Die Inhalte dieses Beitrags im Überblick:
- Wie wähle ich die passende Demo aus?
- Was brauche ich zur Vorbereitung einer Demo (inklusive Checkliste)?
- Wie gestalte ich ein tolles Demo-Schild?
- Worauf muss ich während einer Demo achten?
- Was mach ich nach einer Demo?
Proteste und Demonstrationen sind das Herzstück einer lebendigen Demokratie. Sie sind ein bunter, kreativer und ganz oft fröhlicher Raum, in dem Menschen gemeinsam ihre Forderungen verkünden, auf Missstände aufmerksam machen und Veränderung einfordern. Ob sie nun für Klimagerechtigkeit, gegen Rechts, für soziale Gerechtigkeit oder gegen Gewalt an Frauen und vieles mehr einstehen – Demonstrationen zeigen, dass die Demokratie nicht nur in Parlamenten, sondern auch auf der Straße gestaltet wird.
Gerade in diesen Zeiten, wo autoritäre Bestrebungen unsere Demokratie unter Druck setzen, ist es wichtig, dass du lernst, wie du dich mit einbringen kannst! Demos und gemeinsame Proteste sind ein tolles Zeichen der Solidarität, des Widerstands und der Hoffnung. Und du bewegst dich hier in der Stärke und Gemeinschaft der Menge. Es ist also ziemlich sicher und macht Spaß!
Was erwartet mich bei einer Demo?
Du willst das erste Mal in deinem Leben auf ein Demo? Das finde ich super!!! Manche werden von ihren Freunden oder ihrer Familie mitgezogen. Für andere ist es ein eigener, wichtiger Schritt. Vielleicht hast auch du lange überlegt, ob du deine Stimme erheben und Teil einer Bewegung sein willst? Der Vorteil von Demos ist: du kannst dich spontan entscheiden, engagierst dich für einen ziemlich überschaubaren Zeitraum – und kannst dir danach in aller Ruhe überlegen, ob du auf diesem Weg weitermachen willst oder nicht.
Demos sind damit eine ziemlich gute Sache für deinen Einstieg ins Engagement für eine bessere Welt. Aber vielleicht bist du auch schon ganz lange sozial oder ökologisch engagiert – aber eher im Hintergrund, in kleinen Gruppen oder gar in eins-zu-eins-Aktivitäten? Dann: herzlichen Glückwunsch, dass du es wagst, den Schritt „nach draußen“ zu gehen und laut zu werden! Wir brauchen Menschen wie dich – gerade jetzt!
Vielleicht fragst du dich Was erwartet mich dort? Wie bereite ich mich vor? Keine Sorge – dieser Leitfaden begleitet dich durch jeden Schritt, von der Vorbereitung bis zum Engagement danach. Du bist nicht allein. Und es ist auch normal, dass du beim ersten Mal nervös bist. Mir ging es genauso! Aber denk daran: Jede große Bewegung beginnt mit Menschen, die sich zum ersten Mal trauen, hinauszugehen. Deine Präsenz stärkt nicht nur deine eigene Stimme, sondern auch die aller anderen. Also: Atme tief durch, informiere dich – und lass uns loslegen:
Ist diese Demo was für mich?
Überlege dir zunächst, warum du zu einer Demo gehen willst. Vielleicht kennst du schon ganz genau das Thema, weil es in der Luft liegt – so, wie nach der Atomkatastrophe in Fukushima die Straßen voll waren mit Demonstrantinnen und Demonstranten. Oder Anfang 2025, als Millionen von Menschen auf die Straße gingen gegen die Remigrationspläne der AfD. Dennoch ist es eine gute Idee, wenn du dich noch mal genauer informierst, bevor du für oder gegen etwas auf die Straße gehst.
Bevor du zu einer Demo gehst, solltest du wissen, wofür du da überhaupt einstehst. Recherchiere am besten die Hintergründe der Demonstration:
- Wer organisiert die Demo? Sind es NGOs, Gewerkschaften, lokale Initiativen oder überregionale Netzwerke?
- Was sind ihre konkreten Forderungen? Gibt es ein Positionspapier oder eine Website mit Informationen?
