Sichtbarkeit bedeutet echte Verbindung schaffen. Eine Hand hilft einem Vogel zu fliegen.

Sichtbar ohne Big Tech: Warum echte Verbindung rebellisch ist

Sichtbar sein heißt heute oft: gefallen, verkaufen, sich verbiegen. Doch echte Sichtbarkeit braucht keine Algorithmen – sondern Mut, sich wirklich zu verbinden und zu zeigen, wie man ist. Und das ist rebellischer, als du vielleicht glaubst.

In der letzten Zeit mache ich mir Gedanken darüber, was es bedeutet, sichtbar zu sein. Früher habe ich gar nicht darüber nachgedacht und einfach gemacht. Doch in den letzten Jahren haben sich die Bedingungen extrem verändert. Wer was zu erzählen hat, muss performen. Immer und immer wieder. Und der größte Teil der Kommunikation spielt sich heute über einige wenige private Social-Media-Kanäle und berufliche Netzwerke ab. Und diese arbeiten meist mit Algorithmen und filtern, was wir sehen dürfen und was nicht. Das führt dazu, dass wir uns gezwungen fühlen, ein Bild von uns zu zeigen, das möglichst viel Zuspruch findet. Doch diese Form der Sichtbarkeit ist oberflächlich und eigentlich auch manipulativ. „Nein!“ – „Doch!“ – „Ohh!“

Keine Sichtbarkeit ohne echte Verbindung

Wahre Verbindung entsteht erst, wenn wir den Mut aufbringen, auch unsere Zweifel, unsere Widersprüche und unsere Verletzlichkeit zu teilen – ganz ohne Filter und Inszenierung. Genau das ist heute echter Widerstand gegen die Normen der digitalen Welt und ein Schritt hin (oder zurück) zu einer authentischeren Gesellschaft. Und es hilft uns bei einem noch größeren Problem: der Trennung von der echten Welt. Je mehr wir unser Denken und Handeln in die digitale Sphäre verlagern, desto weniger sind wir mit ihr verbunden. Wahre Sichtbarkeit ist keine Einbahnstraße.

Das gilt übrigens auch für die Menschen mit denen wir über die Plattformen vernetzt sind. Wie viele von ihnen kennen wir persönlich? Wie vielen fühlen wir uns wirklich nah? Wie viele sind nur dazu dazu, uns selbst aufzuwerten, Klicks und Likes zu verschaffen. Ein wirklich befremdlicher Gedanke.

Sichtbar sein heißt heute oft: gefallen, verkaufen, sich verbiegen. Doch echte Sichtbarkeit braucht keine Algorithmen – sondern Mut, sich zu zeigen, wie man wirklich ist.

Wir verlieren uns in der digitalen Selbstoptimierung

Sichtbarkeit ist eigentlich Illusion. Denn wer entscheidet, wer gesehen wird? Sichtbarkeit ist ein Machtspiel. Plattformen wie Facebook, Instagram oder Facebook versprechen uns Reichweite – doch der Preis ist hoch: Wir passen uns an. Lernen, was „funktioniert“: ein perfektes Lächeln, ein Erfolgspost, eine (virale) Meinung, die niemand stört oder eben genauso aneckt, dass sie in unserer Echokammer gut ankommt.

Doch was bleibt von uns, wenn wir uns nur noch so zeigen, wie es eine Handvoll Big-Tech-Algorithmen von uns verlangen? Und mit welchem Eigenverständnis wachsen junge Menschen auf? Was haben wir ihnen anzubieten, außer einer unechten Welt, in der ihr Reputationsmanagement wichtiger ist, als sie selbst sein zu dürfen?

  • 29 % der Jugendlichen fühlen sich durch Social Media „erheblich belastet“ – nicht wegen der Technik, sondern wegen des ständigen Vergleichs und der Angst, nicht gut genug zu sein [1].
  • 11 % der Jugendlichen zeigen Anzeichen eines „problematischen Social-Media-Verhaltens“ – sie können die Nutzung nicht mehr kontrollieren [2].

Und das betrifft bei weitem nicht nur junge Menschen, sondern alle. Und das Problem ist nicht nur psychisch. Es ist politisch. Denn wer kontrolliert, wer sichtbar ist, kontrolliert auch, welche Stimmen gehört werden – und welche nicht.

