Ein Besenstrich, ein Atemzug

»Ein Besenstrich, ein Atemzug«, pflegte Beppo der Straßenkehrer in dem Buch Momo von Michael Ende immer zu sagen. Oder anders gesagt: Wer langsam, aber bedacht und beständig vorgeht, kommt in der Regel schneller ans Ziel. Dieser Satz ist vielleicht klüger und weit reichender, als man zunächst meinen mag. Und genau an diesen Satz erinnerte ich mich, als ich von der aktuellen Fairtrade-Aktion hörte…

Bereits seid dem 14. September und noch bis zum 27. September  finden in ganz Deutschland die so genannte „Faire Woche“ statt. Mit allerlei Aktionen soll auf die Organisation Transfair, ihr Siegel und die Chance für die rund 7,5 Millionen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam machen, die dank fairem Handel ein menschenwürdiges Dasein führen können. Zu den vergangenen Aktionen gehörte beispielsweise, dass bei der Auftaktveranstaltung beim Brandenburger Tor in Berlin 1.000 Ballons in den Himmel stiegen.

Zu den kommenden Veranstaltungen gehört beispielsweise der Versuch, den „Weltrekord im Kaffeetrinken“ aufzustellen: Zwischen 10 und 11 Uhr dieses Tages ruft TransFair dazu auf, fair gehandelten Kaffee zu trinken. Das Rekord-Ziel: Mindestens 1.000 Tassen Fairtrade-Kaffee in einer Stunde (anmelden kann man sich unter www.transfair.org). Außerdem sollen nach dem 27.9. viele der Wahlplakate mit Fair-Trade-Plakaten überdeckt werden.

Auch wenn solche Aktionen und „Events“ vielleicht auf den ein oder anderen fast schon ein bisschen albern wirken mögen – gerade der Kaffee-Trinken-Rekord – so soll doch darauf hingewiesen sein, dass jeder die Aktion als schönen Anlass nehmen kann, um selbst mal wieder einen kleinen Atemzug – und einen kleinen Besenstrich zu tun: Laden Sie bspw.

Ihre Arbeitskollegen zum Fairtrade-Kaffee ein – oder überzeugen Sie gar ihren Chef, dass er von normalem, auf fair gehandelten Kaffee umsteigt. Denn es sind wahrscheinlich viele dieser kleinen – an sich vielleicht etwas albernen, auf jeden Fall von vielen belächelten – Taten, die unsere Welt insgesamt aber dann doch ein Stückchen besser machen.

Weitere Infos zur Fairen Woche gibt es unter: www.fairewoche.de

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktion: Nein heißt Nein

Wie sagen manchmal entnervte Eltern kurz und bündig zu ihren Kindern,wenn sie nach längeren Nervenstrapazen einfach genug von Dikussionen um den Lolli, noch eine...

Portrait: Klettern für eine bessere Welt

„Klettern für eine bessere Welt“, so übertitelt die Frankfurter Rundschau eine Bilderstrecke zu einer Aktivistin, die aufgrund ihrer ungewöhnlichen – und zwar ungewöhnlich charmanten...

Buchtipp: Solidarische Ökonomien & wirtschaftliche Alternativen – Teil 2

Buchtipp// Wir brauchen neue ökonomische Richtwerte, daran besteht kein Zweifel: wer die Umwelt wirklich schützen und damit uns allen – also allen Menschen dieser...

Unsere kleine (bessere) Welt

Gerade in den Stuben und Laboren der Studierenden passieren ja interessante Dinge. Zum Beispiel dieser kleine, aber ausgenommen hübsch und unterhaltsam gemachte Animationsfilm „Unsere...