Moderne Sklaverei und was Du dagegen tun kannst

Moderne Sklaverei: 7 Tipps für Deinen Alltag

Das Aus­maß der moder­nen Skla­ve­rei ist erschüt­ternd: Geschätzt gibt es heu­te etwa 21 Mil­lio­nen Men­schen*. Ein Vier­tel davon – also 5,5 Mil­lio­nen – sind Kin­der! Aber was hat das mit Dir zu tun? Mehr, als Du viel­leicht denkst… Hier 7 Tipps, was Du jeden Tag gegen Skla­ve­rei tun kannst!

Das kri­mi­nel­le Geschäft des Men­schen­han­dels bringt heut­zu­ta­ge sehr viel Geld ein – laut dem Bünd­nis Gemein­sam gegen Men­schen­han­del mehr als der inter­na­tio­na­le Han­del erwirt­schaf­tet: »Nach Anga­ben des Büro der Ver­ein­ten Natio­nen für Dro­gen- und Ver­bre­chens­be­kämp­fung (UNODC) nimmt Men­schen­han­del jedes Jahr zu und stellt eines der größ­ten Ein­nah­me­quel­len des Orga­ni­sier­ten Ver­bre­chens dar«, schreibt die­ses auf sei­ner Web­site.

Ursachen der modernen Sklaverei

Als eini­ge der wich­tigs­ten Grün­de für die moder­ne Skla­ve­rei nennt das Bünd­nis Gemein­sam gegen Men­schen­han­del: »Armut und Arbeits­lo­sig­keit, die öko­no­mi­sche Glo­ba­li­sie­rung, star­ke Migra­ti­ons­be­we­gun­gen, loka­le Kon­flikt­si­tua­tio­nen und Kor­rup­ti­on«.

Eini­ge die­ser Ursa­chen hän­gen mit unse­ren Regie­run­gen und Wirt­schafts­un­ter­neh­men zusam­men. Ein Bei­spiel, dass das Bünd­nis nennt: »Jedes neue Gesetz, das Immi­gra­ti­on ein­däm­men soll, führt letzt­lich zu einem Anstieg von Ille­ga­li­tät«. Und damit stei­ge die Gefahr für Migran­ten betro­gen und aus­ge­beu­tet zu wer­den.

Was hat moderne Sklaverei mit mir zu tun?

Ja, das alles ist schlimm – aber was kön­nen wir da schon tun? Ich den­ke: Mehr als wir uns so im All­ge­mei­nen ein­ge­ste­hen. Es ist viel beque­mer sich ein­zu­re­den, dass wir macht­los sei­en, denn dann müs­sen wir uns nicht schlecht füh­len und kei­ne unbe­que­men Kon­se­quen­zen zie­hen.

Doch Skla­ve­rei und Men­schen­han­del ist unter den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen wohl mit das schlimms­te Ver­bre­chen: Die­se Men­schen wer­den zu Tätig­kei­ten gezwun­gen, erhal­ten meist kein oder wenig Geld, sind ein­ge­sperrt, dür­fen nicht kün­di­gen oder weg­ge­hen, haben kaum sozia­le Bin­dun­gen außer­halb ihrer »Arbeit«.

Sie wer­den ernied­rigt, gede­mü­tigt, nicht sel­ten miss­han­delt und ver­ge­wal­tigt. Sie wer­den von einem Men­schen mit Gefüh­len, Träu­men, Wür­de und Rech­ten zu einer Ware gemacht, aus der mög­lichst viel Geld her­aus­ge­presst wer­den soll! Da dür­fen wir nicht ein­fach weg­se­hen!

7 Dinge, die Du gegen moderne Sklaverei tun kannst!

Des­halb nimm Dir doch für die nächs­te Zeit einen der fol­gen­den Punk­te vor! Viel­leicht ist das gar nicht so auf­wen­dig, wie Du denkst – und Du kannst sofort dafür sor­gen, dass nach und nach alle Men­schen auf der Erde ein wür­di­ges und schö­nes Leben füh­ren kön­nen!