Wir geraten in eine Endlosschleife aus Anpassung und Bestätigung, die uns nicht nur von unserem wahren Ich entfremdet, sondern auch unsere Fähigkeit schwächt, kritisch zu denken und zu hinterfragen. Ein System, das nicht nach Vielfalt oder Tiefe strebt, sondern nach Oberflächlichkeit und Konformität. Doch gerade in dieser Konformität liegt die Gefahr für unsere Demokratie und unser gesellschaftliches Miteinander. Sichtbar zu sein sollte bedeuten, mutig zu sein – mutig genug, Unbequemes auszusprechen, Widersprüche zu zeigen und damit echte Brücken zueinander zu bauen. Das ist echter Aktivismus im digitalen Zeitalter.

Sichtbarkeit ist ein Privileg: Wer wird ausgegrenzt – und warum?

Nicht alle haben überhaupt die Chance, sichtbar zu sein. Während wir uns darauf konzentrieren, wie wir uns selbst am besten präsentieren, werden marginalisierte Gruppen systematisch unsichtbar gemacht. Algorithmen bevorzugen das, was „funktioniert“: weiße, privilegierte Stimmen, glatte Narrative, marktkonforme Meinungen. Wer nicht in dieses Schema passt, wird ausgefiltert, ignoriert, mangels Reichweite zum Schweigen gebracht.

  • Studien zeigen, dass Algorithmen auf Plattformen wie LinkedIn oder Instagram systematisch Beiträge von marginalisierten Gruppen unterdrücken – selbst wenn sie dieselben Qualifikationen oder Inhalte bieten. AlgorithmWatch berichtet über solche Fälle [3].
  • Der Algorithmus von Instagram markiert und löscht Fotos mit über 60% sichtbarer Haut bei Menschen mit Übergewicht häufiger als bei dünnen, da die Körperoberfläche größer ist. [4].
  • Das geht auch außerhalb von Social Media: Bei der Personalauswahl nutzen immer mehr Unternehmen KI-gestützte Bewerbungssysteme. Solche Systeme bergen das Risiko der Diskriminierung. [5].

Das ist kein Zufall, sondern hat System. Sichtbarkeit ist kein Recht – sie ist ein Privileg, das denen vorenthalten wird, die ohnehin schon am Rand stehen. Social Media ist kein Spiegel mehr. Es ist ein Zerrspiegel, der uns nur dann zurückgibt, was die Algorithmen von uns wollen, wenn wir kaufbar, likable, unkompliziert sind. Doch genau hier liegt die rebellische Chance: Wenn wir uns weigern, in diesem Spiel mitzuspielen, können wir Räume schaffen, in denen alle gehört werden – nicht nur die, die den Algorithmen gefallen.

Echte Sichtbarkeit schaffen!

Sieht es auf den beruflichen Plattformen anders aus? LinkedIn oder XING sind keine Netzwerke – sie sind digitale Bewerbungsmessen, auf denen wir uns selbst zur Ware machen. Der Druck ist enorm. „Personal Branding“ wird zur Pflicht – nicht, weil es uns weiterbringt, sondern weil die Plattformen es von uns verlangen. Und das Ergebnis? Wir verbringen unsere Zeit damit, Content zu produzieren – statt echte Verbindungen aufzubauen.

Ich denke, der wahre Widerstand beginnt jedoch genau mit dieser echten Verbindung – in Gesprächen, in Gemeinschaften, bei Aktionen, die wirklich etwas bewirken. Es ist der Mut, echte Beziehungen aufzubauen. Hier entsteht eine Sichtbarkeit, die sich nicht verkauft. Wenn wir es wagen, sichtbar zu sein – mit all unseren Ecken und Kanten, unseren Zweifeln und Träumen.

Echte Sichtbarkeit bedeutet: Die Welt um dich nicht aus den Augen verlieren

Wir kämpfen um Aufmerksamkeit – doch was nützt es, sichtbar zu sein, wenn wir dabei blind werden? Blind für die Menschen um uns, für die Natur, für das, was wirklich zählt. Social Media gaukelt uns vor, wir seien „vernetzt“ – doch in Wahrheit isolieren wir uns immer mehr. Wir posten Fotos von Wäldern, während wir die echten Bäume vor unserer Haustür nicht mehr wahrnehmen oder uns vielleicht sogar an ihnen stören. Wir sammeln Follower, während wir es kaum schaffen, unseren Nachbarn in die Augen zu schauen.

