Was ist sagbar und was nicht? Das formt unser Denken und unsere Weltsicht

Das Fenster des Sagbaren – warum sind manche Ideen tabu und wieso ist das politisch?

Wie entsteht eigentlich das Bild, das wir von der Welt haben? Warum sind manche Ideen tabu? Wie formt sich dein Weltbild? Ob Nachrichten, soziale Netzwerke, Podcasts oder persönliche Gespräche: Was wir wahrnehmen, ist das Ergebnis komplexer Prozesse – von redaktionellen Entscheidungen, unbewussten Vorurteilen bis hin zu Algorithmen. Hier findest du praktische Tipps für eine kritische und hoffnungsvolle Mediennutzung, die dein kritisches Denken anregt und erweitert.

Medien prägen unsere Weltsicht – was bedeutet das?

Noch nie konnten sich Menschen ein so umfassendes Bild von der Welt machen. Über das Internet finden wir Informationen aus und über nahezu jeden Winkel der Erde. Noch nie waren wir mit so vielen Informationen konfrontiert. Fast 11 Stunden lang konsumieren Menschen in Deutschland Medien (vor allem Radio und Fernsehen sowie Streaming-Dienste) [1]. 78 Prozent aller Menschen in Deutschland nutzen zudem aktiv Soziale Netzwerke. „Bei Personen unter 25 Jahren sind es sogar 91 Prozent. Fast die Hälfte von ihnen (43 %) nutzt soziale Medien heute intensiver als noch im Vorjahr“, schreibt das Presseportal, das aus einer Studie von Deloitte zitiert [2].

Welche Medien nutzt du wie lange in deinem Alltag? Schaue nach unten zu unseren Strategien, um deinen Medienkonsum gesund und konstruktiv zu gestalten!

Doch wie viel Zeit du auch immer mit Medien verbringst. Du kannst natürlich niemals die ganze, komplexe Wirklichkeit sehen. Irgendwer trifft immer eine Auswahl: Was also ist es wert, im Radio, Fernsehen, in Streaming-Diensten und über Soziale Plattformen geteilt zu werden? Spannend dabei ist die Frage:

Wer oder was entscheidet, was du denkst? Warum sind manche Ideen tabu?

Nehmen wir zum Beispiel die Nachrichten, die von professionellen Journalist*innen ausgewählt werden. Üblicherweise folgen sie dabei den sogenannten Nachrichtenfaktoren: Wie viele Leute betrifft ein Ereignis? Sind berühmte Menschen beteiligt? Handelt es sich um ein ungewöhnliches, vielleicht sogar einzigartiges Ereignis? Hat sich die Sache in geografischer und/oder kultureller Nähe ereignet (etwa in Deutschland)? Wie konfliktreich ist es? Welchen Schaden hat das Ereignis verursacht? Und noch einiges mehr.

Das Ding ist: diese Faktoren sind frei gewählt. Wir könnten Nachrichten auch anhand anderer Kriterien auswählen. Und das sollten wir, sagt zumindest die Journalistin von Wurmb-Seibel [3], die sich seit Jahren für konstruktiven Journalismus einsetzt. Denn wer nach diesen Kriterien auswählt, was es in die Nachrichten schafft, der berichtet eben vor allem über Kriege, Katastrophen, Anschläge, Flugzeugabstürze, Skandale und ähnliche Dinge. Und obwohl sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit viel weniger oft auftreten, als positive Dinge (ein Kind wurde geboren, ein Anschlag verhindert, eine Friedenskonferenz abgehalten), prägen diese Meldungen unsere Weltsicht.