- Welche Argumente gibt es? Ich finde es immer gut, wenn ich nicht nur die eigene Position verstehe, sondern auch die Gegenargumente. Das hilft dir, wenn es am Rand einer Demo zu einer Diskussion kommt. Ich habe dann die Argumente parat und kann souverän und gelassen bleiben.
Mein Tipp: Ich schau mir vor Demos immer noch mal aktuelle Artikel an, höre mir Podcasts zum Thema an und schaue auf die Website und die Fediverse-Kanäle der Organisator*innen. Mir geht es so: Je besser ich mich vorab informiert fühle, desto selbstbewusster kann ich meine Meinung auch vertreten.
Manchmal wird mir bei der Recherche übrigens auch klar: Das ist doch nicht meine Demo! Vielleicht hat mich erst ein Slogan oder ein Logo angezogen und ich fand das interessant und unterstützenswert. Aber wenn ich dann genauer nachschaue, dann stimme ich doch nicht genug mit den Forderungen überein. Ich finde, nicht jede Demonstration passt zu jeder und jedem – und das ist okay. Als hilfreich haben sich folgende Fragen erwiesen:
- Thema: Steht es im Einklang mit meinen Werten? Fühle ich mich emotional oder intellektuell damit verbunden?
- Größe: Möchte ich bei einer kleinen, überschaubaren Kundgebung dabei sein oder lieber bei einer großen, lautstarken Demonstration? Oder ist mir das egal, weil es mir vor allem um das Thema geht?
- Ort: Ist die Demo in meiner Nähe? Bin ich bereit, weiter zu reisen? (Hinweis: Tipps zu etwas längeren Anfahrtsstrecken und dass diese kein Hinderungsgrund sind, findest du unten).
Wie finde ich die richtige Demo?
Vielleicht geht es dir auch so, wie mir: Du weißt zwar, wofür oder wogegen du dich engagieren willst, hast aber von keine Demo in deinem Umfeld gehört. Dann musst du dich schlau machen und dafür gibt es meiner Erfahrung nach folgende Möglichkeiten:
- Suche nach Plattformen, die einen Überblick über den anstehenden Demos in einer Region oder Stadt geben. Das können zum Beispiel die Webseiten regionaler Zeitungen oder Stadtmagazine und ähnliches sein.
- Suche nach Organisationen, Initiativen und Bündnissen, die zu einem bestimmten Thema aktiv sind. Beispielsweise findest du auf den Homepages von „Omas gegen Rechts“, „Wir haben es satt“ oder „Fridays For Future“ die nächsten Termine – um nur mal drei Beispiele von vielen Möglichkeiten zu nennen.
- Sprich die Menschen um dich herum an, ob sie etwas wissen. Welche der Menschen, die du kennst, könnte wissen, wo es die nächste spannende Demo gibt? Der Vorteil: vielleicht findest du so auch gleich Menschen, mit denen zu gemeinsam zur Demo gehen kannst. Das macht mehr Spaß und vielleicht fühlst du dich dann auch sicherer.
Die Vorbereitung: meine erste Demo!
Sobald du dich für eine Demo entschieden hast, geht es darum, die logistischen Details zu klären.
Jede Demo läuft im Grunde nach dem folgenden Muster ab: Es gibt einen offiziellen Treffpunkt, an dem sich alle Teilnehmenden versammeln. Oft gibt es hier Infostände, es läuft gute Musik und überall laufen bunte Menschen mit Schildern herum. Das macht schon mal gute Laune!
1.) Die Auftaktkundgebung
Meist beginnt recht pünktlich die Auftaktkundgebung: Auf einem Wagen sind Lautsprecheranlagen aufgebaut und es klettern abwechseln Menschen darauf, um von dort oben zur Menge zu sprechen und die Leute ein bisschen anzuheizen (aber nicht aufzuhetzen, wenn du auf der richtigen Demo bist!). Oft gibt es auch Live-Musik oder Performances, die alle auf das Thema einstimmen. In der Regel werden hier auch noch mal die Forderungen unterstrichen.
