Willst du in deiner Nachbarschaft politisch aktiv werden? Hier sind Tipps und Inspirationen

Go local – 8 kreative Ideen, um in deiner Nachbarschaft politisch aktiv zu werden

Misch dich ein – direkt vor deiner Haustür! Entdecke kreative und ungewöhnliche Wege, in deiner Nachbarschaft politisch aktiv zu werden. Von Kritischer Kartierung über Guerilla Gardening bis hin zum Wohnzimmer-Kino: Lass dich inspirieren, wie du mit Mut, Humor und Gemeinschaft echten Wandel in deinem Kiez startest!

Der Inhalt dieses Beitrags auf einen Blick:

  1. Wandbild für den Wandel
  2. Ein Gemeinschaftsgarten
  3. Der politische Lesekreis
  4. Nachbarschaftliche Tauschbörsen
  5. Kritisches Kartieren
  6. Zum politischen Filmabend einladen
  7. Nachbarschaftsfest mit politischem Flair
  8. Lesung im öffentlichen Raum

Du kannst diesen Beitrag lesen oder über diese Konsole wie einen Podcast hören …

In welcher Nachbarschaf willst du eigentlich leben? Schließe einmal kurz die Augen und stell dir vor, was du siehst, wenn du dein Haus verlässt und auf die Straße gehst: Wen kennst du? Was machst du? Worüber redest du? Lächelst du? Wie fühlst du dich? An was denkst du? Willst du in deiner Nachbarschaft politisch aktiv zu werden?

Nun, stell dir vor, deine Nachbarschaft ist ein lebendiger Schauplatz für genau den Wandel, den du dir wünschst in dieser Welt. Sie ist bunt, grün, laut und voller Ideen, die wirklich etwas bewegen. Vielleicht wohnst du in einem Kiez, der da schon ganz nah ran kommt. Vielleicht aber auch nicht. Dann lautet die gute Nachricht: Du musst kein Politiker und keinePolitikerin, kein Aktivist und keine Aktivistin sein, um die Welt vor deiner Haustür ein Stückchen besser zu machen.

Manchmal reicht schon ein Pinselstrich, ein paar Pflanzen oder ein guter Filmabend, um die Herzen deiner Nachbarn und Nachbarinnen zu öffnen und ihre Köpfe zum Nachdenken zu bewegen. In diesem Beitrag möchte ich kreative und zum Teil auch ungewöhnliche Wege zeigen, wie du mit anderen Menschen in deiner Wohngegend gemeinsam rebellisch, mutig und voller Humor aktiv werden kannst. Lass uns zusammen zeigen: Engagement kann Spaß machen – und richtig wirksam sein!

1. Wandbilder für den Wandel

Kunst verbindet und schafft Aufmerksamkeit für politische Themen. Eine Idee, die ich durch einen Beitrag im Magazin von Amnesty International hatte, wäre: Nutze das Format des Wandbildes, um Dinge zu thematisieren wie Verdrängung, steigende Mieten, Obdachlosigkeit oder Recht auf Stadt. Welche Macht Street Art haben kann, zeigen mutige Menschen in Syrien, Ägypten, Brasilien und weltweit!

Alternativ könnt ihr auch Schilder mit euren Anliegen und Hinweisen gestalten und in eurem Kiez aufhängen. Oder ihr malt rund um einen Wahlkampf eure ganz eigenen Plakate und platziert sie im öffentlichen Raum. So könntet ihr Themen Barrierefreiheit, Rassismus, Verkehrssicherheit, Grünflächen, Wohnraum, soziale Wärmewende oder Teilhabe von Kindern und Jugendlichen u.v.m. setzen. Es gibt viele Themen, für die es sich lohnt, in deiner Nachbarschaft politisch aktiv zu werden.

