauben an die Kraft des Einzelnen und die Macht von Solidarität und Gemeinschaft. Mir schenken die Geschichten von Menschen Hoffnung, die sich von Widrigkeiten nicht entmutigen lassen und trotzdem aktiv werden und bleiben. Ihre Geschichten zeigen mir, dass Veränderung möglich ist. Und dass ich weit mehr bewegen kann, als ich vielleicht denke, wenn ich Verantwortung übernehme.
Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung entsteht für mich aber auch aus dem Bewusstsein, dass wir nicht allein sind. Wenn ich sehe, wie unglaublich viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren, Initiativen gründen oder sich politisch einbringen, dann wächst in mir die Überzeugung, dass wir gemeinsam viel bewegen können. Diese Verbundenheit mit Gleichgesinnten gibt mir viel Mut und Energie. Auch wenn es eine „Bubble“ und „Echokammer“ ist, so ist mir die Zeit mit Gleichgesinnten deshalb immer auch wichtig.
Darüber hinaus schenkt mir die Natur sehr viel Hoffnung. Sie wertet nie. In der Natur ist einfach alles, wie es ist. Und das Leben setzt sich immer durch – egal, welche Krisen es zu überstehen hat. Wenn wir lernen, unsere Verbindung zu unserer natürlichen Mitwelt wirklich zu spüren und zu erkennen, dass wir ein Teil davon sind und sie ein Teil von uns, dann wissen wir, dass das Ganze so viel größer ist. Viel größer und mächtiger, als ein einzelner Mensch oder auch eine Gruppe von Menschen jemals sein könnte – und sei sie in unseren menschengemachten Systemen (wie Staaten oder Wirtschaftssystemen) noch so mächtig, zerstörerisch und gnadenlos.
Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung und zivilgesellschaftliches Engagement
Zivilgesellschaftliches Engagement ist ein kraftvolles Instrument, um gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Es stärkt die Gemeinschaft, indem es Menschen zusammenbringt, die sich für gemeinsame Ziele einsetzen. Diese Verbundenheit schafft Solidarität und Vertrauen – wichtige Grundlagen für eine demokratische Gesellschaft. Das hat auch die Wissenschaftlerin Erica Chenoweth herausgefunden: wenn sich auch nur 3,5 % einer Bevölkerung ernsthaft engagieren, können sie einen echten Wandel bewirken.
Engagement fördert die Demokratie, weil es Menschen ermutigt, ihre Stimme zu erheben und aktiv an politischen Prozessen teilzunehmen. Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Austausch und von der Vielfalt der Meinungen. Wenn Bürgerinnen und Bürger sich engagieren, schützen sie die demokratischen Werte und machen sie lebendig. Und vor allem: sie stärken gegenseitig ihre Hoffnung!
Darüber hinaus kann zivilgesellschaftliches Engagement nachhaltige Veränderungen bewirken. Es ist oft der Motor für soziale Innovationen, die auf lokaler Ebene beginnen und sich dann ausweiten. Ob im Umwelt- oder Sozialbereich – durch gemeinsames Handeln entstehen Lösungen, die langfristig wirken und das Gemeinwohl stärken.
Nicht zuletzt zeigt Engagement, dass jede und jeder Einzelne eine Rolle spielt. Es nimmt den Menschen das Gefühl von Ohnmacht und verwandelt es in aktive Gestaltung und Selbstwirksamkeit. So wächst aus Tatkraft echte Hoffnung, die unsere Gesellschaft Schritt für Schritt verändert.
Wege zum aktiven Engagement im neuen Jahr
Das neue Jahr bietet geradezu überwältigend viele Gelegenheit, um aktiv zu werden und sich für eine bessere Welt einzusetzen. Dabei gibt es viele Wege, wie du mitmachen kannst – je nach Zeit, Interesse und Möglichkeiten. Wichtig ist sein erster Schritt: Lass deine Hoffnung als Kraftquelle für Veränderung wachsen und entscheide dich bewusst für ein Leben mit Engagement.