2.) Der Demozug
Wenn alles gesagt ist, was gesagt werden musste, setzt sich die Menge in Bewegung. Sie marschiert entlang einer zuvor festgelegten Route. Das ist wichtig, weil die vorher angemeldet wird und nicht verändert werden kann. Meistens kannst du dir schon vorab auf der Website der Veranstaltenden ansehen, wo es lang geht und wie lang der Weg wohl dauert. Bedenke dabei, dass so ein Demo-Zug in der Regel viel länger dauert, als wenn du die Strecke alleine (zügig) ablaufen würdest!
Während der Route wird gesungen, Sprüche werden skandiert – oder manchmal auch Schweigemärsche abgehalten. Ich kenne es so, dass in regelmäßigen Abständen zwischen den Menschen Wagen langsam mitfahren, die über Lautsprecher Musik, Skandierungsanleitungen und ähnliches verlauten. Du hast dann die Wahl, ob du nahe eines solchen Wagens laufen willst – oder mit etwas Abstand und mehr Ruhe. Teilweise stehen auch Musik- oder Trommelgruppen am Rand und spielt, die Menge zieht vorbei. Das finde ich immer wunderschön!
3.) Die Abschlussveranstaltung
Am Ende des Marsches kommt es zum Abschluss. Meistens sind dann nicht mehr so viele Leute da, wie am Anfang. Und es gibt oft noch mal eine weitere Kundgebung mit Dank an die Teilnehmenden und Hinweisen für nächste Schritte und Aktivitäten.
Checkliste zur Vorbereitung
- Uhrzeit und Treffpunkt: Weißt du, wann die Demo losgeht und wo der Treffpunkt für den Start ist? Mein Tipp: Komm lieber 15 Minuten früher, um Stress zu vermeiden.
- Öffentliche Verkehrsmittel: Wenn es um eine große Demo geht, gibt es manchmal Sonderfahrpläne. Manchmal hält eine U-Bahn dann nicht an der nächst gelegenen Haltestelle, sondern fährt durch. Dann solltest du den Fußweg kennen und ein bisschen mehr Zeit für die Anfahrt einplanen. Informiere dich bei der lokalen Verkehrsgesellschaft.
- Parkmöglichkeiten: Fahre lieber mit den Öffis oder dem Fahrrad. In Innenstädten sind Parkhäuser schnell überfüllt. Oder du nutzt Park-and-Ride-Plätze sowie Fahrgemeinschaften.
- Längere Fahrtstrecken: Findet die Demo in einer anderen, etwas weiter entfernten Stadt statt? Das muss kein Hinderungsgrund sein! Bei vielen großen Demos gibt es auch immer NGOs – also Nicht-Regierungsorganisationen wie Greenpeace oder der BUND –, die Bussfahrten organisieren. Außerdem gibt es manchmal Sonderfahrpläne für Züge. Da kannst du meist für kleines Geld und in einer lustigen Gemeinschaft anreisen! Informiere dich am besten über die Website der Veranstalter*innen.
- Route: Viele Demos haben eine festgelegte Marschroute. Schau dir vorher eine Karte an. Meistens gibt es eine auf der Website der Organisator*innen. Hier steht so etwas wie: „Die Demo ‚Gerechtigkeit jetzt!‘ beginnt um 14 Uhr am Hauptbahnhofsvorplatz. Von dort geht es in einem Marsch durch die Innenstadt zum Rathaus.“
Lade dir die Checkliste als kostenfreies PDF herunter!
Was sollte ich zur Demo mitbringen?
Ich finde ganz wichtig: bequeme, wetterfeste und auchschöne Kleidung! Wenn ich gut und praktisch gekleidet bin, dann fühle ich mich gleich viel besser und sicherer. Das sind schon mal gute Voraussetzungen, um bei einer Demo laut und selbstbewusst aufzutreten! Hier meine Checkliste für deine erste Demo:
- Schuhe: Feste, bequeme Schuhe sind ein Muss – du wirst viel stehen und gehen! Vielleicht sogar tanzen 🙂
- Schichten: Ich finde, ein Zwiebellook ist ideal. Manchmal ändert sich das Wetter schnell. Und manchmal ist es viel heißer, als gedacht. Denn bei Demos läufst du öfter mal über gesperrte, mehrspurige Autostraßen – und die liegen dann in der Sonne, ohne Baumschatten und der Asphalt heizt die Luft auch noch mal auf. Also: sei für alles bereit mit unterschiedlichen Schichten.
