Wie kann ich andere Menschen überzeugen und motivieren, sich ebenfalls zu engagieren? Wie organisieren wir uns in Gruppen so, dass jeder mit seinen Bedürfnissen und Ideen Gehör findet? Und wie weit wollen wir gehen in unserem gewaltlosen Widerstand, mit unserer Zivilcourage, mit unserer Nicht-Kooperation mit dem Unguten? Diesen Fragen stellen sich derzeit immer mehr Menschen. Deshalb hier eine Übersicht von E-Books, die dabei inspirieren und informieren.

Vorbilder, die inspirieren…

Überall auf der Welt machen sich die Menschen schon seit Generationen Gedanken darüber, wie man sich für das Gute und Wahre einsetzen kann. Für Gerechtigkeit und Frieden. Buddha, Jesus, Gandhi oder Martin Luther King, sie alle waren Vorbilder. Auch von ihnen inspiriert sind in den 1960er, 70ern und 80ern immer neue Strategien und Methoden erprobt worden, die strukturelle Gewalt (also eine solche, die von einem System auf bestimmte Gruppen ausgeübt wird, z.B. der berüchtigte »Gruppenzwang«) verhindern – und das Bewusstsein der »Beobachter« positiv verändert und sie zu passiven oder gar aktiven Mitstreitern macht.

Sitzblockade

 

Die Blockadefibel
gibt es als kostenloses PDF zum Herunterladen – oder für 1 Euro als gedruckte Broschüre. Entstanden ist die kurze Anleitung für die Blockade von Castor-Transporten. Erstellt wurde sie von der Initiative Xtausendmalquer. Viele der Tipps beziehen sich daher auch auf die ganz konkrete Situation. Doch viele Hinweise – zum Beispiel dazu, wie man einen basisdemokratischen Konsens in einer Gruppe erzielen kann oder wie man sich bei einer Aktion am besten in Bezugsgruppen organisiert – lassen sich auch allgemein lesen. Ein guter Einstieg also für weitere Recherchen. >>> http://bewegung.taz.de/organisationen/x-tausendmalquer/blogeintrag/-anleitung-zum-sitzenbleiben–die-neue-blockadefibel-ist-da

Handbook for NonViolent Campaigns
Dieses Buch von der Initiative »War Resisters’ International« ist schon umfangreicher. Auch diese Lektüre kann man entweder kostenlos als PDF herunterladen oder für einen geringes Entgelt in gedruckter Version bestellen. Darin machen sich die Autoren nicht nur über Organisatorisches Gedanken – und geben zum Beispiel auch wichtige Hinweise auf Gender-Fragen –, sondern auch eher theoretische: Wann kann man von gewaltfreien Aktionen sprechen? Wie weit will man gehen? Wie findet man in einer Gruppe eine gemeinsamen Nenner von der Definition der »Gewaltfreiheit«? Also: Meine Leseempfehlung für alle, die sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen wollen – allerdings auf Englisch auch… >>> http://wri-irg.org/pubs/NonviolenceHandbook

gewaltloser Protest

 

Ruckus Society
Die Ruckus Society hat sich aber eigentlich dem Training von Menschenrechts- und Umweltschutz-Aktivisten verschrieben. Ihre Website liefert aber unter der Rubrik »Tools & Resources« auch einige Infos zu unterschiedlichsten Methoden und Mitteln. Dazu gehören zum Beispiel Anleitungen und Checklisten für den Umgang mit Medien, für die Sicherheit von Aktivisten, für die Planung von Aktionen oder die visuelle Umsetzung von Botschaften. >>> http://www.ruckus.org/article.php?list=type&type=66

SmartMemes
Auch »SmartMemes« will Aktivisten, Initiativen und Organisationen unterstützen, die sich für eine bessere Welt einsetzen. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Thema »Storytelling«. Das heißt es geht darum die »Geschichten« darüber, wie die Welt, bestimmte Entwicklungen oder Ereignisse und Organisationen »sind« mit zu gestalten. Auch auf ihrer Website finden sich einige Infos. Wahrscheinlich ist es allerdings natürlich wahrscheinlich auch hier das Optimalste, könnte man an einem Training teilnehmen… >>> www.smartmeme.org

Protest taktiken

 

Tactical Technics
Eine internationale Truppe von Aktivisten stellt auf ihrer Website viele, viele Informationen zur Planung, Gestaltung und Umsetzung von Kampagnen – sowohl offline als auch online – zur Verfügung. Das Besondere: Viele der Tipps berücksichtigen die Verhältnisse in asiatischen und afrikanischen Ländern bzw. in solchen, in denen die Menschen nicht offen ihre Meinung zum Ausdruck bringen können. Toll auch die vielen Tipps zu OpenSource-Software, die man für alle möglichen Zwecke gebrauchen kann (von der Kontaktverwaltung bis zur Animation). Auch hier gibt es alle Unterlagen als PDF zum kostenlosen Herunterladen. Wer ein Screening bzw. Training mit dem Material plant, bekommt dieses jedoch auch kostenlos in gedruckter Version zugeschickt. >>> www.informationactivism.org

NonViolent Struggle
Das »Center for Applied NonViolent Action« hat sich im Zusammenhang mit dem Krieg in Ex-Jugoslavien entwickelt und schult mittlerweile international Menschen in gewaltfreiem Widerstand gegen Staatsgewalt – ja, hier gibt es sogar den ersten Studiengang zu »Strategies and Methods of NonViolent Social Change«. Auch wenn die Organisation umstritten ist, möchte ich hier doch auf die Lektüre aufmerksam machen. Die Website liefert nämlich eine eine Übersicht verschiedener Werkzeuge und z.B. das Buch »NonViolent Struggle« als kostenloses PDF zum Herunterladen. Alles ebenfalls auf Englisch. >>> www.canvasopedia.org

So, das erst mal als meine kleine erste Sammlung. Wenn ihr noch gute Tipps habt, dann schreibt uns gerne oder hinterlasst einen Kommentar!