Kartografische Epxerimente

Kartografie als Aktionsform

Eigentlich scheint die Welt ja bereits bis in den letzten Winkel entdeckt. Für viele von uns westlichen Industrieländer-Bewohnern ist es vollkommen normal, weit herum gekommen zu sein (gerade haben wir übrigens auch einen Hinweis zum ökologisch sinnvollen urlauben eingestellt). Doch das die Welt keineswegs so zugänglich, erforscht und uns bekannt ist, darauf macht spätestens ein Buch mit dem Titel „Experimental Geography: Radical Approaches to Landscape, Cartography, and Urbanism“ aufmerksam.

Ein Buch, das ich leider noch nicht gesehen habe, dessen Ansatz allein aber mir schon so interessant erscheint, das ich gerne darauf hinweisen möchte: Ob Luftaufnahmen von geheimen CIA-Gefängnissen, Karten, die einem helfen sollen in Malibu einer der anscheinend sehr wenigen öffentlichen Strände zu finden (die meisten befinden sich wohl in Privatbesitz), oder um Reiseführer zu Gefängnissen, Industrie-Anlagen oder Energiegewinnungsanlagen – das Buch möchte genau die Orte auf unserer Welt zeigen, die die unschönen, verheimlichten – aber deshalb umso entlarvenderen Zonen unserer Weltgemeinschaft zeigen. Diese Mischung zwischen wissenschaftlich-kartigrafischer  und künstlerischer Arbeit scheint mir sehr interessant und verfolgenswert! Weitere Infos: http://cartographicperspectives.org

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Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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6 Antworten auf "Kartografie als Aktionsform"

  1. JasonSom
    JasonSom 5 Stunden ago .Antworten

    Последние новости здесь kfaktiv.ru/

  2. Amy (RESET – For a Better World)

    Gern geschehen!

    Was ich oben noch zu erwähnen vergessen habe: Das United States Holocaust Memorial Museum hat in Zusammenarbeit mit Google Earth ein Projekt ins Leben gerufen, welches die Darfur Krise nicht nur regional sondern auch geographisch erfasst und visualisiert. In einer sechsteiligen Videoclip-Reihe kann man bei Google Video mehr zum Projekt erfahren. Alle Videos können auch herunterladen werden. Die Homepage des USHMM verrät mehr über die Krise in Darfur.

    Die Seite Maps of War widmet sich u.a. dem „Krieg gegen den Terror“ und bietet ähnliche Visualisierungen zu Konfliktregionen und Krisenherden.

    • Louisa
      Louisa 4 Monaten ago .Antworten

      Ich habe mir soeben Maps of war angesehen…schon interessant, aber auch kritisch zu sehen, denn der eigene Anspruch des Autors, keine voreingenommenen und „unpolitischen Karten“ zu machen, wie er in der Beschreibung erwähnt, ist sehr fragwürdig! Dennoch, interessant anzusehen.

      • ilona
        ilona 4 Monaten ago .Antworten

        Ja, das stimmt natürlich: Niemand kann objektiv sein… Danke für deinen Hinweis

  3. ilona
    ilona 8 Jahren ago .Antworten

    Liebe Amy, cool – vielen Dank für Deine ausführlichen infos

  4. Amy (RESET – For a Better World)

    Danke für den Buchtipp! Ich glaube, Otto-Normal-Verbraucher weiß gar nicht, wie sehr bspw. der Informationsmarkt in Sachen Kartographie unter der Kontrolle weniger großer Rechteinhaber steht. Google Maps, Yahoo Routenplaner & Co. sind zwar immer schneller und verbreiteter verfügbar – frei im Sinne freier Software und allgemein zugänglicher Daten sind diese Informationen aber nicht.

    Initiativen wie das OpenStreetMap-Projekt sind daher ware Katalysatoren von weiteren Entwicklungen, weil so der Allgemeinheit freies Kartenmaterial zur Verfügung gestellt wird. Viele Länder, insbesondere die USA, haben in dieser Hinsicht Gesetze, die dafür sorgen, dass mit Steuergeldern erstellte Informationsgüter (die NASA-Photoaufnahmen, Kartenmaterial, Photographien von Staatsbediensteten, uvm.…) auch wieder der Allgemeinheit (d.h. dem Steuerzahler) zur Verfügung gestellt werden müssen. Soweit ich weiß ist das bspw. in Deutschland nicht der Fall. Von daher fällt so ein Engagement aus meiner Sicht in die Kategorie „Digitaler Aktivismus“. In dieselbe Richtung geht im Übrigen die Idee der Open-Source-Architecture, die Cameron Sinclair in einem TED Talk vorstellt.

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