6. internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Asien ist der Kontinent mit den meisten Todesurteilen, berichtet Amnesty International. Im einzelnen heißt das laut der Menschenrechtsorganisation: Japan richte beispielsweise im Geheimen zum Tode verurteilte Bürger hin – nach Jahren der Einzelhaft und ohne vorherige Benachrichtigung des Verurteilten oder seiner Angehörigen.

In Pakistan sind unter den gegenwärtig 7.500 Menschen, die oftmals nach einem unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurden, sogar Minderjährige. Die Olympianation China ist mit mindestens 470 Hinrichtungen im Jahr 2007 weltweit trauriger Spitzenreiter. Diese Bilanz zog Amnesty International anlässlich des heutigen 6. Internationalen Tages gegen die Todesstrafe.

Rund 60 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Asien. Von diesen leben laut Amnesty Interantional wiederum 95 Prozent in Ländern, die die Todesstrafe vorsehen. „Die Welt blickt nach Asien, und Asien kann sich der Beachtung grundlegender Menschenrechte nicht länger verschließen,“ sagte Dr. Renate Müller-Wollermann von Amnesty International.

Wir fordern die Abschaffung der Todesstrafe in Asien

„Wir fordern die Abschaffung der Todesstrafe in ganz Asien. Indien, Südkorea und Taiwan können mit gutem Beispiel vorangehen und sich jetzt für einen Hinrichtungsstopp aussprechen“, so die Asien-Expertin.

Ingesamt zählte Amnesty International im Jahr 2007 1.252 Exekutionen in 24 Ländern – die Dunkelziffer liege jedoch wesentlich höher, meint die Organisation. Die meisten Hinrichtungen seien in nur einigen wenigen Staaten vollzogen worden: in China gefolgt von Iran, Saudi-Arabien, Pakistan und den USA. Die Menschenrechtsorganisation fordert eine weltweite Ächtung der Todesstrafe. Sie verletze das Recht auf Leben, habe keine abschreckende Wirkung auf Straftäter und in einem modernen Rechtssystem keinen Platz.

Amnesty International rief daher weltweit zu Protestaktionen gegen die Todesstrafe auf. In Berlin wurde beispielsweise vor der Japanischen Botschaft eine Mahnwache geben – in Japan sind laut Amnesty International dieses Jahr bereits 13 Straftäter hingerichtet. Die Verfahren seien äußerst intransparent.

Infos (viele Hintergrundinformationen): www.amnesty-todesstrafe.de

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktion: Argumente gegen Atomkraft

Kein Comeback der Atomkraft! fordert das Aktions-Netzwerk Campact.Deshalb lädt es nun für den 30. Oktober anlässlich der Eröffnung der Internationalen Endlagerkonferenz des Bundesministeriums für...

Aktion: Rote Hände

Seit dem 12. Februar 2002 gibt es eigentlich ein Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention, das den Missbrauch von Kindern als Soldaten verbietet – eigentlich.

Helfen: Menschen in Sri Lanka leiden

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden: sie leistet in Sri Lanka mit Unterstützung des deutschen Außenministeriums Nothilfe für Bürgerkriegsflüchtlinge.

10 Jahre Guantanamo. Fordert doch auch das damit endlich Schluss ist!

Am 11. Januar 2012 besteht das berüchtigte Gefangenenlager für mutmaßliche Terroristen auf dem US-Marinestützpunkt auf Kuba seit schon zehn Jahren! Ein schauriges und trauriges Jubiläum!...