Die Ironie: Wir wollen so sehr gesehen werden, dass wir aufhören, selbst hinzusehen. Doch echte Sichtbarkeit beginnt nicht mit einem Selfie – sondern damit, die Welt um uns wieder zu sehen. Die Vögel, die im Park singen. Die fröhliche Falten im Gesicht eines Menschen, wenn er lacht. Den Geruch von Regen auf heißem Asphalt. Blicke. Kleien Gesten. Das ist Verbindung. Das ist Leben.


Das Subjekt der Transparenzgesellschaft ist kein Subjekt der Freiheit, sondern der Kontrolle. Es ist ein Subjekt, das sich selbst ausstellt, um gesehen zu werden.

(Byung-Chul Han Transparenzgesellschaft (2012) [6])


Wie wir die Kontrolle zurückgewinnen: 10 Schritte zu echter Sichtbarkeit

Echte Sichtbarkeit bedeutet nicht, überall zu sein – sondern präsent zu sein. Für dich selbst. Für die Menschen um dich herum. Für die Welt, die nicht aus Pixeln besteht. Ich empfinde es als sehr befreiend und wohltuend, mich nach und nach von den den Big-Tech-Plattformen zurückgezogen zu haben. Und ehrlich gesagt, tut es auch etwas gut, nicht mehr als Sonderling angesehen zu werden, wenn ich darauf hinweise. Wir sind auch überhaupt nicht sonderbar, wenn wir aktiv unsere Kontrolle zurück gewinnen und für echte Sichtbarkeit sorgen. Hier der 10-Schritte-Plan, an dem ich auch gerade dran bin.

1. Bewusstsein schaffen: Warum willst du sichtbar sein?

Frage dich mal: „Will ich gesehen werden – oder will ich wirken?“ Viele von uns posten, liken und optimieren sich, ohne zu hinterfragen, warum wir das eigentlich tun. Doch nicht für endlichen Ruhm und das bisschen virtuelle Liebe. Probiere dies mal aus:

  1. Lösche (!) alle Social-Media-Apps für 24 Stunden und beobachte, wie es sich anfühlt, nicht dokumentiert und „on“ zu sein.
  2. Schreib auf: „Wem will ich eigentlich gefallen? Algorithmen – oder Menschen, die mich wirklich kennen?“

    Ziel: Verstehe, dass Sichtbarkeit nicht gleichbedeutend mit Selbstaufgabe sein muss.

2. Dein „Warum“ definieren: Was ist deine Botschaft?

Ich habe mich unlängst gefragt, was ich da eigentlich tue. Was will ich auf diesen Plattformen und vor allem: Warum! Was ist mir so wichtig, dass ich in Kauf nehme, mich so sehr zu verbiegen, um wahrgenommen zu werden und permanent abzuliefern. Ohne klare Botschaft verlierst du dich in der Masse. Frage dich: „Wenn ich eine Sache habe, für die ich stehe – was ist das?“

  1. Formuliere einen Satz, der deine Kernbotschaft auf den Punkt bringt (z.B. „Ich zeige, wie man plastikfrei lebt – ohne Moralpredigten“).
  2. Je spezifischer, desto besser. „Nachhaltigkeit“ ist zu vage. „Ich helfe Eltern, Secondhand-Kinderkleidung lokal zu tauschen“ ist konkret.

    Ziel: Wenn du weißt, warum du sichtbar sein willst, fällt es leichter, nein zu Dingen zu sagen, die nicht zu dir passen.

3. Big Tech entgiften: Welche Plattformen brauchst du wirklich?

Ja, ich weiß es fällt schwer, nicht auf allen Hochzeiten zu tanzen. Aber überleg mal – ist es nicht gerade anstrengend, immer im Stress zu sein, nichts zu verpassen? Mir tun die Menschen leid, die alle paar Sekunden auf dem Smartphone ihren Status checken. Wie soll man je zur Ruhe kommen? Mache eine radikale Bestandsaufnahme: Welche Accounts ziehen dir Energie? Welche geben dir Energie? Frage dich: „Wenn du nur eine Plattform behalten dürftest – welche wäre das – und warum?“

  1. Deaktiviere 2–3 Accounts, die dich unglücklich machen (z. B. LinkedIn, wenn du kein Corporate-Job suchst; TikTok, wenn es dich immer nur unter Druck setzt). Weg damit!
  2. Ersetze sie durch Alternativen (siehe Schritt 4). Schaue auf den Effekt und notiere ihn dir, z.B.: „Ich habe LinkedIn deaktiviert – und plötzlich hatte ich Zeit, echte Gespräche zu führen.“

    Ziel: Befreie dich von dem unendlichen Sog, den die Plattform auf dich ausüben und genieße die neue Energie für etwas Schöneres, Besseres.

