Was würde geschehen, wenn jeder Mensch jeden Tag etwa eine Minute seiner Zeit dafür verwenden würde, irgendeinem (unbekanntem) Menschen eine Freundlichkeit zu erweisen? Mit „Random Acts of Kindness“ (zufälligen Freundlichkeitstaten) kannst du genau das ausprobieren!
Inhalt
- Die Bewegung „Random Acts of Kindness“
- Was ist ein Random Act of Kindness?
- So machst du deinen Random Act of Kindness
- 80 Ideen für Random Acts of Kindness
Am letzten Sonntag war es heiß, so richtig heiß. Ich und hunderte andere Menschen drängten uns durch den Hamburger Hauptbahnhof. Ich bemerkte, dass vor allem ältere Menschen von der Hitze gestresst und mit der ganz Situation überfordert sind. Ein älterer Mann fand sich mit dem Kaffee-Selbstbedienungsautomaten nicht zurecht. Also half ich ihm. Später sah ich ihn herum irren auf der Suche nach der Kasse. Also winkte ich ihn heran und ließ ihn vor mich in die Schlange. Er war so glücklich, dass er mir meinen Kaffee spendierte. Das machte mich wiederum froh. So einfach kann es so schön sein!

Die Bewegung der Random Acts of Kindness
Solche Glücksmomente könnten wir doch nicht nur dem Zufall überlassen. Wir könnten sie doch mal ganz gezielt herbeiführen, oder? Ich frage mich: Was würde geschehen, wenn 3,5 % der Menschen sich das zur täglichen – oder sagen wir zumindest wöchentlichen Routine machen würden?
Die weltweite Community der Random Acts of Kindness (RAOK) hatte genau diese Idee. „Random Acts of Kindness“ bedeutet „zufällige Tat der Freundlichkeit“ und ruft zu Handlungen auf, die sich an niemand bestimmtes richten, die aber einer wildfremden Person eine Freude machen – und das ohne eine Erwartung oder einer Gegenleistung. „Oft bekomme ich bei einem RAOK nicht einmal mit, wen ich beglücke und wie dessen Reaktion aussieht. Doch allein das Ausführen dieser kleinen, guten Tat beschwingt mich einen den ganzen Tag lang“, erklärt mir Julian, einer der RAOK-Aktivist*innen.
Und schließlich – wer weiß: Vielleicht lässt sich der ein oder andere Beschenkte ja durch diese überraschende und ungewöhnliche Tat inspirieren und macht wiederum jemand anderem eine Freude. „Die Idee der RAOKs wird von vielen Organisationen vorangetrieben“, weiß Julian zu berichten. Führend sei da zum Beispiel die britische Spaßbewegung Join Me des Journalisten Danny Wallace (www.join-me.co.uk) oder die amerikanische Pay it forward-Bewegung (www.payitforwardfoundation.org).
Was ist ein Random Acts of Kindness?
„Ein Random Act of Kindness kann alles mögliche sein. Er kann eine Menge Geld oder Überwindung kosten – oder aber kostenlos und ganz einfach sein“, erklärt Julian. Zum Beispiel hat er in seinem Lieblingscafé nicht nur seinen eigenen Kaffee bezahlt, sondern auch den folgenden Person und meint: „Wir haben nicht mitbekommen wer nach uns dran war, aber können uns gut vorstellen, dass er sich gefreut hat, dass er heute nichts für seinen Kaffee bezahlen musste“.
Ein ähnliches Konzept verfolgt übrigens die neapolitanische Kultur des Caffè sospeso (italienisch für schwebenden oder aufgeschobener Kaffee). Die Idee: Man spendiert im voraus einen Kaffee – den sogenannten sospeso. Bedürftige können dann kommen und nachfragen, ob ein sospeso übrig ist…
Cafés in anderen Ländern haben dies mittlerweile nachgeahmt – in Deutschland lädt die Initiative „Suspended Coffee“ dazu ein. Auf der Website findest du eine Liste mit bereits teilnehmenden Cafés: suspendedcoffee.de. „Vielleicht hat ja einer von Euch Lust, diese schöne Aktion in eurem Lieblingscafé zu etablieren“, meint Julian. Doch die Sache mit dem Kaffee ist nur eine von wirklich hunderten von Ideen, die du auf der Ideenliste von Random Acts of Kindness finden kannst.
So machst du deine Random Acts of Kindness
Mich hat die Idee so gepackt, dass ich selbst eine Woche lang jeden Tag eine Aktion der Freundlichkeit gemacht habe. Ich gebe zu, dass es nicht ganz unaufwendig war. Ich habe dazu:
- Schritt 1: Liste anlegen! Als erstes habe ich mir überlegt, was ich alles tun möchte. Dazu habe ich im Internet recherchiert. Du findest hier in der folgenden Liste auch etliche Ideen. Ich habe mir dann meine sieben Lieblingsideen für eine ganze Woche ausgesucht. Und zwar nach den zwei Kriterien: Was lockt mich? Und was schaffe ich (finanziell und zeitlich)?
