Geldwäsche, Korruption und Steuerflucht

Vom 29.11. bis 2.12. tagt in Doha die Weltkonferenz über Entwicklungshilfe. Bereits im Vorfeld forderte das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes: Die Tagung müsse genutzt werden, um eine internationale Initiative für eine Finanztransparenz und den Kampf gegen Steuerflucht und Geldwäsche ins Leben zu rufen. Ein erster Schritt dorthin sollte die Aufwertung des UN-Expertenkomitees zur internationalen Zusammenarbeit in Steuersachen zu einem zwischenstaatlichen UN-Gremium sein.

„Steuertricks, Kapitalflucht und Unterschlagung führen pro Jahr zu einem Kapitalabzug von mindestens 500 Milliarden US-Dollar aus den Entwicklungsländern in die Industrieländer. Dem stehen rund 103 Milliarden Dollar öffentliche Entwicklungshilfeleistungen gegenüber. Es fließt also rund fünfmal mehr Geld aus den armen in die reichen Länder als umgekehrt“, erklärte Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes.

Dringend erforderlich sei es deshalb, zum Beispiel Gewinne aus Sonderwirtschaftszonen und Steueroasen zum Aufbau leistungsfähiger Verwaltungs- und Sozialsysteme in den armen Ländern zu mobilisieren und Gesetzeslücken zu schließen, die den Gewinntransfer dieser Mittel auf Privatkonten ermöglichten.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, sich langfristig für die Gründung einer internationalen Steuerorganisation unter dem Dach der Vereinten Nationen einzusetzen. Wir begrüßen daher die Initiative von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul für eine verstärkte internationale Kooperation in Steuerfragen. Sie ist ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen, um den durch Kapitalflucht und Steuervermeidung für Entwicklungsländer entstehenden Schaden zu verringern“

so Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei terre des hommes.
Nötig wären zudem international verbindliche Standards zu Transparenz und Rechnungslegung für weltweit tätige Unternehmen sowie eine intensivere Unterstützung von Steuerbehörden in Entwicklungsländern.

Weitere Infos: www.tdh.de