- Farben: Manche Demos haben eine Farbkodierung. Am nächsten Sonntag ist zum Beispiel Weltfrauentag und da sind lila, rot und pink angesagt! Informiere dich vorab, ob und wenn ja was gewünscht ist. Es macht Spaß!
- Regenschutz: Ein kompakter Regenponcho oder eine wasserdichte Jacke sind perfekt. Schirme sind in der Menge eher hinderlich, also lieber nicht.
- Kopfbedeckung: Ich würde dir auch eine Kopfbedeckung empfehlen. Im Winter natürlich eher eine Mütze. Im Sommer auf jeden Fall einen Sonnenhut! Siehe oben die Sache mit den Asphaltstraßen! Und wenn die Kopfbedeckung auch noch lustig und auffällig ist, umso besser.
- Spende: Oft gibt es irgendwann auf der Marschroute Menschen, die Spenden für die Demo-Organisation einsammeln. Bereite dich darauf vor und hab so viel Geld griffbereit in der Tasche, wie du spenden magst.
Proviant und Wasser für die Demo!
Vermutlich bist du einige Stunden unterwegs. Also nimm dir ein paar Snacks, wie Müsliriegel, ein belegtes Brot, Obst oder Nüsse mit. Das gibt dir schnell Energie zurück. Außerdem brauchst du unbedingt etwas zu Trinken. Mindestens eine Flasche Wasser solltest du dabei haben. Nimm am besten eine Flasche aus Aluminium oder Kupfer mit – auf jeden Fall keine Glasflasche! Das ist bei einer Demo eine potentielle Waffe bzw. Gefahrenquelle und hat dort nichts zu suchen.
P.S. Nimm deinen Abfall auf jeden Fall mit. Auch den Ort der Demo sauber zu hinterlassen ist ein politisches Statement!
Wie bastele ich ein Schild oder Transparent für Demos?
Dieser Abschnitt kriegt von mir eine eigene Überschrift, weil Schilder und Transpis (Abkürzung von „Transparente“) super wichtige Accessoires für jede Demo sind! Es gibt ganze Webseiten voll mit den „besten“ Sprüchen und Designs. Auf jeden Fall gilt: Dein Schild ist deine Stimme! Es zeigt deine Persönlichkeit, deine eigene Sicht und Perspektive. Du kannst mit ihnen provozieren oder beruhigen. Du kannst witzig sein, wütend, traurig oder sanft. Es liegt an dir – verleih deinem Herzen eine Stimme!
Achtung: Wenn du ein außergewöhnliches Schild hast, rechne damit, dass Menschen dich fotografieren wollen. Sie müssen dich fragen, ob du das willst. Und du darfst auch „Nein“ sagen! Alternativ kannst du dir eine Kopfbedeckung mitnehmen, hinter der du dich für das Foto „verstecken“ kannst, um anonym zu bleiben. Denn solche Fotos können durchaus im Social Web kursieren …
Tipps für tolle Demoschilder & Transparente
- Setze auf eine klare Botschaft! Für Demoschilder und Transpis gilt definitiv, dass weniger mehr ist. Bei überladenen Schildern wissen Passant*innen nicht, worauf sie schauen sollen. Und niemand studiert Demoschilder & Co. lange. Deshalb muss deine Botschaft schnell und zackig rüberkommen!
- Groß und deutlich! Dein Demoschild und noch mehr dein Transpi muss von Ferne aus funktionieren. Mach die Schrift und Bilder deshalb groß genug! Am besten machst du vorab eine Skizze und schaust sie dir von zirka 5-10 Metern Entfernung aus an. Kannst du den Spruch dann noch lesen bzw. das Bild erkennen? Dann ist es groß genug!
- Klares Design, bam! Mach dein Schild oder Transparent nicht zu bunt und achte darauf, dass der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund groß ist. Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund lässt sich beispielsweise gut lesen (das ist barrierearm). Schwarze Schrift auf rotem Hintergrund nicht.
- Coole Form, praktisches Material! Du kannst dein Demoschild auch in Form schneiden – etwa zu einer Sprechblase, einem Herz oder einem Schriftzug. Das kommt ziemlich gut! Außerdem kannst du Schilder aus Pappe oder Holz oder noch ganz anderen Materialien machen. Und du kannst Demoschilder an einem Stock oder Stab montieren – oder einfach so an der ausgestreckten Hand in die Höhe halten.