So setzt du eine Street-Art-Aktion um

  • Schritt 1: Organisiere ein erstes Treffen mit interessierten Nachbarinnen und Nachbarn, um Ideen und Wünsche zu sammeln.
  • Schritt 2: Suche nach geeigneten Flächen, z. B. öffentliche Wände oder private Hauswände mit Zustimmung der Eigentümerinnen und Eigentümer.
  • Schritt 3: Kläre rechtliche Rahmenbedingungen und hole gegebenenfalls Genehmigungen ein.
  • Schritt 4: Plane Workshops, in denen Techniken wie Wandmalerei oder Upcycling vermittelt werden. Achte auf nachhaltige Materialien.
  • Schritt 5: Vernetze dich mit lokalen Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturinitiativen für Unterstützung und Know-how.
  • Schritt 6: Organisiere die Umsetzung der Kunstwerke gemeinsam mit der Nachbarschaft. Lade ggf. auch die Presse ein.
  • Schritt 7: Dokumentiert eure Ergebnisse per Foto und/oder Video, um euch sichtbar zu machen und andere zu inspirieren.
  • Schritt 8: Pflege den Kontakt zu den Beteiligten und plane Folgeaktionen oder Ausstellungen.
Dragon Dreaming Intensiv-Workshop mit Ilona Koglin, Wie du deinen Traum von einer besseren Welt gemeinsam mit anderen verwirklichst.

Gemeinschaftsprojekte starten und umsetzen

Wir freuen uns, dass wir diesen 5-Tages-Workshop im Ökodorf Sieben Linden anbieten können: Hier erfährst du, wie du Projekte regenerativ, selbstorganisiert und gemeinschaftlich mit den Methoden des Dragon Dreaming erträumen, planen und erfolgreich umsetzen kannst. Kurze Inputs geben dir eine Einführung. In Kleingruppen erprobst du die Methoden dann vor allem aber selbst und sammelst praktische Erfahrungen.

2. Mit Gemeinschaftsgarten in deiner Nachbarschaft politisch aktiv werden

Ein schöner Garten kann deine Nachbarschaft in eine grüne Oase verwandeln. Außerdem kann ein Nachbarschaftsgarten bewusst als Ort politischer Bildung genutzt werden. Etwa mit Beeten zu Ernährungssouveränität, Saatgut-Tauschbörse oder Info-Abenden zu Bodenpolitik und Stadtrechten. Gemeinschaftsgärten sind zudem Orte, an denen die Menschen demokratische Prozesse lernen, ökologische Fragen verhandeln und Nachbarschaft aktiv leben und feiern. Gemeinsam etwas mit den Händen machen, da ist die Schwelle zum Mitmachen niedrig. Und ihr könnt euch über kulturelle und soziale Grenzen hinweg miteinander verbinden und euch kennenlernen. Ich finde, das sind alles tolle Aspekte!

Wie du einen Nachbarschaftsgarten angehst

  • Schritt 1: Recherchiere, welche öffentlichen oder halböffentlichen Flächen sich in deiner Nachbarschaft brachliegen oder vernachlässigt sind und sich eignen.
  • Schritt 2: Informiere dich über die rechtlichen Aspekte und kläre, ob das Bepflanzen erlaubt ist oder welche Genehmigungen nötig sind.
  • Schritt 3: Organisiere ein Treffen mit Nachbarinnen und Nachbarn, um Interesse und Unterstützung zu gewinnen.
  • Schritt 4: Macht gemeinsam einen Plan für euren Garten: wie ist er angelegt? Und was soll dort alles stattfinden? Wählt am besten pflegeleichte, ökologische Pflanzen aus, die zur Region passen und einen Mehrwert für die Umwelt bieten.
  • Schritt 5: Plant Pflanzaktionen, bei denen alle mithelfen können, und sorgt für Werkzeuge und Materialien. Denkt auch daran, das Ganze bunt und unterhaltsam zu gestalten mit gutem Essen, Musik und vielem mehr.
  • Schritt 6: Dokumentiert eure Aktionen mit Foto und/oder Video. Ladet ggf. die Presse ein und nutzt Social Media, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und weitere Unterstützung zu gewinnen.
  • Schritt 7: Pflegt die bepflanzten Flächen gemeinsam und dokumentiert, wie ihr in deiner Nachbarschaft politisch aktiv werdet.
  • Schritt 8: Vernetzt euch mit bestehenden Gartenprojekten und tauscht Erfahrungen aus.