1 – Kaufe faire Kleidung

Etwa 260.000 Mäd­chen und jun­ge Frau­en arbei­ten unter kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen – allein in indi­schen Tex­til­fa­bri­ken, berich­tet die Orga­ni­sa­ti­on »Terre des hom­mes« auf ihrer Web­site »Skla­ve­rei in Mode«. Die hohe Mit­gift, die dort üblich ist, zwin­ge arme Eltern dazu, ihre Töch­ter in Näh­fa­bri­ken arbei­ten zu las­sen. Doch ein­mal in der Fabrik ein­ge­sperrt, müs­sen die Mäd­chen und Frau­en lan­ge schuf­ten, dür­fen das Fabrik­ge­län­de nicht ver­las­sen und bekom­men weni­ger als den indi­schen Min­dest­lohn.

In ande­ren Län­dern – etwa in Ban­gla­desh – sieht es nicht bes­ser aus. Doch die Klei­dung lan­det bei uns in den Läden. War­um also kau­fen wir die­se Pro­duk­te noch? Wenn Du etwas gegen moder­ne Skla­ve­rei tun willst, dann kau­fe Klei­dung aus fai­rem Han­del, loka­ler Öko­no­mie oder Second Hand.

Wei­te­re Infos: www.sklaverei-in-mode.de

2 – Vermeide unfaire Elektronik

Ähn­lich schlimm sieht es im Bereich der Elek­tro­ge­rä­te aus. Vie­le Jah­re mach­ten Her­stel­ler für Smart­pho­nes und Tablets Schlag­zei­len, weil sich die Arbei­ter dort mas­sen­wei­se das Leben nah­men. Zudem kom­men die Mine­ra­li­en, die für ihre Her­stel­lung not­wen­dig sind, zum Teil aus afri­ka­ni­schen Kon­flikt­re­gio­nen.

»Dort wer­den Kin­der und Erwach­se­ne gezwun­gen, im Berg­bau zu arbei­ten. Oft wer­den sie auch sexu­ell miss­han­delt«, schreibt das Bünd­nis Gemein­sam gegen Men­schen­han­del auf sei­ner Web­site. Ganz zu schwei­gen von den Arbeits­be­din­gun­gen auf den Müll­hal­den unse­res Elek­tro­schrotts.

Doch Elek­tro­ge­rä­te wie Smart­pho­nes, Com­pu­ter und ande­res von der Roh­stoff­ge­win­nung bis zur Fer­ti­gung fair zu machen, ist kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be. Pro­jek­te wie Nage­rIT oder Fair­pho­ne haben sich dar­an gemacht – bis­lang aber nur in Teil­be­rei­chen fai­re Bedin­gun­gen sichern kön­nen. Der Fair-IT-Exper­te Sebas­ti­an Jekutsch gibt dazu in einem Inter­view mit uns mehr Infor­ma­tio­nen. Den­noch: Wenn Du etwas gegen moder­ne Skla­ve­rei tun möch­test, dann über­le­ge Dir gut, wie oft Du ein neu­es Gad­get wirk­lich brauchst und ob es nicht auch anders geht!

Wei­te­re Infos: https://germanwatch.org/stichwort/makeitfair

3 – Kaufe faire Lebensmittel

Ob Kaf­fee, Zucker, Obst, Gemü­se, Scho­ko­la­de, Fisch oder Fleisch: In vie­len Län­dern wer­den Men­schen zur Feld- und Ern­te­ar­beit gezwun­gen und müs­sen in Fisch- und Fleisch­fa­bri­ken unter den schlimms­ten Bedin­gun­gen schuf­ten. »Allein in der Côte d’Ivoire und in Gha­na arbei­ten über zwei Mil­lio­nen Kin­der auf Kakao­plan­ta­gen, Hun­dert­tau­sen­de davon unter Bedin­gun­gen, die nach inter­na­tio­na­len Stan­dards ver­bo­ten sind«, schreibt die Initia­ti­ve »Make Cho­co­la­te Fair« auf ihrer Web­site (http://de.makechocolatefair.org). Des­halb: Wenn Du moder­ne Skla­ve­rei ver­hin­dern willst, dann kau­fe Fair-Tra­de-Lebens­mit­tel!