Algorithmen und KI als Gatekeeper: Diejenigen, die entscheiden, was eine Nachricht ist und was nicht, werden auch als Gatekeeper bezeichnet, also als Torwächter. Das sind heutzutage immer weniger Menschen (etwa Journalist*innen), sondern mehr und mehr Maschinen. Meldungen, die negative Emotionen wie Hass, Wut oder Angst erzeugen, bekommen auf den Sozialen Plattformen zum Beispiel mehr Aufmerksamkeit und bringen Menschen dazu, länger durch ihre Timelines zu scrollen. Entsprechend sind die Algorithmen so programmiert, dass sie genau solche Posts zeigen. Auch das verzerrt unser Bild von der Welt. Und zwar gewaltig! Mehr erfährst du in der Artikelserie von Marek über unseren Rückzug aus Big-Tech-Social-Media: Teil 1, Teil 2, …


Das Fenster des Sagbaren

Doch das ist nicht das Einzige. Warum sind manche Ideen tabu? Nun, in jeder Gesellschaft und in jeder Kultur gibt es Tabus, also Themen, die nicht angesprochen werden können, ohne ein hohes soziales Risiko einzugehen. Der us-amerikanische Politikberater Joseph P. Overton prägte dafür das Bild des Overton Windows – oder auch Fenster des Sagbaren. Er hatte erkannt, dass nicht alle politischen Ideen zu jeder Zeit gleich akzeptiert werden. Vielmehr gibt es eben so einen Rahmen oder ein Fenster, innerhalb dessen bestimmte Positionen als gesellschaftlich akzeptabel gelten. Was außerhalb liebt, scheint tabu oder extrem. Overton meinte, „dass sich dieses Fenster durch gesellschaftliche Debatten, Wertewandel und politische Strategien verschieben, erweitern oder verengen kann“, beschreibt es Wikipedia [4].

Die Idee wurde schon vielfach kritisiert: Es reduziert komplexe Sachverhalte ziemlich stark. Es gibt kaum systematische, empirische Studien zu diesem Modell. Und es lässt sich – da »akzeptabel« nicht zugleich auch »ethisch« bedeutet – für negative Tabubrüche nutzen, wie es die Medienstrategie der AfD in den letzten Jahren exemplarisch zeigt. Die Amadeu Antonio Stiftung hat zum Overton Window deshalb einen eigenen Beitrag geschrieben und rät von der Nutzung des Begriffs ab [5].

» Wie siehst du die Anwendung des Modells in der aktuellen politischen Debatte?

Mir hilft diese bildliche Vorstellung jedoch dabei, mir vorzustellen, warum manche Ideen tabu sind. Denn es geht bei dieser Akzeptanz in Wirklichkeit ja nicht nur um (politische) Ideen, sondern auch um die Verwendung von Worten, Sprache (Gendern zum Beispiel!) und Bildern oder Symbolen (Stichwort „kulturelle Aneignung“, um nur ein Beispiel zu nennen). Um es kurz zu machen:

Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist. Wir sehen sie, wie wir sind!

Lann Hornscheidt, die unter anderem den Verlag w_orten & meer leitet, beschreibt in ihrem Buch »Lebendig sein. Kapitalismus die Grundlage entziehen« [6], wie wir unsere Sicht auf die Welt selbst einschränken, durch das, was wir für denk- und sagbar halten – und was nicht. Das erklärt auch, warum manche Ideen tabu sind. Hier einige, verkürzte Beispiele:

  • Tier- und Naturrechte: Unsere Sprache, unsere Gesetzgebung und auch unsere Medienberichterstattung sieht Lebewesen wie Tiere, Pflanzen oder Seen, Flüsse, Meere und andere Ökosysteme als dem Menschen untergeordnet. Auch wenn die Menschenrechte keineswegs eingehalten werden: sie sind eine ethische, ideelle Norm, auf die Menschen verweisen und die sie anmahnen können. Aber solche Rechte gibt es für alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten nicht. Das ist für mich eine unvorstellbar brutale Diskriminierung. Aber für die meisten Menschen in unserer Gesellschaft klingt es vermutlich irgendwie albern und versponnen, gleiche Rechte für nicht-menschliche Lebewesen zu verlangen … Denn: was wäre, wenn das Leben eines Huhns, einer Birke oder eines Waldes genauso viel bedeuten würde, wie das eines reichen, weißen Menschen? Welche Konsequenzen hätte das für unser Leben, unsere Wirtschaft, unser Land, unsere Kultur? Das erklärt, warum manche Ideen tabu sind.
  • Deutungsrahmen: Oft nicht hinterfragt ist, wer hier eigentlich den Deutungsrahmen setzt und ob der so eigentlich richtig ist. Ein Beispiel aus dem Buch von Lann Hornscheidt: Klimaschutz wird oft mit einem Schwund an Wohlstand und damit mit Verzicht gekoppelt. Aber wer hat das eigentlich so bestimmt? Vielleicht empfinden Menschen es ja auch als einen Zuwachs von Wohlstand, wenn sie weniger erwerbsarbeiten, weil sie weniger konsumieren und somit mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys haben? Das ist eine Idee, die tabu ist.
  • Die strukturelle Gewalt in unserer Kultur: Unsere Lebensweise (ob nun Patriarchat, Kapitalismus oder imperial genannt) funktioniert nur durch massive strukturelle Gewalt. Was ist damit gemeint? Strukturelle Gewalt meint keine direkten physischen oder psychischen Angriffe, sondern systematische Ungleichheiten, Diskriminierung und Ausgrenzung in gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen. Das geschieht etwa durch Armut, Rassismus, Sexismus, Ableismus und vieles mehr. Strukturelle Gewalt ist oft unsichtbar, weil sie in den Medien so gut wie nie offen und ehrlich benannt wird – und doch ist sie äußerst real und wirksam. Das prägt bis heute unsere Sprache. Solange Menschen zum Beispiel kein Wort für »sexuelle Belästigung« hatten, war es noch viel schwieriger, über das Problem zu sprechen, als heute. So ist es mit vielen problematischen Dingen. Lann Hornscheid schlägt vor, dafür das Wort »entnennen« zu verwenden, um zu zeigen, dass hier aktiv Ursachen verschwiegen werden. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: »Die Ursache für den Klimawandel ist nicht benannt worden« klinge irgendwie passiv, vielleicht ein Versehen. »Die Ursache für den Klimawandel ist entnannt worden«, macht ihrer Ansicht nach hingegen deutlich, dass hier etwas aktiv verschwiegen wird.

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Wie dein Sprechen die Welt verändert: Eine andere Weltsicht ist möglich

Die gute Nachricht ist: wir können das ändern. Du kannst die Situation ändern. Nun, natürlich kannst du nicht bestimmen, wie die Mehrheit der Menschen in Deutschland Sprache verwendet und welche Nachrichten und Meldungen sie in den Medien erhalten. Aber du kannst an dir arbeiten und selbst zu dem Wandel werden, den du dir wünschst für diese Welt!

Das ist enorm wichtig. Denn Demokratie braucht informierte Bürger*innen, die unterschiedliche Perspektiven kennen, vermeintlich Gegebenes hinterfragen und kritisch denken. Der erste Schritt ist, dass du dir überhaupt erst einmal bewusst machst, dass (a) die Medien nicht »die Wahrheit« zeigen. Du siehst hier nur eine Version der Wahrheit. Außerdem kann (b) kein Mensch jemals die ganze »Wahrheit« erkennen. Du siehst immer nur eine, nämlich deine ganz individuelle Interpretation der Ereignisse. Und die ist stark geprägt davon, wie und wo du aufgewachsen bist. Doch all das kannst du hinterfragen.

Das Positive: Du tust dir damit selbst etwas Gutes! Denn du wirst eine immer bewusstere und bessere Verbindung zu dir, anderen Menschen und allen anderen Lebewesen auf diesem Planeten aufnehmen können!

Medienkompetenz stärken: Konstruktiver Journalismus und eine selbstbestimmte Informationswelt

Vor allem, wenn du dich nur auf eine Handvoll Informationsquellen verlässt, entwickelst du ein verzerrtes Bild der Welt. Dann siehst du zum Beispiel nur die Krisen und nicht die Lösungen, die es auch gibt, wie Ronja von Wurmb-Seibel beklagt. Oder du hörst ausschließlich die Stimmen, die sich sicher im Fenster des Sagbaren bewegen und etwa Wirtschaftswachstum für unverzichtbar halten, Tierrechte für abwegig oder Gendern für einen ganz großen Mist. Verstehe mich nicht falsch: auch Beiträge von diesen Menschen solltest du dir ansehen, aber eben nicht nur. Meinungspluralismus ist existenziell für die Gemeinschaft und Demokratie, aber auch für die Weiterentwicklung der großen Themen, denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen.