Hilfreiche Ressourcen, Ideen und Beratung findest du unter anderem bei anstiftung und den Gartenpiraten.

3. Der politische Lesekreis

Gehörst du auch zu den Menschen, die Bücherstapel bei sich zu Hause haben – von Büchern, die du eigentlich gerne lesen würdest, aber irgendwie kommst du nie dazu? Dann überleg doch mal, ob du einen politische Lese- und Gesprächskreis in deiner Nachbarschaft etablieren möchtest. Er fördert den Austausch und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Außerdem motiviert er dich, die Bücher anzugehen, die du schon lange auf deiner Zu-Lesen-Liste hattest :-).

Lade gezielt Menschen aus deiner Nachbarschaft ein, die Interesse an gesellschaftlichen Themen haben. Wähle ein gemütliches Setting und bereite Impulse oder Fragen vor, die Diskussionen anregen. Achte auf eine respektvolle Gesprächskultur und ermögliche allen Beteiligten, ihre Meinung zu äußern. Dokumentiere die Ergebnisse und überlegt gemeinsam, welche Aktionen daraus entstehen können.

Wie du einen Lese- und Gesprächskreis gründest

  • Schritt 1: Lade gezielt Menschen aus der Nachbarschaft ein, die Interesse an politischen Themen haben. Nutze persönliche Ansprache oder digitale Plattformen wie https://nebenan.de.
  • Schritt 2: Wähle einen gemütlichen und barrierefreien Raum, idealerweise bei dir zu Hause oder in einem Gemeinschaftsraum.
  • Schritt 3: Bereite Impulse oder Fragen vor, die zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Manchmal bieten Verlage dafür Vorlagen auf ihren Websites an.
  • Schritt 4: Sorge für eine respektvolle Gesprächskultur, in der alle zu Wort kommen können. Überlege dir vielleicht eine Ablaufroutine, die jedes Mal gleich ist. Dann haben alle eine Orientierung, wie es am besten läuft.
  • Schritt 5: Plane regelmäßige Treffen, um den Austausch lebendig zu halten. Die Organisation Digitalcourage bietet dazu ein Termin-Umfragt-Tool an, das datenschutzsicher ist: https://nuudel.digitalcourage.de
  • Schritt 6: Wenn es richtig gut läuft, ihr zusammen gewachsen seid und euch politisiert habt, dann überlegt doch mal gemeinsam, ob Aktionen oder Projekte aus eurem Lesekreis entstehen könnten.

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4. Nachbarschaftliche Tauschbörsen

Tauschbörsen fördern nachhaltigen Konsum und stärken die Gemeinschaft. Das geniale ist, dass du dort alles mögliche tauschen kannst: Schuhe und Kleidung, Bücher, Saatgut, Hilfen (beim Einkaufen, Nähen, Reparieren & Co.) und vieles mehr. Ich hab einige Jahre zusammen mit anderen Kleidertauschpartys organisiert und das war jedes Mal ein wirklich tolles Fest! Am besten startest du mit einer Umfrage in deiner Nachbarschaft, was die Menschen gerne tauschen würden.

Wie du das Tauschen in deiner Nachbarschaft organisierst

  • Schritt 1: Führe eine Umfrage durch, welche Produkte oder Dienstleistungen in deiner Nachbarschaft getauscht werden sollen.
  • Schritt 2: Organisiere einen festen Termin und einen geeigneten Ort, etwa in einen Gemeinschaftsraum, einer Kirche oder an einem öffentlichen Platz.
  • Schritt 3: Kläre die Regeln für den Tausch, um Fairness und Vertrauen zu gewährleisten.
  • Schritt 4: Bewirb die Tauschbörse über Flyer, Social Media und lokale Geschäfte.
  • Schritt 5: Binde lokale Umweltinitiativen, Vereine, Einzelhandelsläden oder Repair Cafés ein, um Expertise und Reichweite zu erhöhen.
  • Schritt 6: Sorge für eine angenehme Atmosphäre und unterstütze den Austausch aktiv.
  • Schritt 7: Dokumentiere erfolgreiche Tauschgeschäfte, um Motivation für weitere Treffen zu schaffen.
  • Schritt 8: Plane regelmäßige Tauschbörsen, um nachhaltigen Konsum langfristig zu fördern.

