2 Initiativen: Politische Diskussionsrunden selbst machen

Leg los: Politische Diskussionsrunden

Wir brauchen politische Diskussionsrunden. Immer mehr Menschen um mich herum machen sich Sorgen um die politischen Entwicklungen. Unsere Demokratie ist in Gefahr – in Europa, aber auch in Deutschland. Hier sind zwei Initiativen, die dich einladen, ganz einfach mitzumachen.

Mit der Demokratie geht es bergab

Die Zensur das Armutsberichts für Deutschland ist meines Erachtens sympthomatisch: Unsere Bundesregierung hat ihn dieses Jahr anscheinend noch gravierender zensiert, als damals unter schwarz-gelb. Herausgestrichen wurde, was sich im Jahr der Bundestagswahl nicht so gut macht: Zum Beispiel, dass die politische Teilhabe in unserem Land von der finanziellen Stellung abhängt. Oder laxer gesagt: Dass die Interessen armer Menschen politisch nicht so berücksichtigt werden, wie die wohlhabenderer. Die Zeit-Online berichtet.

Dazu kommt, dass sich die Bundesregierung nach wie vor weigert, ein verbindliches Lobby-Register einzuführen. Der Vorteil wäre, das jede/r nachvollziehen kann, wann und warum sich welcher Politiker mit welchen Interessensvertretern trifft. Das würde transparenter machen, wie politische Entscheidungen zustande kommen. Aber das ist wohl auch „verständlich“, wenn man sich die zensierten Stellen im Armutsbericht ansieht – gestrichen wurde folgerichtig auch das Kapitel über den „Einfluss von Interessenvertretungen und Lobbyarbeit“.

Wir sind gefragt: Demokratie selber machen

Mal abgesehen davon, wie zeitgemäß unsere prepräsentative Demokratie in genau dieser Form in Zeiten des Internets überhaupt noch ist, ist es also höchste Zeit, dass wir uns einschalten – jawohl, dass wir im Wahlkampf mal den Politiker sagen, was wir von ihnen erwarten. Und uns nicht mit schalen Wahlkampfversprechen abspeisen lassen, von denen wir wissen, dass sie diese in den letzten Legislaturperioden schon hätten einlösen können – wenn sie es denn gewollt hätten.

Deshalb gibt es gleich zwei Initiativen, die zu politischen Diskussionsrunden aufrufen. Beide möchte ich hier vorstellen. Und ich hoffe, möglichst viele von euch machen mit:

Campact: Aufbruch 2017

Unter dem Motto „Aufbruch 2017“ ruft die Protestorganisation Campact alle Menschen in Deutschland dazu auf, sich zusammen zu finden und gemeinsam Forderungen auszuarbeiten. Das können entweder private Runden sein. Dann sind diese nicht auf der Website lokalisiert und du kannst bzw. musst die Teilnehmenden persönlich einladen.

Es können aber auch öffentliche Runden sein. Dann brauchst du einen Veranstaltungsort, die Runde wird auf der Website von Campact mitsamt Adresse angezeigt – und jede/r, der sie sieht kann kommen. Die Diskussionsrunden müssen im Zeitraum vom 4. bis 18. Juni stattfinden. 

In jedem Fall bekommst du ein Paket mit Postern, Karten und einer Anleitung, wie du den Abend moderieren kannst. Das bedeutet, du brauchst dir nicht selbst Gedanken machen oder besondere Fähigkeiten mitbringen, um den Abend zu bestreiten. Eure Forderungen könnt ihr hinterher an Campact weiterleiten, die diese wiederum auswerten und an die Politik weitergeben.

ANMELDEN + MITMACHEN

2. Tag der offenen Gemeinschaft

Die Organisation „Die Offene Gesellschaft“ hat den 17. Juni zum Tag der offenen Gesellschaft ausgerufen. Und sie laden dich ein, eine öffentlichen Diskussions- und Festtafel zu organisieren: Die kann in deinem Garten stehen oder im öffentlichen Raum deiner Nachbarschaft oder einem zentralen Platz in deiner Gemeinde oder deiner Stadt. Das hängt von deiner Organisationslust ab.

Auch hier kannst du deine Diskussionsrunde auf der Website anmelden und wirst dann als Veranstaltungsort gelistet. Wie du die Zusammenkunft planst, ist hier viel offener. Du kannst das Ganze mit einem Essen verbinden – dann denke daran, dass gerade Ramadan ist. Oder auch mit kulturellen Aktivitäten. Das Ziel ist es jedoch vor allem, gemeinsam darüber zu diskutieren, wie wir uns eine offene Gesellschaft vorstellen.

