Rund 97 Prozent haben bereits einen digitalen Fingerabdruck im Netz hinterlassen, so berichtet eine Studie unter www.w3b.org. Dabei ist den meisten jedoch alles andere als wohl.

Rund 70 Prozent wollen ihre Daten nur ungern preis geben, weil sie einen Missbrauch zu Werbezwecken befürchten. Etwa 57 Prozent befürchten, dass ihre Daten gezielt ausspioniert werden und zirka 14 Prozent sind aus anderen Gründen skeptisch. Nur etwa 8 Prozent halten die Datenschutzbestimmungen für so streng, dass keine Gefahr droht und rund 5 Prozent vertrauen beim Thema Datenschutz auf die Technik.

Dabei wissen längst nicht alle, dass man gar keine Daten aktiv anzugeben braucht, um eine Datenspur im Web zu hinterlassen. Viele sind froh, wenn ein Anti-Virus-Programm läuft und wähnen sich damit in Sicherheit. Doch dem ist nicht so.

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen gibt auf seiner Website beispielsweise Auskunft darüber, wie anhand der IP-Nummer eines Computers (eine Art Identifikationsnummer, die einen Rechner eindeutig identifiziert) oder auch Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzerverhalten ausspioniert werden kann. Auch so genannte aktive Inhalte – also ActiveX-, JavaScript- oder Java-Inhalte, die eigentlich dazu dienen sollen, eine Website dynamisch zu gestalten – können demnach für solche Zwecke missbraucht werden. Unter heise.de gibt es einen “Browser-Check“, mit dessen Hilfe Sie die bestmöglichst Sicherheits-Einstellungen finden können sollen.

Eine Alternative sind zum einen so genannte Anonymisierungsdienste, die die Spur Ihrer IP-Nummer verwischen. Einen solchen Dienst hat beispielsweise das unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein entwickelt. Man kann sich leicht denken, dass diese bei etlichen Politikern und anderen nicht gerade auf Gegenliebe stößt, da dieser Service natürlich auch für nicht gerade ehrenhafte Anliegen missbraucht werden kann (siehe dazu beispielsweise einen Artikel in der SZ). Auch alternative Suchmaschinen gibt es bereits – ein Beispiel ist ixquick, eine Meta-Suchmaschine, die anonymes Recherchieren im Web ermöglichen soll.

Genauso wenig gibt es ein “Briefgeheimnis” bei Emails. Die o.g. Website liefert ein anschauliches Beispiel: “Eine Nachricht wir von Server zu Server gereicht, bis das Ziel erreicht wurde. Wenn Sie eine Email im Klartext verschicken, wäre die so, als ob Sie Ihrer Lieben am anderen Ende des Bahnhofplatzes eine Postkarte senden würden, die von Hand zu Hand weitergereicht wird”. Hier laute die Lösung: Verschlüsselung.

Auch hierzu gibt es bereits Empfehlungen, Tipps und technische Services. Informationen findet man beispielsweise bei dem bereits genannten Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen, beim unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein oder auch bei einem speziellen Email-Check von heise.de.

Übrigens: Auch interessant für Leute mit viel Zeit und einem ausgeprägten Sinn für den Schutz der eigenen Daten sind die Formulare beim unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, mit denen man abfragen kann, was Banken, Behörden, Medien, Verfassungsschutz und so weiter und so fort über einen gespeichert haben. Dabei sollder Anspruch auf Auskunft, Berichtigung, Sperrung oder Löschung dieser Daten gesetztlich verankert sein.

Bild-Credit: Bernd Kasper (pixelio)