Weitere Anregungen und Vorlagen findest du bei Tauschringadressen, Kleidertausch (https://kleidertausch.de) und „Repair Cafés“ (repaircafe.org). Weitere Ideen sind eine kleine „Little Free Library“ zum Tauschen von Büchern oder eine Saatguttauschbörse (eine Einführung findest du hier).

5. Kritisches Kartieren

Vielleicht geht es aber im ersten Schritt noch gar nicht um’s Verändern deiner Nachbarschaft. Vielleicht willst du zusammen mit deinen Nachbarinnen und Nachbarn erst einmal schauen, was jetzt gerade Sache ist in deinem Kiez. Dann könnte das kritische Kartieren ein spannender, kreativer und zugleich verbindender Prozess für euch sein. Dabei erstellen die Bewohnerinnen und Bewohner eines Viertels oder eines Dorfes gemeinsam eine große, künstlerisch gestaltete Karte, auf der sie Orte markieren – zum Beispiel solche mit Umweltbelastung, fehlender Infrastruktur, Diskriminierung oder auch solidarische Orte und Ressourcen. Die Methode ist bereits etabliert. Expertinnen und Experten für partizipative Prozesse schreiben, dass solche kollektiven Visualisierungen helfen, Probleme zu benennen und Forderungen zu entwickeln.

Wie du eine kritische Karte erstellst

  • Schritt 1: Lade interessierte Nachbarinnen und Nachbarn ein und finde erst einmal das Thema, die Themen oder den Raum, die ihr gemeinsam untersuchen wollt. Zum Beispiel könntet ihr mal schauen, wie barrierefrei euer Stadtteil eigentlich ist.
  • Schritt 2: Welche Materialien, Ressourcen und Programme braucht ihr? Was fehlt euch? Welche Organisationen, Institutionen oder Menschen könnten euch unterstützen?
  • Schritt 3: Nun folgt eine erste Erkundungstour. Macht euch erste Fotos, Notizen und Skizzen.
  • Schritt 4: Anschließend geht es ans Kartieren. Tauscht euch in der Gruppe über eure Erfahrungen und Perspektiven aus und bringt sie dann gemeinsam auf die Karte. Achtet auf die die von euch gewünschte Skalierung und Darstellung.
  • Schritt 5: Wie war es? Tauscht euch aus und diskutiert den Entstehungsprozess eurer Karte. Überlegt, was mit der Karte geschehen soll: wollt ihr sie im Internet veröffentlichen? Oder wollt ihr sie an eine Behörde weiterleiten?

Weitere Infos zum kritischen Kartieren findet ihr auch in einem Reader „Kritisches Kartieren“ des Wiseenschaftsprojektes „Partizipative Erinnerungspädagogik“: https://www.partizipativ-erinnern.de/fileadmin/user_upload/methoden/Kritisches_Kartieren.pdf

6. Lade zum politischen Film-Abend ein

Dokumentarfilme können politische Themen super vermitteln und sprechen Menschen vor allem auch emotional an. Der Film „Tomorrow“ (tomorrow-derfilm.de) hat zum Beispiel ganz viele Menschen angesprochen, die ich kenne. Sie haben sich von ihm sehr inspiriert und ermutigt gefühlt, etwas für eine bessere Welt zu tun. Das kannst du nutzen!

Wähle also Filme aus, die relevante gesellschaftliche Fragen aufgreifen und zum Nachdenken anregen. Plane im Anschluss eine moderierte Diskussion, um den Austausch zu fördern. Vielleicht kannst du ja sogar Expertinnen und Experten einladen. Oder es schließen sich gemeinsame Aktivitäten an, etwa eine der anderen Ideen hier aus diesem Blogpost.

Für Filmtipps und Materialien bieten Plattformen wie das Haus des Dokumentarfilms (https://www.dokumentarfilm.info) oder bei den One World Filmclubs (https://www.oneworldfilmclubs.at).