Ja, es ist anstrengend, dich selbst zu hinterfragen. Und es ist unbequem, dich gegen die Mehrheitsmeinung zu stellen. Es kann einschüchternd sein, wenn du dich mit Themen beschäftigst, die dir Angst machen. Du musst es ja auch nicht immer und ständig tun – aber eben doch manchmal. In genau der Dosis, die für dich passt. Denn wenn du unsere Welt gestalten willst, wenn du für eine bessere Welt bist – dann musst du auch erkennen können, wie du sie gerechter, nachhaltiger und demokratischer machen kannst.

Wie kann ich meinen Denkraum bewusst vergrößern – 5 Strategien

Hier sind ein paar Tipps, mit denen du in deinem Alltag aus deinen Meinungsgewohnheiten aussteigen, deinen Medienkonsum bewusst gestalten und dein kritisches Denken stärken kannst:

Strategie 1: Suche aktiv Medienvielfalt

Nutze gezielt Quellen mit unterschiedlichen Perspektiven: Kombiniere zum Beispiel etablierte Medien mit internationalen oder weniger bekannten Quellen. Abonniere Newsletter undPodcasts mit gegensätzlichen Standpunkten zu den Themen, die dich interessieren. Und verwende Suchmaschinen und Social Media ohne einschränkende Algorithmen wie DuckDuckGo oder Mastodon.

Strategie 2: Reflektiere deinen Medienkonsum

Mach dir bewusst, welche Medien du normalerweise wie oft konsumierst. Führe dazu beispielsweise ein Medien-Tagebuch: Notiere eine Woche lang, welche Quellen du nutzt und welche Themen dominieren. Frage dich »Fehlt hier eine Perspektive?« (siehe Strategie 1). Prüfe auch deine emotionalen Reaktionen: Beobachte dich einmal, wie du dich vor und nach deinem Medienkonsum fühlst. Gibt es Ideen, die für dich tabu sind? Gibt es Nachrichten, die eine besondere emotionale Reaktion in dir wecken? Etwa Wut, Empörung oder Angst? Wenn ja: wieso? Ist es zum Beispiel die Faktenlage oder die Art der Darstellung?

Strategie 3: Trainiere dein kritisches Denken!

Lerne logische Fallstricke kennen: Informiere dich etwa über kognitive Verzerrungen, wie der Backfire-Effekt. Er beschreibt, dass Menschen ihre nachweislich falschen Ansichten nur verstärken, wenn sie mit Fakten konfrontiert werden, die sie eigentlich zum Umdenken bringen sollten [7]. Übe dich darin, rhetorische Tricks zu erkennen – zum Beispiel, wenn Politiker*innen ein positiv besetzten Begriff verwenden, um eine eigentlich negative Sache zu »verschönern«. Ein Beispiel? »Klimawandel« oder »Kernkraft« klingen eigentlich erst mal positiv – weitere Tricks erfährst du hier: [8].

Tipp:Bevor du eine Meldung teilst, kannstdu zuvordie Quellen prüfen.Dazu kannst du zum Beispiel Faktenchecker wie Correctiv, Mimikama oder Snopes nutzen.

Strategie 4: Stell dich unbequemen Themen und Argumenten!

Suche aktiv nach Informationen, die dein Weltbild herausfordern. Frage dich: „Welche Themen vermeide ich – und warum?“ Stell dirimmer mal wiederdie Aufgabe, die bestenArgumentefür eine Position zu finden, die du nicht teilst. Sprich mit Menschen, die eineandere Meinung haben – nicht, um sie zu überzeugen, sondern um ihre Argumente zu verstehen. Frage zum Beispiel: „Wie kommst du zu dieser Einschätzung?“. Besuche Veranstaltungen (Vorträge, Diskussionsrunden, Lesungen) zu Themen, die außerhalb deines Interessenspektrums liegen. Engagiere dich in gemischten Gruppen (z. B. lokale Initiativen, Buchclubs), in denen unterschiedliche Hintergründe aufeinandertreffen.

Tipp: Schau dir mal die Seite allsides.com an, die Nachrichten nach politischer Ausrichtung einordnen will.