Im Vordergrund der Idee steht – so verstehe ich es – also eher der persönliche Austausch und das Zusammenkommen und weniger die Formulierung irgendwelcher politischer Forderungen (wobei das eine das andere ja nicht ausschließt 🙂 Berichten könnt ihr über eure Ergebnisse und Erfahrungen mit dem Hashtag #dafür – so sollen die Ergebnisse auch öffentlich werden.

ANMELDEN + MITMACHEN

Mitmachen und mitdiskutieren

Wenn dir die Zeit fehlt, selbst eine Runde zu organisieren, kannst du auf den Website immer noch nachschauen, ob es in deiner Nähe jemanden gibt, der das gemacht hat – und wo du dich einfach als Gast einklinken kannst. Ich hoffe, das ganz viele Menschen diesen Aufrufen folgen. Und klar: Wir machen auch mit 🙂

 

Bildquelle: Tekniska museet
Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!

Eine Antwort auf "Leg los: Politische Diskussionsrunden"

  1. Öko-Theosoph
    Öko-Theosoph 3 Monaten ago .Antworten

    Ein Mensch sollte eine Gottesvorstellung nicht vorgegeben bekommen, sondern entsprechend seinen eigenen Wünschen (und Erkenntnissen) entwickeln. Ein Beispiel einer Gottesvorstellung ist: Die Natur ist göttlich, wobei es einen Bereich in der Natur gibt, der dem Menschen (oder dem Ich-Bewusstsein des Menschen) ewig verborgen ist. Gott ist kein Schöpfer. Gott ist nicht auf die Weise allmächtig, dass er z. B. einen unbelehrbaren Raucher retten kann. Christus ist nicht der Sohn Gottes. Der Mensch (oder das Ich-Bewusstsein des Menschen) kann mystische Erfahrungen (und Wunderheilungen) nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Wenn einmal keine mystischen Erfahrungen mehr gemacht werden, so bedeutet dies nicht, dass mystische Erfahrungen grundsätzlich nicht möglich sind. Sondern in diesem Fall werden die Menschen die Möglichkeit von mystischen Erfahrungen zunichtegemacht haben.
    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, immer mehr für den Naturschutz zu tun usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Traumsteuerung (einschließlich Heilen wie Jesus), Traumdeutung, Zeitdehnung usw. gehören zur ersten Stufe. Dann kommt die zweite Stufe (Tiefschlaf-Yoga), die dritte Stufe („Tod“-Yoga) usw. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Luzides Träumen kann gefährlich sein. Es ist z. B. gefährlich, wenn man während eines luziden Traumes versucht, den eigenen schlafenden Körper (oder externe Reize) wahrzunehmen. Man kann ohne luzides Träumen durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand) zu mystischen Erfahrungen gelangen.
    Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Es bedeutet auch eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Zudem müssen die Gefahren der Technologie immer weiter verringert werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Hilfreich sind auf der ersten Stufe Öko-Fahrzeuge (Lebensdauer bis zu 200 Jahre, klein, leicht usw.) sowie dünnwandige, einstöckige 3-D-Druck-Häuser. Außerdem superbillige Solaranlagen, energiesparende Geräte, Linsermethode gegen Krampfadern, Flexitarismus (höchstens 300 g Fleisch pro Woche) usw. Man sollte möglichst dort wohnen, wo man arbeitet. Man muss leistungsungerechtes Geldverdienen verhindern, überflüssige Arbeiten abschaffen usw. Wenn alle Menschen öko-spirituell orientiert sind, können sie sehr viel später in Rente gehen. Die berufliche Arbeitszeit kann reduziert werden auf 4 Stunden pro Woche. Nicht-berufliche Tätigkeit (in Arbeitsgruppen, Selbststudium usw.) sollte aufgewertet werden. Es kann (evtl. nur in Teilbereichen oder zeitweise) auf eine höhere berufliche Qualifikation und auf technischen Fortschritt verzichtet werden. Und zwar dann, wenn durch andere (ökologische) Maßnahmen das Leben genügend erleichtert werden kann. Dann kommt die zweite Stufe (Vegetarismus usw.), die dritte Stufe (Veganismus usw.) usw. Es stellt sich die Frage, ob sich die Situation in der Zukunft zunehmend verbessert. Oder sogar explosionsartig zunehmend verbessert. Dabei ist die individuelle (ggf. nachtodliche) Entwicklung maßgeblich; nicht die Entwicklung der Menschheit.

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