Wie du mit einem politischen Filmabend in deiner Nachbarschaft politisch aktiv wirst

  • Schritt 1: Mein erster Schritt wäre immer, mich mit anderen zusammen zu tun. Du kannst aber auch erst einmal alleine loslegen. Wähle alleine oder gemeinsam mit anderen den Film oder die Filme aus, die dir gefallen und die gesellschaftliche oder politische Themen gut darstellen.
  • Schritt 2: Die einfachste Art, einen Filmabend zu veranstalten, ist, wenn er bei dir zuhause stattfindet. Wenn du einen Raum hast, der groß genug ist, sowie einen Beamer oder einen großen Screen, dann kann’s losgehen. Ansonsten musst du erst mal einen barrierefreien Raum finden. Frage doch mal in einer Bibliothek oder einem Kulturzentrum nach, und kläre die technischen Voraussetzungen.
  • Schritt 3: Wie soll der Filmabend aussehen und ablaufen? Schaffe zum Beispiel eine gemütliche Atmosphäre in dem Raum mit bequemen Sitzgelegenheiten und vielleicht auch Snacks. Plane im Anschluss eine moderierte Diskussion, um den Austausch zu fördern. Lade vielleicht sogar auch Expertinnen und Experten ein, die zusätzliche Perspektiven bieten können.
  • Schritt 4: Bewirb die Veranstaltung über lokale Medien, Social Media und Aushänge.
  • Schritt 5: Dokumentiere die Veranstaltung und sammle Feedback für zukünftige Abende. Lege dazu vielleicht vorab einen kleinen Umfragebogen an, auf dem du auch nach Film- und Themenwünschen fragen kannst.
  • Schritt 6: Am besten bleibst du nicht alleine, sondern gewinnst andere und wirst mit ihnen zu einem richtigen Team. Dann ist die Arbeit nicht so viel und ihr könnt euch auch gegenseitig mal ersetzen. Wenn ihr die Filmabende regelmäßig macht, dann überlegt euch, wie ihr euch (online) organisieren und die Abläufe standardisieren könnt.

7. Nachbarschaftsfest mit politischem Flair

Ein kleines, aber feines politisches Nachbarschaftsfest schafft Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Engagement – ganz entspannt und privat, nur mit den Menschen aus deiner direkten Umgebung. Vielleicht bringen alle eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken mit. Vielleicht gibt es die Möglichkeit eines kleinen Tauschbasars. Oder vielleicht habt ihr auch Lust auf eine winzige Mitmachaktionen, Musik, Tanz …

Wichtig ist: du solltest nicht alles alleine organisieren. Sei am besten von Anfang an sehr offen. Lege es darauf an, dass möglichst alle mitmachen und mit gestalten können. Dann entsteht schon während der Vorbereitung eine lebendige Gemeinschaft, die sich kennt und gemeinsam etwas bewegen will. Das Fest ist dann eine tolle Chance, dass sich alle Nachbarinnen und Nachbarn besser kennenlernen, Ideen teilen und erste Schritte planen, um in deiner Nachbarschaft politisch aktiv zu werden.

Wie du ein Nachbarschaftsfest angehst

  • Schritt 1: Lade gezielt die Nachbarinnen und Nachbarn aus deiner Straße oder deinem Haus per Flyer, Aushang oder digital für die Vorbereitung ein.
  • Schritt 2: Wählt gemeinsam einen passenden, gemütlichen Ort (etwa einen Garten, einen Hof oder einen Gemeinschaftsraum) und einen Termin, der für die meisten passt.
  • Schritt 3: Plant zusammen ein lockeres Programm – zum Beispiel mit kurzen Impulsen zu politischen Themen, Infoständen oder Diskussionsrunden. Kleine Mitmachaktionen wie eine Wunschwand, ein Ideen-Pinnwand oder ein Tauschregal bringen alle ins Gespräch.
  • Schritt 4: Sorgt für einfache Snacks und Getränke, gern auch zum Teilen – das fördert die Gemeinschaft.
  • Schritt 5: Organisiert ausreichend Sitzgelegenheiten, Tische und ggf. Informationsmaterial.
  • Schritt 6: Ermutige alle, offen und respektvoll miteinander zu sprechen, und schaffe Raum für unterschiedliche Meinungen.
  • Schritt 7: Denkt auch an die Nachbereitung. Sammelt zum Beispiel während des Festes Feedback und Ideen für weitere Treffen oder gemeinsame Aktionen.
  • Schritt 8: Überlegt euch, wie sich Menschen möglichst einfach vernetzen und den Kontakt halten können.

