Es gibt ja viele Formen des friedlichen oder zivilen Widerstands. Grafitti gehört schon seit Jahrzehnten zu den sichtbaren Zeichen des Protests, die wohl die meisten – selbst engagierte – Menschen aufregt. Doch der Gedanke, der hinter der Straßenkunst steckt, ist an sich gar nicht so abwegig oder unsinnig.

Es geht (jedenfalls im Ursprung) darum, dass wir (Menschen im allgemeinen und Bürger) den öffentlichen Raum, der ja eigentlich uns als Gemeinschaft oder Gesellschaft zur Verfügung stehen sollte, zurück „erobern“. Denn mittlerweile gibt es zumindest in Städten ja kaum noch ein Fleckchen, das nicht mit Werbung zu gekleistert wird – und uns belästigt. Viele Sprayer haben sich übrigens im Laufe der Jahre zu ernst zu nehmenden Künstlern weiter entwickelt. Mehr und mehr Ausstellungen und Publikationen widmen sich dieser Kunstform.

So weit, so gut. Dennoch es war und bleibt es für viele eben auch eine Geschmacksfrage – nicht alle stehen gerade auf die typischen Versionen dieses Genres. Aber es gibt Alternativen. Über das so genannte Knit-fiti habe ich ja bereits schon mal berichtet. Dabei bestrickten Aktivisten öffentliche Räume – sprich Laternenpfähle, Parkuhren, Zäune, Brückenpfeiler usw. usf.

Eine weitere Alternative pflegt der Künstler Andy Uprock aus Sidney, Australien, unter dem Begriff „cuprocking“. Seine Street Art entsteht im Bit-und-Byte-Pixel-Verfahren: In Maschendrahtzäune klemmt er verschieden farbige Plastikbecker und erzeugt so Schriften und Bilder. Hier die Website mit einer umfangreichen Bildergalerie und Videos: www.cuprocking.com