Eine Möglichkeit ist das Ehrenamt in lokalen Initiativen oder Vereinen. Hier kannst du direkt vor Ort etwas bewegen. Etwa im Umweltschutz, in der Flüchtlingshilfe oder in sozialen Projekten. Es muss aber auch gar nicht immer ein politisches Engagement sein. Auch in einem Sportverein, in einer Bücherei oder einem Tierheim kannst du viel für den Zusammenhalt, die offene Gesellschaft und die Demokratie tun. So ein Engagement stärkt die Gemeinschaft und gibt dir persönliche Erfüllung und neue Perspektiven.
Doch natürlich ist auch politisches Engagement ein wichtiger und wirkungsvoller Weg. Mach doch bei Demonstrationen zu Themen mit, die dir am Herzen liegen. Schreib einen Protestbrief (hier findest du eine Anleitung). Oder arbeite in einer Bürger*innenbewegungen mit – so kannst du durchaus Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.
Fazit: Hoffnung entsteht, wenn wir sie uns machen!
Hoffnung ist der Motor, der uns alle antreibt, uns auch in schwierigen Zeiten für eine bessere Welt zu engagieren und nicht aufzugeben. Sie gibt uns die Kraft, mutig zu sein und für eine bessere Welt einzustehen. Dabei ist es wichtig, diese Hoffnung nicht nur als individuelles Gefühl zu verstehen, sondern auch als eine gemeinschaftliche, wichtige Ressource, die du aktiv mit erzeugen kannst.
Zivilgesellschaftliches Engagement zeigt uns, wie wir als Gemeinschaft stark sein können. Es fördert Demokratie, schafft Solidarität und ermöglicht nachhaltige Veränderungen. Wir alle können dazu beitragen – durch kleine oder große Schritte, im Alltag oder politisch.
Das neue Jahr ist eine Einladung, diese Kraftquelle zu nutzen und aktiv zu werden. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und eine demokratische Gesellschaft einzutreten. Wenn du dich nun fragst, wie du loslegen oder weitermachen kannst, dann schau doch mal in unseren Post „Finde dein Engagement“ rein.
Mach mit: Trainiere deine Hoffnungsfähigkeit
Jetzt liegt es an dir: Befeuere die Kraft der Hoffnung in dir, werde aktiv für eine bessere Welt und stecke andere Menschen damit an. Suche dir eine Initiative, die dich anspricht, engagiere dich ehrenamtlich oder starte ein eigenes Projekt – jede Handlung zählt.
Teile deine Erfahrungen mit anderen, vernetze dich und lass uns gemeinsam eine Bewegung schaffen, die Solidarität, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit lebendig werden lässt (mehr dazu, wie du andere zum Mitmachen motivieren kannst, findest du im Post „Wie motiviere ich andere zum Engagement für eine bessere Welt?“). Denn wenn wir gemeinsam eine starke Hoffnung entwickeln, werden wir gemeinsam die Zukunft gestalten, die wir uns wünschen.
Die folgenden Fragen inspirieren dich vielleicht auch, deine Hoffnung als Kraftquelle zu finden:
- Was gibt dir persönlich in schwierigen Zeiten Kraft und Hoffnung, um weiterzumachen?
- Welche kleinen oder großen Veränderungen möchtest du im neuen Jahr für eine gerechtere und nachhaltigere Welt bewirken?
- In welchen Gemeinschaften oder Initiativen fühlst du dich verbunden und wie kannst du dort deine Stärken einbringen?
- Welche Werte sind dir besonders wichtig, und wie kannst du sie durch dein Engagement sichtbar machen?
- Wie kannst du deine Hoffnung nutzen, um andere zu inspirieren und gemeinsam positive Veränderungen anzustoßen?
- Diese Fragen helfen dabei, die eigene Motivation zu reflektieren und konkrete Schritte für ein engagiertes Jahr zu planen.

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