4. Dezentrale Netzwerke entdecken: Wo du wirklich gehört wirst

Plattformen wie Mastodon [7] oder Bluesky [8] sind keine Exoten mehr, sondern richtig cool. Denn sie werden nicht von irgendwelchen Algorithmen kontrolliert. Hier geht es um echte Communities – nicht um Reichweite. Probiere es aus. Wir treffen uns vielleicht bald dort.

  1. Wähle eine dezentrale Plattform aus und beginne dort neu – ohne den Druck, „reichweitenoptimiert“ zu posten.
  2. Tipp: Such dir eine Community, die zu deinem „Warum“ (Schritt 2) passt.

    Ziel: Du glaubst, diese ganze aufgedrehte Social-Media-Selbstvermarktung sei normal. Ist sie nicht. Bei Mastodon willst du auch gesehen werden, klar. Aber: Es geht es nicht darum, wer am lautesten schreit – sondern wer etwas zu sagen hat.

5. Dein digitales Ich entlarven: Wer bist du wirklich online?

Ich habe mich mal hingesetzt und eine ehrliche Selbstreflexion versucht. Warum soll ich denn digital jemand anderes sein als im echten Leben? Ich lächle nicht in jede Kamera. Ich bin auch kein Grinch, aber mag es überhaupt nicht, so zu tun als ob. Wie ist es bei dir? Was für ein „Ich“ bist du? Frag dich: „Postest ich, was ich denke – oder was ‚ankommt‘?“

  1. Lösche 3 Posts, die nicht zu deinem „Warum“ passen.
  2. Schreib einen Post nur für dich (z. B. als Notiz) – und veröffentliche ihn nicht.

    Ziel: Überlege dir mal, wie dicht deine Posts an deinem Ich dran sind. Achtest du noch darauf, was dir wirklich wichtig ist? Was würdest du sagen, wenn niemand zuschaut?

6. Echte Communities finden: Wo Menschen zuhören

Wenn du die ersten fünf Schritte hinter dir hast, bist du schon einen großen Teil des Weges gegangen. Was jetzt vielleicht noch fehlt, sind Orte für echte menschliche Verbindung und Gleichgesinnte. Und davon gibt es viele, z.B. lokale Gruppen, wie Repair-Cafés, Urban-Gardening-Projekte, Buchclubs.

  1. Gehe zu einem Treffen – ohne zu posten. Erlebe, wie es sich anfühlt, präsent zu sein, undokumentiert. Lass es in Ruhe auf dich wirken und frage dich, was das Besondere an dem Ort ist.
  2. Beispiel: „In meinem Repair-Café geht es nicht um Likes – sondern darum, gemeinsam etwas zu reparieren. Das ist echte Sichtbarkeit“

    Ziel: Verbinde dich mit echten Menschen. Geh raus und tue dich mit anderen zusammen. Tausch dich aus, nehme und gebe!

7. Sichtbar werden ohne Algorithmen: Wie du Menschen erreichst, die dich brauchen

Nun wird es Zeit für eine andere Art von Reichweite (wenn sie dir wichtig ist). Entwickle dazu eine alternative Strategien für echte Reichweite. Keine die nur mit dir zu tun hat, sondern mit der Sache die dir wichtig ist.

  1. Schreibe einen Gastbeiträge oder Leserbriefe und Kommentare (z.B. für lokale Blogs oder Fachmagazine). Zeige vor allem mal, was dir gefallen hat und lass es die Menschen wissen.
  2. Organisiere doch mal kleine Events (z.B. ein „Offline-Salon“ zu deinem Thema). Am Anfang kommen vielleicht noch nicht viele, aber es kann wachsen und du lernst Menschen kennen.

    Ziel: Statt 100 Follower zu wollen, finde 10 Menschen, die wirklich an dem interessiert sind, was du tust.

8. Kreativ rebellieren: Neue Wege gehen

Wie wäre es mit ein paar Taktiken für digitale Guerilla-Aktionen? Gerade wenn man gewohnt ist, viel Gegenwind für seine Überzeugungen zu bekommen. Mache Aktionen für eine bessere Welt und sei ein GOOD REBEL!