- Schritt 2: Jeden Tag Zeit dafür einplanen! Ich habe mir überlegt, wie viel Zeit ich wohl pro Aktion brauche und habe mir das in meinen Tagesablauf eingeplant. Dazu gehört auch, dass ich für manche Dinge ja auch noch Materialien besorgen muss. Zum Beispiel habe ich Gedichte ausgesetzt. Dazu habe ich nicht nur längere Zeit Gedichte ausgewählt, sondern war auch noch im Schreibwarenladen und habe schönes Papier gekauft. Schließlich habe in einen etwas längeren Spaziergang gemacht und dabei die Gedichte verteilt.
- Schritt 3: Auswerten! Unter der Woche habe ich mir täglich notiert, wie es gelaufen ist. Was war gut? Was hätte besser laufen können? Welche Ereignisse und Überraschungen gab es? Was habe ich daraus gelernt? Am Ende der Woche habe ich mir nochmals ein bisschen Zeit genommen und die Woche reflektiert.
Alles in allem lautet mein Fazit: Es hat riesigen Spaß gemacht. Es war auch anstrengend, aber es hat mich komischerweise mir selbst und den anderen Menschen näher gebracht. Mein Tipp an dich: Am 13. November ist World Kindness Day! Probiere doch einfach mal einen Random Act of Kindness an diesem einen Tag :-).

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80 Ideen für Random Acts of Kindness
Bei manchen der Dinge, die du in der Liste unten findest, denke ich mir: muss man das wirklich erst hier auflisten? Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit? Bei anderen denke ich mir aber auch „gute Idee!“ und: „Das mache ich demnächst mal“ 😉
- Löse ein extra U-Bahn-Ticket und lass es in der Maschine liegen.
- Fülle einen Lottoschein aus und klemme ihn unter den Scheibenwischer (eines besonders klapprigen, alten) Autos.
- Such in einer Buchhandlung ein Selbsthilfebuch zum Thema „Liebeskummer“ raus und hinterlege einen Gutschein für einen heißen Kakao.
- Stecke in die Briefkästen deiner Nachbarn eine gute Tafel Schokolade.
- Mache einem Fremden ein aufrichtiges Kompliment.
- Halte die Türen für jemanden auf.
- Gib deinen Sitzplatz im Bus an eine andere Person ab.
- Lächele mal alle Menschen an. Es ist spannend, was da so alles geschehen kann!
- Lass am Kassenautomaten ein paar Münzen liegen.
- Lass jemanden in der Schlange vor.
- Verteile an einem heißen Tag kühle Getränke an ältere Menschen.
- Schreibe einen ermutigenden Brief an einen Menschen, der sich für uns alle engagiert (siehe Loveletters für Aktivist*innen).
- Nimm an einer Spendenaktion teil.
- Organisiere eine Spendenaktion für eine gute Sache deiner Wahl.
- Spende deine alte Kleidung.
- Hilf einem älteren Menschen beim Einkaufen.
- Geh mit einem Hund aus einem Tierheim spazieren.
- Zeige jemanden, der neu in deiner Nachbarschaft ist, deine Lieblingsorte in der Stadt.
- Verbringe einen Tag in einem Obdachlosenheim.
- Hilf einem Kind oder einer älteren Person über die Straße.
- Hinterlasse mal so ein richtig saftiges Trinkgeld (Kellner*in, Frisör*in, Taxifahrer*in etc.)
- Halte die U-Bahn oder den Bus für jemanden auf.
- Setze ein gutes Buch in einem Warteraum aus.
- Hinterlasse einen Dankesbrief für deinen Postboten im Briefkasten.
- Beschenke jemandem mit etwas Selbstgemachten.
- Bleibe freundlich, wenn dich jemand anmotzt, anpöbelt oder anmault.
- Verzichte darauf, in einer Diskussion recht zu behalten.
- Gib deinen Regenschirm einem Fremden.
- Bezahle die Lebensmittel der Person hinter dir in der Schlange.
- Verstecke kleine nette Botschaften an zufälligen Orten, damit Fremde sie finden.
- Hinterlasse online eine positive Bewertung für ein Restaurant oder Laden, den du gerne magst.
- Schreibe einer ehemaligen Lehrkraft von dir eine E-Mail, um ihr mitzuteilen, wie sie dein Leben beeinflusst hat.
- Schenke jemandem Likes und positive Kommentare.
- Schaufel den Schnee vom Bürgersteig in deiner Nachbarschaft.
- Alternativ: Mähe den Rasen deines Nachbarn.
- Tausche deinen Sitzplatz mit jemandem, damit ein Paar zusammensitzen kann.
- Sprich auf einer Party mit jemandem, der niemanden zu kennen scheint.
- Besuche ein örtliches Altersheim und verbringe Zeit mit den Menschen dort.
- Spende unbenutzte Gegenstände für gute Zwecke.
- Veranstalte einen Flohmarkt und spende die Erlöse an einen guten Zweck.
- Packe Zahnpasta, Zahnbürste, warme Socken und etwas Geld in eine Tasche und gib sie Obdachlosen.
