Nur noch 20 Jahre…

…, bevor das Klima unkontrollierbar wird. So fasst es der James E. Hansen, Wissenschaftler am Goddard Institut der NASA, in einer im Juni 2008 veröffentlichten Studie zusammen.

Er war der erste Forscher, der vor fast genau 20 Jahren am 23. Juni 1988 – vor der Bedrohung durch den Klimawandel warnte. Jetzt legt er eine neue Studie vor, die die Gefahren noch sehr viel präziser einschätzt. Eine Zusammenfassung seiner Thesen sowie eindrückliche und alarmierende Bilder findet man auf der Website www.wetter.de Und die sollten sich ja mit Wetter auskennen…

Positive Rückkopplung

Die Gefahr liegt darin, dass unbemerkt immer weitere „positive Rückkkopplungen“ in Gang gesetzt werden. Eine positive Rückkopplung besteht z.B. darin, dass beim Abtauen der arktischen Eismasse das dunkelblaue Meerwasser die Sonnenstrahlung nicht so gut reflektiert wie das weiße Eis vorher. Wenn weitere positive Rückkkopplungen hinzukommen, hilft schließlich auch eine völlige Beendigung der antropogenen Treibhausgasemissionen nichts mehr. Dann wird ein sogenannter „Kipppunkt“ überschritten. Das Klima kippt endgültig. Es setzt eine Entwicklung ein, die absolut unkontrollierbar ist, so die Wissenschaftler.

Jetzt gibt es eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, die sich gegen die derzeitige „Klimahysterie“ und die daraus teils drastischen politischen Druckszenarien aussprechen, mit denen Otto Normalverbraucher konfrontiert wird. Immerhin hat sich die Industrie viele Jahrzehnte strikt geweigert, das Thema Klima überhaupt auf die Agenda zu setzen und sich auf eine zukünftige Klimakrise einzustellen.

Sofortige Maßnahmen gegen den Klimawandel

Das Thema Klimawandel ist ernst und bedarf sofortiger Maßnahmen. Doch darf es nicht zu einem Werkzeug der Tagespolitik werden, um z.B. Maßnahmen durchzusetzen, deren Wirksamkeit in Sachen Klimaschutz zwar strittig sind, die jedoch das Verhalten der Bevölkerung unnötig maßregeln und einschränken. So gibt es seit einiger Zeit ein Kampagne, die sich mit dem Thema Geburtenregelung beschäftigt und darauf abzielt, Familien mit mehr als einem Kind zu diskreditieren und andere seltsame Blüten.

Die klimatischen (wie auch energetischen) Probleme der Gegenwart und der Zukunft lassen sich nur gemeinsam angehen. Nach dem „Krieg gegen den Terror“ nun einen „Krieg gegen den Klimawandel“ auszurufen, könnte eben solche, schwer wiegenden, Folgen haben. Es gibt hinreichend Alternativen in der privaten Energienutzung, viele Tipps und Tricks um Strom zu sparen – diese sollten wir in den Fokus rücken, jedoch aufpassen, dass wir uns nicht hinreißen lassen und Maßnahmen akzeptieren, die in der Ursächlichkeit weit hinter den eigentlichen Ursachen für den Raubbau an unserer Umwelt stehen – welche man in der weltwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung der letzten Jahrzehnte sehen muss. Denn in jeder Krise steckt nicht nur eine Chance für neue Lösungen, sondern immer auch das Risiko für gesellschaftliche und politische Vereinnahmung…

Noch ein Zusatz James E. Hansen aus Science Blogs

„Ein ganz häufig betriebener Sport in der Klimaskeptiker Szene ist es, auf Jim Hansen einzudreschen. Hansen war einer der ersten, der die schlechte Nachricht der globalen Erwärmung dem US-Kongress vor nun ziemlich genau 20 Jahren überbrachte. Er trat bei dieser und noch einer Reihe anderer Anhörungen in seiner Funktion als Chef des Goddard Instituts, GISS, auf. Jim Hansen ist einer der führenden Klimamodellierer mit einer höchst beeindruckenden Liste von Publikationen zu verschiedenen Aspekten: Klima-Forcing/ Paleoklima/ Klimasensitivität etc.“

Man sollte jede Stimme (Pro und Contra) zu Wort kommen lassen. Wir werden uns daher noch eingehend mit dem Thema beschäftigen – und freuen uns über Zusendungen beider Fraktionen.

Quelle: Wetter.de
 Foto Pixelio.de (Robson)
 Science Blogs
Autor: Marek Als kleiner Junge lief ich immer mit einem Bleistift in der Hand herum und fragte die Menschen in meiner Umgebung Löcher in den Bauch. Denn genauso stellte ich mir einen Reporter vor: wie einen Detektiv mit Schreibblock... Auch heute noch versuche ich gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzutreten – so wie meine Helden von damals. Und das Projekt „Für eine bessere Welt“ ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit.
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