4 – Reise nur mit verantwortlichen Anbietern

Ein gro­ßer Teil des Men­schen­han­dels endet in der Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und -por­no­gra­fie. Beson­ders schlimm ist das natür­lich bei Kin­der­skla­ven. Es gibt einen Zusam­men­schluss aus ver­ant­wort­li­chen Tou­ris­mus­un­ter­neh­men, die sich selbst einen »Code of Con­duct« gegen Kin­der­pro­sti­tu­ti­on gege­ben haben. Sie schu­len ihre Mit­ar­bei­ter, sodass sie ent­spre­chen­de Hin­wei­se erken­nen und han­deln kön­nen, und klä­ren Tou­ris­ten auf. Wenn Du moder­ne Skla­ve­rei ver­hin­dern willst, dann rei­se mit die­sen Unter­neh­men.

Wei­te­re Infos: www.thecode.org

5 – Zeige Zivilcourage

Auch hier bei uns in Euro­pa gibt es moder­ne Skla­ve­rei – in Form von Zwangs­pro­sti­tu­ti­on vor­nehm­lich. Wenn Dir also etwas komisch vor­kommt, kannst Du ent­we­der die Poli­zei infor­mie­ren, Dich an Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie dem bereits erwähn­ten Bünd­nis Gemein­sam gegen Men­schen­han­del um Rat wen­den oder das bun­des­wei­te Hil­fe­te­le­fon »Gewalt gegen Frau­en« anru­fen (www.hilfetelefon.de), rät das o.g. Bünd­nis. Wenn Du gegen moder­ne Skla­ve­rei etwas tun willst, dann hal­te die Augen offen und tu etwas dage­gen.

6 – Informiere Dich und andere

Sich taub und blind zu stel­len ist die sichers­te Metho­de, um nichts an dem Unrecht der moder­nen Skla­ve­rei zu ver­än­dern. Sei daher mutig und ver­ant­wor­tungs­voll und stel­le dich den Tat­sa­chen, auch wenn es schmerzt. Infor­mie­re Dich bei Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich hier und in ande­ren Län­dern gegen die moder­ne Skla­ve­rei stark machen. Sprich mit ande­ren Men­schen dar­über und tau­sche Dich mit ihnen aus. Orga­ni­sie­re viel­leicht sogar einen The­men­abend mit Freun­den, Bekann­ten, Dei­nem Netz­werk.

Das Bünd­nis hat übri­gens auch eine sehr gut gemach­te Bro­schü­re »Human Traf­fi­cing« ver­öf­fent­licht, die vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen gibt und auch Tipps dazu, was Du gegen moder­ne Skla­ve­rei und Men­schen­han­deln tun kannst. Eine Dop­pel­sei­te aus die­ser Bro­schü­re siehst Du oben im Auf­ma­cher. Damit kannst Du jetzt gleich anfan­gen :-).

Wei­te­re Infos: www.gemeinsam-gegen-menschenhandel.de

7 – Unterstütze Organisationen

Es gibt Orga­ni­sa­tio­nen, die sich hier für den Schutz von Betrof­fe­nen ein­set­zen: Sie wol­len die Rech­te die­ser Men­schen in unse­rem Land stär­ken, sodass sie – meist ille­gal hier – nicht befürch­ten müs­sen, sofort abge­scho­ben zu wer­den, wie­der im Elend zu lan­den und in die glei­che Nega­tiv­spi­ra­le zu gelan­gen. Dane­ben bie­ten sie Betrof­fe­nen Aus­stiegs­mög­lich­kei­ten und siche­re Unter­künf­te.

