Ich hatte das schon vorher mal in einer Reportage gehört (und ab da nur noch Glasflaschen gekauft), dass PET-Flaschen “hormonell wirsame Stoffe” enthalten, wie der BUND schreibt. Nun scheint es eine Untersuchung zu geben…

Nachdem Frankfurter Wissenschaftler gestern bekannt gaben, dass in PET-Kunststoffflaschen gefüllte und in deutschen Supermärkten gekaufte Mineralwässer hormonell wirksame Schadstoffe enthalten, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Verbot des Einsatzes dieser Chemikalien in Lebensmittelverpackungen gefordert.

Die Forscher hatten in Versuchen mit weiblichen Schnecken Fruchtbarkeitsstörungen nachgewiesen. Die Versuche waren mit PET-Kunststofflaschen von sieben deutschen Herstellern durchgeführt worden und brachten bei drei Viertel der getesteten Wässer ähnliche Ergebnisse.

Millionen Verbraucher unter Hormonbeschuss?

„Es ist ein echter Skandal, dass Mineralwasser in PET-Flaschen, das von Millionen Verbrauchern täglich getrunken wird, sich nun als hormonell wirksam erweist“, sagte Patricia Cameron, BUND-Expertin für Chemiepolitik. Bereits in früheren Tests seien bereits Weichmacher und die Chemikalien Bisphenol A und Nonylphenol nachgewiesen worden, so der BUND. Auch das Schwermetall Antimon, das als Katalysator bei der Herstellung von PET-Material verwendet wird, sei in Mineralwässern enthalten. Alles ebenfalls hormonell wirksame Stoffe.

Diese hormonelle Schadstoffe können laut BUND das Hormonsystem empfindlich stören und zu schwerwiegenden Gesundheitsstörungen führen. Besonders gefährdet seien Föten und Kleinkinder, bei denen schon geringste Konzentrationen hormoneller Schadstoffe zu Schädigungen im späteren Leben führen können. Beeinträchtigt werden könne die Fortpflanzungsfähigkeit. Außerdem könnten Immunschwächen und Verhaltensstörungen ausgelöst werden.

Hormonelle Stoffe in Lebensmittelverpackungen verbieten

Einige der am häufigsten verwendeten Weichmacher sollen erst vor wenigen Monaten von der EU in eine Liste der gefährlichsten Chemikalien aufgenommen worden sein, wie der BUND meldet. Deren Nutzung sei im Rahmen des neuen Europäischen Chemikaliengesetz REACH stark eingeschränkt oder sogar ganz verboten worden.

Der BUND forderte die EU nun natürlich auf, die Verwendung hormonell wirksamer Stoffe bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen generell zu verbieten. Weitere Untersuchungen seitens der Lebensmittelbehörden seien dringend nötig, um die Belastungen durch hormonelle Schadstoffe in Mineralwässern und anderen Getränken umfassend aufzuklären.

Keine PET-Flaschen mehr

Oder macht es einfach so wie ich: kaft keine PET-Flaschen mehr! Denn dann verschwinden sie ganz von alleine vom Markt. Auch Cameron rät Verbrauchern vorerst vom Kauf von PET-Flaschen ab: „Auch wenn das Ausmaß der Gesundheitsgefährdungen durch hormonelle Schadstoffe in Mineralwässern noch unklar ist, sollten Verbraucher vorsorglich Trinkwasser aus dem Wasserhahn oder aus Mehrweg-Glasflaschen bevorzugen“.

Infos: www.bund.net

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