Während sich die Politiker noch über Sinn und Zweck der so genannten „Reichensteuer“ streiten und ängstlich auf die Wählerstimmen schielen – werden „die Reichen“ mittlerweile einfach selbst aktiv: vorgestern stellte sich die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe der Öffentlichkeit vor. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die durch Erbschaft, Arbeit, erfolgreiches Unternehmertum oder Kapitalanlage zu einem Vermögen von 500.000 Euro gekommen ist und die meint:

Wir fordern eine Vermögensabgabe ab einem Gesamtvermögen von 500.000 Euro. Die Höhe soll in den Jahre 2009 und 2010 jeweils fünf Prozent betragen. Als Vermögen zählen das Geldvermögen, Geschäftsvermögen sowie Immobilien etc. abzüglich möglicher Schulden. Für Betriebsvermögen soll ein höherer Freibetrag von 3 Mio. Euro gelten.

Allerdings soll die Vermögenssteuer zweckgebunden sein. „Die Einnahmen sollen in die Bereiche Ökologie, Bildung und Soziales investiert werden. Sie dürfen nicht zum Stopfen allgemeiner Haushaltslöcher gebraucht werden“, fordert die Initiative – beispielsweise sollen damit die Hartz IV und BaFöG-Sätze erhöht , die erneuerbare Energiegewinnung gefördert und mehr Bildungs- und Pflegepersonal eingestellt werden. Entstanden ist die Idee bei einer Tagung der Bewegungsstiftung (wir berichteten bereits „Sind Sie ein Bewegungsstifter?“).

Noch sind es anscheinend „nur“ über 20 Vermögende, die dies fordern. Nun geht es natürlich darum, der Initiative Kraft zu verleihen, indem sich immer mehr Vermögende diesen Forderungen anschließen. Deshalb ist jeder, der 500.000 Euro und mehr sein eigen nennt, dazu aufgefordert, sich einzutragen (geht online über die Website) und somit die Bewegung zu unterstützen.

Weitere Infos:  www.appell-vermoegensabgabe.de