Aktion im öffentlichen Raum: Nachdenkzettel für eine bessere Welt

Nachdenkzettel: Bring deine Botschaft in den öffentlichen Raum!

Ob für Klimagerechtigkeit, die Wärmewende, eine faire Verteilung von Wohlstand oder etwas ganz anderes – wenn du andere Menschen zum Nachdenken anregen möchtest, dann zeigt dir diese Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dies ganz einfach mit Post-its tun kannst. #EasyAktivismus

Für alle, die sich für Streetart und Guerilla-Aktivismus begeistern, aber im legalem Rahmen bleiben wollen: Mit den Nachdenkzetteln verbreitest du politische Botschaften ganz leicht, bunt und fröhlich zum Mitnehmen im öffentlichen Raum.

Geht es dir auch so: Manchmal bin ich so in meinem Alltagstrott, dass ich meistens dieselben Wege gehe, meinen Gedanken nachhänge – und hinterher gar nicht so genau weiß, wo ich eigentlich vorbeigekommen bin und was so los war um mich herum… Ich finde es dann schön, wenn ich über etwas stolpere, was mich aus meinem „Auto-Piloten-Modus“ herausholt. Zum Beispiel Streetart!

Ich bin ein Fan von Streetart, nur selbst nicht ganz so erfahren. Daher hab ich mir nun mal eine Aktion ausgedacht, die damit spielt: Die Nachdenkzettel! Das sind Post-its, die du selbst bedruckst und überall aufhängen kannst. Auf ihnen können Fragen stehen, die zum Innehalten und Nachdenken anrege. Oder auch Appelle und Call-to-Actions.

Der Vorteil dieser Post-its-Aktion

Das Gute an den Nachdenkzettteln ist, dass es Haftklebezettel sind. Das bedeutet, dass sie sich – im Gegensatz zu Aufklebern – leicht wieder entfernen und woanders erneut aufkleben lassen. Damit beschädigst du zum einen nicht Dinge, die anderen Menschen gehören. Und alle, die deine Nachdenkzettel sehen, können sie sich wie kleine Geschenke mitnehmen und zur Erinnerung irgendwo aufhängen – neben den Spiegel oder Lichtschalter, in den Kalender, an den Computermonitor …

So viel zu der Idee. Gemacht sind die Nachdenkzettel ganz einfach. Ich erkläre dir im folgenden Schritt für Schritt, wie das geht. Du kannst entweder unsere Vorlage als PDF herunterladen und nutzen. Oder wenn du ein bisschen versiert im Erstellen von Layoutdokumenten bist, kannst du dir die Vorlage auch selbst basteln – mit eigenen Texten und Bildern. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß mit den Nachdenkzetteln!

Streetart zu 100in1day: Zukunftswerkstatt
Wie können wir den öffentlichen Raum mitgestalten? Bei der Initiative 100in1day habe ich einen Workshop zu den Nachdenkzetteln gegeben. Hier sehr ihr uns beim Ersinnen der Inhalte für die politische Aktion im öffentlichen Raum.

Anleitung: Wie du deine Nachdenkzettel selbst machst

Du kannst deine Nachdenkzettel ganz leicht selbst machen, indem du Haftzettel mit deinem Drucker bedruckst und dazu unsere Vorlage als PDF herunterlädst. Es wird ein bisschen anspruchsvoller, wenn du die Vorlage selbst erstellst. Mache danach die folgenden Schritte:

Schritt 1: Drucke Seite 2 aus. Zeichne vor dem Ausdruck mit einem Bleistift einen kleinen Pfeil links oben in die Ecke des leeren Papierblattes. Das zeigt dir in den nächsten Schritten ganz leicht die richtige Richtung an. Lege das Blatt Papier so in den Drucker, dass du den kleinen Pfeil siehst und er in den Druckereinzug zeigt. Auf dem Ausdruck siehst du sechs feine, schwarze Rahmen. Sie haben genau die Größe von den üblichen Post-its.

Schritt 2: Klebe in jedem Rahmen ein Post-it. Achte beim Aufkleben der Post-its darauf, dass die Klebeflächen beim Einzug nach vorne weisen. Ist das nicht der Fall, dann zerkrumpeln die Post-its, wenn sie in den engen Druckereinzug gezogen werden. Orientiere dich dazu an dem kleinen Bleistiftpfeil: Die Klebeflächen müssen in der Richtung oben sein, in der der Pfeil zeigt.

Schritt 3: Drucke deine Botschaften auf. Nun legst du dein Blatt Papier wieder in den Drucker ein. Achte darauf, dass der Pfeil – genauso wie beim ersten Mal – zu sehen ist und in Richtung des Druckereinzugs liegt. Drucke nun die Seite 3 aus. Auf dieser stehen die Botschaften genau an den Stellen, an denen auf der Seite 2 die Rahmen sind.

Hinweis: Auf das Blatt Papier, das du in Schritt 1 ausgedruckt hast, kannst du immer wieder neue Post-its kleben. Du brauchst die Seite 2 unserer Vorlage also nur einmal ausdrucken und kannst dann immer wieder neue Post-its bedrucken. Fertig sind deine Nachdenkzettel!

Nachdenkzettel im öffentlichen Raum verteilen

Wenn du genug Nachdenkzettel ausgedruckt hast, dann wird es richtig spannend! Denn nun geht es raus auf die Straße. Verteile deine Nachdenkzettel im öffentlichen Raum. Überlege dir, welche Orte für dein Anliegen gut geeignet sind:

  • Die U-Bahn morgens oder abends beim Pendler*innenverkehr?
  • Eine belebte Einkaufsstraße?
  • Ein Park, in dem die Menschen verweilen und Muse haben?
  • Eine Veranstaltung zu deinem Anliegen (oder die du irritieren möchtest)?

Achte darauf, dass du mit dem Aushang keinen Ärger verursachst oder dies gar verboten ist!

Welche Wirkung haben die Nachdenkzettel

Ein bisschen schade ist, dass du natürlich nicht so genau weißt, welche Wirkung deine Nachdenkzettel entfalten. Das macht aber – finde ich – auch irgendwie den Charme von Streetart-Aktivitäten aus: Du machst der Allgemeinheit mit deiner Kreativität ein Geschenk – und was sie damit tut, das liegt dann nicht mehr in deinen Händen.

Wer weiß? Vielleicht veränderst du damit ja das Leben von dem ein oder anderen Mitmenschen ja ganz erheblich? Vielleicht ist dein Nachdenkzettel der letzte Anstoß für eine wichtige Lebensveränderung? Aber in jedem Fall machst du die Welt damit schöner und bunter und reicher. Also: Danke, wenn du diese Aktion machst!

Machst du mit? Zeig uns deine Nachdenkzettel!

Falls du die Idee gut findest und auch eine Nachdenkzettel-Aktion startest, so berichte darüber. Hinterlasse einen Kommentar und/oder schick uns Fotos – Wir veröffentlichen sie dann, wenn du möchtest, in unserem Netzwerk! Wir würden uns riesig freuen! Wenn ja, dann dokumentiere deine Aktion doch per Foto oder Video und schicke uns deine Ergebnisse.

So oder so: Wir wünschen dir viel Spaß mit den Nachdenkzetteln!

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

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