Konjunkturprogramm erhitzt das Klima

Gerade hatten wir den Vorschlag des BUND für ein ökologisches Konjunkturprogramm veröffentlicht, da erreichte uns die erstaunliche Nachricht: Mit Steuergeldern sollen die Deutschen nun angeheizt werden, kräftig neue Autos zu kaufen. Auch und vor allem in große Spritfresser. Die Reaktion des BUND folgte natürlich auf dem Fuße und wir wollen sie niemandem vorenthalten:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält wesentliche Teile des heute vom Bundeskabinett beschlossenen Konjunkturpaketes für umweltpolitisch kontraproduktiv. Mit Steuermilliarden werde der Anstieg von CO2-Emissionen angekurbelt, anstatt das Land zukunftsfähiger zu machen. Spritfressern und Dieselfahrzeugen würden höhere Steuernachlässe versprochen als sparsamen Fahrzeugen. Der Bau neuer Autobahnen und die Subventionierung des Kaufs ineffizienter Pkw setzten die falschen Signale. Während in anderen Ländern Marktanreize für CO2-arme Pkw eingeführt würden, beschreite Deutschland einen Irrweg. Abgesehen vom Klimaschaden hätten darunter auch die Verbraucher zu leiden, wenn sie an den Tankstellen mehr bezahlen müssten.

Mit der geplanten Steuerbefreiung für alle neuen Pkw setze die Bundesregierung die Verunsicherung der Autokäufer fort. Sie fördere Spritfresser und kündige zugleich eine CO2-basierte Kfz-Steuer für 2011 an, mit der genau diese Fahrzeuge dann stärker zur Kasse gebeten werden sollen.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender:

„Zusätzliches Geld darf nur für Energiesparprogramme und für Investitionen in erneuerbare Energien ausgegeben werden. Dazu gehört auch ein Klimaschutzfonds, der mit 500 Millionen Euro jährlich auszustatten ist. Damit lassen sich Energieberatungen und der Kauf sparsamer Elektrogeräte fördern. Zwei Milliarden Euro jährlich fordern wir für Investitionen in den Schienengüterverkehr und in Regionalbahnen. Sprit fressende Pkw sollen mehr Steuern zahlen, wenig Schadstoffe ausstoßende Neuwagen hingegen komplett von der Steuer befreit werden.“

Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh forderte die Koalition auf, die Kfz-Steuer umgehend in Bundeshoheit zu übernehmen. „Es muss alles getan werden, um die von den Umwelt- und Verbraucherverbänden geforderte Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis bereits Mitte 2008 (sic! wahrscheinlich 2009) in Kraft zu setzen. Nur so erhalten die Verbraucher Klarheit darüber, was der Kauf eines neuen Autos an Folgekosten nach sich zieht.“

Weitere Infos gibt’s unter www.bund.net

ilona

ist freie Jour­na­lis­tin, Publizistin, Projekt­ma­che­rin und Medienaktivistin. Seit über zehn Jahren schreibt sie Bücher, Blogposts, macht Podcasts, gibt Workshops und hält Vorträge. Zudem begleitet und berät sie öko-soziale Organisationen, Gemeinschaften, Künstler:innen, Kreative und Aktivist:innen bei der ganzheitlichen und nachhaltigen Planung und Kommunikation ihrer Projekte und Bücher.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die Jugend tut nix? Denkste – sie ist extrem USEDFUL!

Theo Haustein (links) und Max Oerma (rechts) gründeten im Dezember 2012 das Sozial-Unternehmen USEDFUL: Ein Shop, indem es Upcycling-Produkte aus wieder verwendeten Materialien gibt....

„wikia green“ auf Deutsch

Eine „grüne“ Variante von Wikipedia ist Wikia Green: Online-Lexikon für ökologisch bewusstes Leben mit alphabetisch geordneten Ratschlägen aus allen Bereichen des Lebens, das 2008...

8 Tipps zum Lebensmittel retten

Lebensmittel retten bedeutet, diese vor dem Mülleimer zu bewahren. Die zu krumme Gurke. Der abgelaufene Joghurt. Das Brot von gestern. Viel zu viel Lebenesmittel...

Ein Survival Guide, dieses Buch könnte Dein Leben retten

»Dieses Buch könnte Ihr Leben retten« heißt es in der Unterzeile des kompakten Handbuchs von Colin Towell. Und tatsächlich: Auf 320 Seiten und mit...