Aktion: Nabu sucht Vogelschützer

Bald kommt wieder die Zeit, in der sich Millionen von Zugvögeln auf den Weg in ihre Winterquartiere machen. Doch die weite Reise droht auch in diesem Jahr für viele schon im Süden Europas tödlich zu enden, wie etwa auf Malta. Der Inselstaat ist durch seine zentrale Lage im Mittelmeer alljährlich ein Anziehungspunkt für Millionen Zugvögel. Hier rasten sie ein letztes Mal, bevor sie Kurs auf die Küste Tunesiens oder Libyens nehmen.

Ein vom NABU mit Spendengeldern unterstütztes Camp soll die dort rastenden Zugvögel vor den Gewehren der mehr als 15.000 Jäger schützen. „Nachdem die Jagd im Frühjahr erstmals erfolgreich abgewehrt werden konnte, rechnen wir nun mit einem besonders ‚heißen’ Herbst“, beschreibt NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow die Situation.

Zusammen mit örtlichen Vogelschützern werden die Camp-Teilnehmer den Vogelzug beobachten und dabei Verstöße wie die illegale Jagd auf Greifvögel dokumentieren und der örtlichen Polizei melden. Die Eröffnung der Herbstjagd hat zur Folge, dass auch Tausende illegale Abschüsse besonders geschützter Vögel erfolgen. Wie eine Auswertung beringter Todfunde gezeigt hat, fallen den Jägern auch viele Vögel aus Deutschland zum Opfer, darunter selten gewordene Wespenbussarde, Rohrweihen, Pirole und Singdrosseln. Nicht wenige stehen bei uns auf der „Roten Liste“ gefährdeter Vogelarten.

Das international besetzte Vogelschutzcamp findet vom 13. bis 28. September im Süden der Insel Malta statt. Wer sich für den Schutz gefährdeter Vögel engagieren und das faszinierende Naturschauspiel des Vogelzugs erleben möchte, kann sich hierfür beim maltesischen NABU-Partner online unter www.birdlifemalta.org anmelden. Dort sind auch weitere Informationen zum Ablauf, zur Unterkunft und zu den Kosten zu finden.

Das Bündnis zwischen NABU, BirdLife International und weiteren Partnern konnte bereits einen Teilerfolg erzielen: Ende April untersagte der Europäische Gerichtshof der Regierung Maltas formell die alljährlichen Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben. Daraufhin verzichtete Maltas Regierung erstmals auf die Jagd der in die Brutgebiete zurückkehrenden Zugvögel. Infos: www.nabu.de

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Straßenkind für einen Tag

Am 20. November jährt sich der Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention zum 19. Mal.Ein guter Anlass, um darauf hin zu weisen, dass den Kindern dieser Welt...

Frische Fische – oder nicht?

Greenpeace hat einen neuen Verbraucher-Ratgeber veröffentlicht, der Auskunft darüber gibt, wie wir durch „richtigen“ Fischverzehr zum Schutz der Meere und Tierarten darin beitragen können....

Hartz IV = Mangelernährung?

Hartz IV ist Mensch unwürdig und reicht nicht zum Leben, kritisieren die einen. Die anderen rechnen vor, dass es sehr wohl geht. Ich persönlich...

Die Jugend tut nix? Denkste – sie ist extrem USEDFUL!

Theo Haustein (links) und Max Oerma (rechts) gründeten im Dezember 2012 das Sozial-Unternehmen USEDFUL: Ein Shop, indem es Upcycling-Produkte aus wieder verwendeten Materialien gibt....