Strategie 5: Betreibe digitale Hygiene

Über die reine Reflexion deiner Mediennutzung hinaus kannst du dir bewusst neue Gewohnheiten zulegen, damit all die negativen Nachrichten da draußen dich nicht überfordern:

  • Übe dich zum Beispiel in „Slow Media“. Das bedeutet, dass du dir Zeit nimmst, um Artikel oder Studien vollständig zu lesen – nicht nur die Überschrift oder die ersten Absätze.
  • Schalte ab und zu ab: Nimm dir Zeit, ohne Medien zu leben. Spaziere durch die Natur, sprich mit Menschen, lies ein Buch. Erinnere dich daran, dass die Welt größer ist als das, was auf deinem Bildschirm passiert.
  • Deaktiviere personalisierte Werbung in Social Media und Suchmaschinen.
  • Setze dir Zeitlimits für Social Media (z. B. mit App-Timern). Doomscrolling, also der exzessive Konsum negativer Nachrichten, schadet nachweislich deiner Stimmung und sorgt nicht unbedingt dafür, dass du besser informiert bist. Nutze deine Zeit lieber, um stattdessen (Sach-)Bücher zu lesen. Dadurch vertiefst du dein Wissen und verbesserst deine mentale Gesundheit.

Wichtig: Es geht bei all diesen Strategien nicht darum, dass deine Überzeugungen aufgeben sollst. Es geht mir darum, dass du sie bewusster bildest – durch Vielfalt, Reflexion und die Bereitschaft, dich irritieren zu lassen.

Frage an dich: Welcher Tipp spricht dich am meisten an – und wo siehst du für dich persönlich die größte Herausforderung?

Fazit: Über die Nachrichten hinausschauen – und die Welt selbst gestalten

Medien beeinflussen unser Denken, unsere Emotionen und unser Handeln. Deshalb gibt es auch ganze Branchen und Berufszweige, die sich damit beschäftigen, wie sie Menschen darüber manipulieren und beeinflussen können. Doch wir sind hier nicht machtlos ausgeliefert. Wir können uns selbst empowern und Medien bzw. Nachrichten bewusst konsumieren. Das ist nicht nur wichtig, um sich politisch eine fundierte Meinung zu bilden. Es tut dir und deiner mentalen Gesundheit gut. Und wenn es dir gut geht, dann trägst du auch viel positiver zum Wohl deiner Mitmenschen und deiner Mitwelt bei.

Stell dir nur mal eine Welt vor, in der sich die Menschen positiv und konstruktiv mit Problemen, Schwierigkeiten und Herausforderungen auseinandersetzen. Anstatt uns schnell zu empören und über Social Media hitzige, aber oft eben auch nicht so tief durchdachte Meinungen zu posten, würden wir uns gegenseitig zuhören. Wir würden zumindest versuchen, die Argumente und Sichtweisen der anderen Seite zu verstehen – selbst dann, wenn sie uns nicht überzeugen. Und wir würden kreativ mit unserer Sprache umgehen. Wir würden neuartige Worte und Formulierungen ausprobieren und uns von ihnen inspirieren lassen. Wer weiß, wie weit wir dann aus unseren Kästchen hinausdenken – und welche Lösungen wir entdecken würden, von denen wir heute noch nicht mal wissen, dass wir nur nichts von ihnen wissen …

Was sind deine Strategien, um konstruktiv-kritisch in der Welt der Nachrichten zu navigieren? Hinterlasse einen Kommentar und teile dein Wissen!



Quellen

  1. https://www.radioszene.de/211606/mediennutzung-in-deutschland.html
  2. https://www.presseportal.de/pm/60247/6243676
  3. „Wie wir die Welt sehen. Was negative Nachrichten mit unserem Denken machen und wie wir uns davon befreien“, Ronja von Wurmb-Seibel, Kösel Verlag, 18 Euro, koesel.de
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Overton-Fenster
  5. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/verschiebung-des-sagbaren-das-overton-window-42839/
  6. „Lebendig sein. Kapitalismus die Grundlage entziehen“ Lann Hornscheidt, w_orten & meer, 20 Euro, wortenundmeer.de
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_kognitiver_Verzerrungen
  8. https://www.deutschlandfunk.de/politik-kommunikation-sprache-strategie-rhetorik-framing-100.html

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

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