  1. Hashtag-Hijacking: Nutze Trends, um Gegenbotschaften zu verbreiten (z.B. unter #BlackFriday Konsumkritik posten).
  2. Ironische Accounts: Erstelle einen Fake-Account, der die Absurdität von Social Media aufdeckt (z.B. „@perfektes_leben“ mit übertriebenen Influencer-Posen).

    Ziel: Komm raus aus deiner Komfortzone und finde neue Wege für deine Sache. Setze Kreativität und Humor ein. Mach dich frei von Trends und genau das was dir gefällt. Dann bist du am besten. Es geht erst mal nicht um Klicks, sondern darum, Spaß zu haben und ein Momentum zu erzeugen! Hast du eigene Ideen, dann schreib uns oder hinterlasse einen Kommentar.

9. Natur als Gegenmittel: Warum echte Verbindung offline passiert

Viele fixieren sich fast nur noch auf ihre digitale Reputation. Warum? Weil Bäume nicht liken? Flüsse keine Kommentare hinterlassen? Aber verschwinden sie, verschwindet unsere Mitwelt, ist alle andere egal. Denn sie ist die eigentliche Voraussetzung für unsere Existenz und das merken wir, wenn wir uns ihr nah fühlen.

  1. Verbringe 1 Stunde pro Woche in der Natur – ohne Technik. Mach ein Erlebnis daraus: Berühre Baumrinde, höre Vögel, rieche Erde. Egal. Sei ein Teil der echten Welt und nimm sie wahr.
  2. Schreib auf: „Was habe ich heute gefühlt – und nicht gepostet?“

    Ziel: Wenn deine Aufmerksamkeit von der digitalen Welt vereinnahmt wird, kannst du gegenan steuern. Geh raus und erlebe die Welt (ohne eine Show daraus zu machen natürlich). Die radikalste Form der Rebellion? Einfach da zu sein – ohne es zu dokumentieren.

10. Sichtbar sein heißt leben– nicht performen

Der letzte und vielleicht wichtigste Schritt kann dir helfen, deine grundsätzliche Haltung zu Social Media und Co. zu überdenken. Zumindest die Art, wie du damit umgehst, ohne deine Selbstfürsorge zu vernachlässigen. Du brauchst nur zwei Sätze dafür …

  1. „Ich bin sichtbar, wenn ich ich selbst sein kann.“
  2. „Ich bin verbunden, wenn ich mich mit der Welt verbinde.“

    Ziel: Wenn du diese Sätze auf einen Zettel schreibst und z.B. an deinen Spiegel klebst, werden sie dir vielleicht helfen, du selbst zu bleiben und dich verbunden zu fühlen. Wenn nicht, suche dir eigene.

Die Macht der Plattformen ist groß. Aber unsere Macht ist größer – wenn wir aufhören, mitzuspielen.“– Inspiriert von Shoshana Zuboff („Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“)

Fazit: Dein Weg zu echter Sichtbarkeit

Echte Sichtbarkeit bedeutet nicht, überall zu sein – sondern präsent. Sie beginnt da, wo du aufhörst, dich zu verkaufen – und anfängst, dich zu wirklich zeigen. Darin liegt der eigentliche rebellische Akt unserer Zeit. Im echten Leben bleiben, auch wenn die Logik von Social Media und digitaler Vermarktung uns immer mehr dazu zwingt, uns ihr zu unterwerfen. Lass sie. Zeige ihnen die Tür. Entziehe ihnen die Liebe. Deine nächsten Schritte:

  1. Fang klein an: Lösche eine App – und ersetze sie durch etwas Echtes.
  2. Sei sichtbar – aber auf deine Weise: Nicht für Algorithmen, sondern für Menschen, die dich wirklich hören wollen.
  3. Sei konsequent: Echte Verbindung braucht keine Plattformen – nur Menschen, die sich trauen, echt zu sein.

Quellen & Weiterlesen

Marek

ist freier Medienmacher und Rebell – ein unbequemer Fragesteller und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Schon als Kind zog er mit Bleistift und Neugier los, um die Wahrheit hinter den Fassaden zu entdecken. Heute kämpft er gegen die Scheinwelten aus Manipulation, Spaltung und Oberflächlichkeit. Mit rebellischem Geist und klarem Blick berichtet er über die Themen, die unsere Zukunft formen: digitale Freiheit, gesellschaftlichen Wandel, echte Gemeinschaft und lebenswerte Zukunft. Sein Antrieb: Menschen zu inspirieren, zu motivieren und gemeinsam eine bessere Welt zu schaffen.

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