- Oder finde den passenden Stoff! Transpis sind meist aus Stoff. Alternativ kannst du auch Stoffstücke in der Größe deines Rückens bedrucken, beschriften oder bemalen und sie an deiner Jacke befestigen. Diese Patches kann man ganz leicht vor und nach der Demo abnehmen, um in den Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gleich als Demo-Teilnehmer*in erkannt zu werden, wenn dir das unangenehm ist. Bestimmt fallen dir noch viele weitere Möglichkeiten ein …
Mein Tipp: Die Website kreaktivismus.org liefert ganz viele Anleitungen und Beschreibungen. Zum Beispiel gibt es hier auch eine sehr ausführliche Anleitung für’s Basteln von Demoschildern: https://kreaktivismus.org/howtos/do-it-yourself/demoschilder/
Was mach ich während einer Demo?
So, nun bis du bestens vorbereitet, es geht los zu Demo. Die Nervosität und Vorfreude steigt. Und nun? Gibt es etwas bestimmtes zu berücksichtigen? Eigentlich gar nicht so viel. Das meiste wirst du vor Ort ganz selbstverständlich mitkriegen. Wenn du alleine zur Demo gehst (Hut ab für deinen Mut!) kannst du auch eine Gruppe fragen, ob du dich ihnen anschließen kannst. Meistens reagieren die Leute darauf erfreut und laden dich ein. So kannst du gleich neue Leute mit ähnlichen Interessen kennenlernen. Und wenn sie nicht wollen, ist das auch kein Problem. Schau dich einfach weiter um, es gibt auf einer Demo jede Menge netter Menschen!
Ein paar Punkte hab ich mir für diesen Beitrag nun aber dennoch notiert, die ich dir vorab mitgeben möchte. Sie betreffen Rücksichtnahme und Sicherheit. Hier sind meine Tipps:
- Achtsamkeit: Halte Abstand zu Menschen, die sich mit zu viel Nähe unwohl fühlen. Achte auf Kinder, ältere Teilnehmende, Tiere (ja, manche bringen ihren Hund mit, aber das ist sehr stressig für das Tier und deshalb solltest du es meiner Meinung lieber nicht tun!) und/oder Menschen in Rollstühlen, mit Fahrrad, Kinderwagen und ähnlichem. Sei umsichtig und nimm Rücksicht.
- Friedlichkeit: Bleib freundlich und gelassen, selbst wenn es zu Provokationen kommt. Manchmal gibt es Menschen, die am Rand stehen und Schilder oder T-Shirts mit Gegenforderungen oder sogar Beleidigungen tragen. Ich hab sogar schon erlebt, dass Leute laut Beschimpfungen rufen – auch aus fahrenden Autos heraus. Lass dich davon nicht provozieren. Gewalt, Stress oder Beleidigungen schaden der Sache. Vor allem bei aggressiven Gegenprotesten oder Polizeieinsätzen solltest du unbedingt ruhig bleiben und langsam zurück gehen.
- Ordner*innen: Sie sind bei Demos Pflicht und tragen oft Armbinden oder Westen, an denen du sie erkennen kannst. Ihre Aufgabe ist es, die Demo zu koordinieren. Folge ihren Anweisungen.
- Gruppenzusammenhalt: Wenn du mit anderen Menschen zusammen kommst, dann vereinbart am besten einen Treffpunkt für den Fall, dass ihr getrennt werdet. Vor allem, wenn ihr euch entschieden habt, euer Handy nicht mitzunehmen, um bei der Demo nicht von Big Tech getrackt zu werden.
- Fotos und Videos: Du darfst Demos dokumentieren – für dich oder Social Media. Allerdings ist es wichtig, dass du Nahaufnahmen von anderen Teilnehmenden ohne deren Einwilligung vermeidest. Das gilt für andere und auch für dich: ohne Nachfrage kein Foto oder Video von einer Person (und ihrem tollen Schild). Auch Polizeieinsätze solltest du nicht aus der Nähe filmen – das kann als Provokation gewertet werden.
