Germanwatch und die Verbraucher Initiative haben heute im Rahmen der europäischen Kampagne “makeITfair” eine Postkartenaktion für bessere Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Handys gestartet.

Insbesondere jugendliche VerbraucherInnen werden aufgerufen, sich mit einer Protestpostkarte an ihre Handyhersteller zu wenden. Anlässlich der heute beginnenden Internationalen Funkausstellung (IFA) haben die beiden Organisationen gleichzeitig mit einem symbolischen “unfairen Handy” auf die Probleme in der IT-Branche aufmerksam gemacht und Informationsmaterial verteilt.

Sauber ist das Image – aber die Branche nicht

“In der Öffentlichkeit hat die IT-Industrie überwiegend das Image eines sauberen Industriebereichs, in dem hochqualifizierte Leute arbeiten, die ein gutes Gehalt bekommen und faszinierende Programmierarbeiten verrichten. Aber die Beschäftigten aus den vielen Zulieferbetrieben der Elektronikindustrie sehen oft nur die andere Seite der Medaille: bis zu 150 Überstunden pro Monat, viel zu niedrige Bezahlung und Vergiftungen am Arbeitsplatz”, kritisiert Cornelia Heydenreich von Germanwatch.

“Auch wir als Verbraucher tragen dafür ein Stück weit Verantwortung, denn mit unserem Konsumverhalten könnten wir Druck auf Unternehmen ausüben. Da es bisher noch keine faire Alternative bei Handys und Laptops gibt, bieten wir mit unserer Postkartenaktion den VerbraucherInnen eine Möglichkeit des Protests bei ihren Herstellerfirmen”, sagt Volkmar Lübke von der Verbraucher Initiative.

Studie makeITfair

In den kommenden Monaten werden mehrere Studien von makeITfair erscheinen, die aktuelle Belege für die erschreckenden Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie in China, Indien und den Philippinen bieten. Die erste Studie zu Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Mobiltelefonen wird Mitte September veröffentlicht. Weitere Studien zur Herstellung von Computern und MP3-Playern sowie zu Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie in Mittel- und Osteuropa werden folgen.

www.germanwatch.org/makeitfair.htm
www.makeitfair.org