- Backe einen Kuchen und bringe ihn zu einem Menschen, der gerade traurig ist (ein Freund oder eine Freundin, eine Nachbarin oder ein Nachbar, eine Kollegin oder einen Kollegen, ein Familienmitglied).
- Werde Organspender.
- Schenke einer fremden Person ein Lächeln.
- Spende Nahrung an ein Tierheim.
- Spende Blut.
- Mach bei einer Fortbildung für Zivilcourage mit und setz dich ein, wenn ein Mensch diskriminiert wird.
- Sammel den Müll an einem öffentlichen Platz ein und mach ihn schön – etwa mit einem schönen Schild, einem Gedicht oder Pflanzen.
- Hinterlasse ein schönes Gedicht im öffentlichen Raum.
- Schenke einem Fremden Blumen.
- Gehe zu Go-fund-me und spende Geld an einen Menschen, der Unterstützung braucht.
- Bringe ein Kind zum Lachen.
- Kaufe ein zeitlang nur Fairtrade-Produkte (oder kannst du das immer tun?).
- Spende deine alte Brille an eine Organisation, die diese an Menschen weiter vermittelt, die sich sonst keine Brille leisten können.
- Bring die Kleidung, die du nicht mehr trägst, aber noch gut ist, zu einer Kleidertauschparty.
- Leg dir eine Wurmkiste zu und bringe den Kompost später zu einer Stelle, die mehr Grün gebrauchen kann.
- Pflege die Baumscheibe vor deinem Haus.
- Spendiere einer (fremden) gestressten Mutter oder einem (fremden) gestressten Vater einen Kaffee.
- Lerne „Guten Tag“ in verschiedenen Sprachen zu sagen und begrüße ausländische Mitbürger*innen in ihrer Muttersprache.
- Geh zu deinen Nachbar:innen und sage ihnen ausdrücklich, dass sie sich bei dir melden können, wenn sie Unterstützung brauchen.
- Gib deine alten Handys und Devices zur Elektroschrott-Sammlung.
- Verzeihe jemandem, der dich verletzt hat, und lass es diese Person wissen.
- Hänge eine Regenbogenfahne raus, um deine Solidarität zu zeigen.
- Bringe an deinem Briefkasten Sticker mit den Gegenständen an, die deine Nachbar*innen bei dir ausleihen können.
- Stelle eine Kiste zum Büchertauschen in deinem Haus oder deiner Nachbarschaft auf.
- Teile eine ermutigende, hoffnungsvolle Nachricht in den Sozialen Medien.
- Leite einen Newsletter, den du gerne magst, an eine Person weiter, der er auch gefallen könnte.
- Bring für jemand anderen den Einkaufswagen zurück.
- Lass deine Pflandflaschen neben dem Mülleimer stehen.
- Gib einem komplett Fremden ein Kompliment (beobachte, wie sich das für dich anfühlt).
- Lache über dich selbst.
- Spiele mit einem Kind und lass dich Zeit.
- Spende die Spielsachen, die du nicht mehr brauchst, an Kinder/Familien, die sie gut gebrauchen können.
- Hinterlasse in einem Buch in der Bibliothek einen Zettel mit einem schönen Gedicht oder einem aufbauenden Spruch.
- Rette einen Regenwurm, eine Schnecke, eine Spinne, eine Fliege oder einen Käfer in Not. Mach dir bewusst: für sie ist es ihr ganzes Leben!
- Beschäftige dich mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung und prüfe bei dir selbst, welche Privilegien und Vorurteile dir selbst nicht bewusst waren.
- Unterstütze ein engagiertes Medium oder einen freien Medienschaffenden mit einer Spende. Es ist wichtig, dass uns guter Journalismus erhalten bleibt.
- Mache ein kreatives Zine, das Freude verbreitet, und hinterlasse es im öffentlichen Raum.
- Male ein Bild und setze es im öffentlichen Raum aus, wo es jemand finden und mitnehmen kann (vielleicht braucht es noch ein Schild oder eine Karte dazu, damit die Leute es verstehen).
- Hänge Wunschzettel in einen Baum und lade die Leute ein, ihre Träume und Wünsche darauf zu schreiben.
Wenn du weitere Ideen hast und/oder deine eigenen Erfahrungen mit dem Random Acts of Kindness mit uns teilen magst, dann schreibe uns doch. Hinterlasse einen Kommentar (unten) oder maile uns!
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Eine tolle Idee und die Umsetzung ist einfach, leicht und für jeden durchführbar.
Ich verbinde das auch mit einem Song der WiseGuys und benutze in Gesprächen immer
„Verschenk doch mal ein bisschen Alltagsglück“
Das klingt in meinen Ohren nicht so sperrig und drückt in Deutsch aus, was mit damit am Herzen liegt 🙂
Total inspirierend! Fange gleich damit an!
Klasse Idee. Bin heute auf der FUN in Salzburg drauf aufmerksam geworden.
Werde die Idee weitertragen.
Genial – setzte es gleich in Wien um 🙂
Namaste
❤?❤?❤
♥ ♥ ♥