Soll ich Kinder oder Haustiere zur Demo mitnehmen?
Bei friedlichen, familienfreundlichen Demos ist es überhaupt kein Problem, Kinder mitzunehmen. Kläre jedoch unbedingt, ob sie die ganze Strecke durchhalten, ob du ein Wägelchen für sie mitnimmst oder wo ihr ggf. zwischendurch gut aussteigen und die nächste U-Bahn erreichen könnt. Hunde stresst der Lärm und das Gedränge meist. Ich würde sie lieber zu Hause lassen oder in gute Hände geben. Ich sehe aber auch immer wieder Menschen mit Hunden bei Demos. Es sollten unbedingt die friedlichen, familienfreundlichen sein!
Ist nach der Demo alles rum?
Du kannst nach der Demo einfach nach Hause fahren und das war es. Du hast Flagge gezeigt und warst dabei. Das ist super und großartig genug. Wenn du möchtest, kannst du nach der Demo aber auch noch mal aktiv werden.
Ja, verbreite deine Teilnahme!
Du weißt ja vermutlich, dass die Wirkung der meisten Protestaktionen über das Social Web und die Medien entstehen: Was tausendfach im Netz zu sehen ist, dass hat eben einen viel größeren Einfluss als das, was „nur“ ein paar Hundert Menschen gesehen und erlebt haben … Wenn du also die Demo mit Fotos und/oder Video dokumentiert hast, dann teile sie in deinen Kanälen. Achte darauf, dass du keine Persönlichkeitsrechte verletzt (also niemanden in Nahaufnahme zeigst, der oder die das nicht ausdrücklich erlaubt hat). Berichte:
- Was hat dir gut gefallen, gefreut, bewegt?
- Was hat dich überrascht?
- Welche Botschaft hast du für die, die nicht mit dabei waren?
P.S. Nutze die offiziellen Hashtags der Demo, um deine Beiträge sichtbar zu machen. So gewinnst du auch neue Follower 🙂
Lade dir die Checkliste als kostenfreies PDF herunter!
Reflektiere die Demo…
Außerdem gibt es vielleicht einige Dinge, die du erlebt hast, die du auch noch einmal verarbeiten möchtest. Auch dafür solltest du dir Zeit nehmen. Wenn du mit anderen Menschen bei der Demo warst, wollt ihr hinterher vielleicht noch gemeinsam einen Kaffee trinken oder etwas essen. Das ist ein guter Rahmen für einen Austausch. Aber vielleicht ist es auch deine Familie, deine WG oder andere Menschen, mit denen du über das sprechen kannst, was du erlebt hast.
Möglicherweise bist du aber auch Teil einer Gruppe Gleichgesinnter auf Signal, Telegram, Discord oder Mastodon und findest hier einen inspirierenden Austausch?
Fazit: Deine Stimme auf deiner ersten Demo verändert die Welt!
Du hast es geschafft! Deine erste Demonstration war ein großartiger Schritt – für dich und für die Sache, die dir am Herzen liegt. Vielleicht fühlst du dich jetzt inspiriert, noch aktiver zu werden. Vielleicht warst du nervös – und bist nun umso stolzer, dabei gewesen zu sein! Egal wie:
Jede Stimme zählt. Deine Präsenz macht einen Unterschied!
Denn Demokratie lebt vom Mitmachen. Sie lebt davon, dass Menschen wie du hinausgehen, ihre Meinung sagen und sich nicht einschüchtern lassen. Also: Bleib dran. Informiere dich weiter. Sprich mit anderen. Und geh wieder auf die Straße – denn Veränderung beginnt mit denen, die den ersten Schritt wagen.
Womöglich ist diese erste Demo ja erst der Anfang! Vielleicht willst du ja einer der Organisationen beitreten, die auf der Demo Flyer oder Sticker verteilt hat? Vielleicht hast du Kontakt zu einem Menschen bekommen, der sich in einer spannenden Initiative engagiert und du hast dich verabredet, auch mal zu einem Treffen zu gehen? Auf einer Demo geht es bunt und lustig und sozial zu und du kannst mit jeder Menge angenehmer Überraschungen rechnen!
Die Welt will Menschen wie dich! Also: Bis zur nächsten Demo!
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