8. Lesungen im öffentlichen Raum

Marek und ich, wir wohnen in einer Siedlung in Hamburg, in der es große Gärten und viele Grünflächen gibt. Direkt vor unserer Haustür gibt es zum Beispiel eine Doppelreihe von japanischen Kirschbäumen. Immer im Frühjahr verwandeln sie sich in ein riesiges rosa Blütenmeer. Und viele Jahre fanden unter diesen Kirschblüten immer Dichterlesungen statt. Alle aus der Siedlung konnten einfach kommen.

Solche Lesungen schaffen Raum für Diskussion und Inspiration. Das ist gar nicht so aufwendig. Du kannst das auch organisieren. Tu dich dazu am besten mit zwei, drei anderen Menschen zusammen. Dabei lernst du dann nicht nur deine Nachbarinnen und Nachbarn kennen, sondern auch spannende Autoren und Autorinnen!

Wie du eine Nachbarschaftslesung ins Leben rufst

  • Schritt 1: Suche in deiner Nachbarschaft Menschen, die Lust haben, das Projekt mit dir zu starten. Wenn du niemanden findest, dann leg schon mal alleine los. Sicher stößt noch jemand dazu!
  • Schritt 2: Organisiert einen geeigneten Raum mit guter Akustik. In unserem Fall fand die Lesung draußen statt – da ist die Akustik aber schwieriger und außerdem ist man dann ziemlich vom Wetter abhängig. Schau dich daher um, ob es in deiner Nachbarschaft nicht eine Bibliothek, ein Gemeindezentrum, eine Buchhandlung oder ein Café, das dir einen Raum zur Verfügung stellt.
  • Schritt 3: Wählt die Autorinnen und Autoren aus, die euch interessieren und die an Lesungen interessiert sind. Alternativ könnt ihr euch natürlich auch den Lesestoff aussuchen und selbst die Lesung halten. Vereinbart Termine und klärt technische Details wie Mikrofon und Beleuchtung.
  • Schritt 4: Bewerbt die Veranstaltung in eurer Nachbarschaft. Vernetze dich mit Buchhandlungen und Kulturvereinen für weitere Kooperationen.
  • Schritt 5: Plant den Ablauf der Veranstaltung. Achtet darauf, dass es genug Raum für Fragen und Gespräche nach der Lesung gibt. Dokumentiere die Lesungen, um die Reichweite zu erhöhen. Sammelt Feedback von den Besucher*innen ein, wenn ihr weitere Veranstaltungen organisieren und euch weiter entwickeln wollt.
  • Schritt 6: Plant regelmäßige Lesereihen, um kontinuierlich politische Bildung zu fördern. Ein langer Atem zahlt sich unserer Erfahrung nach aus: Je besser eure Veranstaltung etabliert ist und je verlässlicher sie stattfindet, desto mehr spricht sich die Sache herum. Dann kommen immer mehr Menschen. Achtet aber auch darauf, dass immer auch etwas Neues passiert, damit die Sache spannend bleibt.

Mein Appell an dich: Leg einfach los – jetzt kannst in deiner Nachbarschaft politisch aktiv werden!

Jetzt liegt es an dir: Pack die Chance beim Schopf und starte dein eigenes kleines politisches Nachbarschaftsfest! Werde in deiner Nachbarschaft politisch aktiv! Lade deine Nachbarinnen und Nachbarn ein, tut euch zusammen und schafft gemeinsam einen Raum für Austausch, Ideen und echten Wandel. Denn Veränderung beginnt dort, wo wir leben – direkt vor unserer Haustür. Mach den ersten Schritt und bringe zum Vorschein, wie viel Kraft in eurer Gemeinschaft steckt!

Für diesen Text habe ich die KI neuroflash zur Unterstützung bei der Recherche und im Dialog über die Struktur genutzt.

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

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