Und es gibt Orga­ni­sa­tio­nen, die in den Her­kunfts­län­dern struk­tu­rell den Men­schen­han­del ver­hin­dern möch­te. Dazu gehört zum Bei­spiel die NGO »Inter­na­tio­nal Jus­ti­ce Mis­si­on«, kurz IJM. »Unser Arbeits­mo­dell zielt dar­auf ab, defek­te Rechts­sys­te­me zu ›repa­rie­ren‹. Dazu haben wir einen holis­ti­schen Arbeits­an­satz ent­wi­ckelt, durch den wir anhand von Ein­zel­fäl­len Schwach­stel­len im jewei­li­gen Sys­tem iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. In Zusam­men­ar­beit mit den Regie­run­gen und der Poli­zei vor Ort gehen wir dann struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen an«, erklärt uns Diet­mar Rol­ler, Vor­stands­vor­sit­zen­der von IJM auf unse­re Anfra­ge.

Die­se Orga­ni­sa­tio­nen kannst Du durch Spen­den unter­stüt­zen, durch ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment oder indem Du an den Aktio­nen die­ser NGO teil­nimmst – etwa der Peti­ti­on gegen Gewalt von IJM.

Wei­te­re Infos: http://ijm-deutschland.de

Und wie viele Sklaven arbeiten für Dich?

Es gibt übri­gens eine gut gemach­te Online-App, über die Du mal her­aus­fin­den kannst, wie vie­le Skla­ven aktu­ell für Dich so arbei­ten. Ich war wirk­lich scho­ckiert, als ich das Ergeb­nis gese­hen habe und habe mir gleich vor­ge­nom­men, alle oben genann­ten Tipps in die Tat umzu­set­zen. Tes­te es selbst unter http://slaveryfootprint.org/

 

Bildquelle: Die Doppelseite im Aufmacher stammt aus der Broschüre "Human Trafficing" vom Bündnis gegen Menschenhandel (http://www.gemeinsam-gegen-menschenhandel.de/images/2011_FINEP_Die_modern_Form_der_Sklaverei.pdf)
Datenquelle: Die Zahl der geschätzten Anzahl aller Sklaven weltweit stammt vom IJM. Sie schrieben uns: "Die Zahl 2-4 Millionen (1.2 Kinder) bezieht auf die Anzahl der gehandelten Menschen pro Jahr. 
Das bezieht sich lediglich auf die Beschaffung von Menschen, um sie zu versklaven. Um das Ausmaß der Sklaverei zu zeigen, ist die Gesamtzahl der Menschen, die heute in Sklaverei leben, exakter (und erschütternder):
Nach der ILO: 21 Millionen Menschen leben demnach in Sklaverei, ein Viertel davon (5.5 Mio sind Kinder). Nach Kevin Bales: 35 Millionen Menschen weltweit".
Autor: ilona Die Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!
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8 Antworten auf "Moderne Sklaverei: 7 Tipps für Deinen Alltag"

  1. Mick
    Mick 1 Jahr ago .Antworten

    Schön und Gut der Arti­kel, jedoch sind wir Skla­ven der Nied­rig­löh­ne.
    Wer kann sich alles Fair leis­ten .…Ich ver­die­ne 1200 arbei­te 40 st. und woh­ne in einer 1 Zim­mer Woh­nung in
    Mün­chen. Mie­te 750..Euro 30 qm.…. Was soll ich sagen ich muss bil­lig Ein­kau­fen, um Leben zu kön­nen.
    Fair kos­tet sei­nen Preis.…

    • ilona
      ilona 1 Jahr ago .Antworten

      Hal­lo Mick, klar wen­det sich das an Men­schen, die sich das leis­ten kön­nen – und ich glau­be ins­ge­samt sind das in Deutsch­land wesent­lich mehr, als es der­zeit tun. Wobei ich eben auch den­ke, dass das ein Teu­fels­kreis ist: Viel­leicht (ich weiß nicht, was du machst) bekommst du u.a. auch des­we­gen nur so wenig Geld für dei­ne Arbeit, weil ande­re wie­der­um nicht bereit sind, einen fai­ren Preis zu bezah­len… Aber es stimmt schon: das gan­ze Sys­tem hat so vie­le Schief­la­gen und Dys­funk­tio­nen, dass es allei­ne mit fai­rem Ein­kau­fen natür­lich längst nicht getan ist. Aber das kann eben ein klei­ner Bau­stein von vie­len sein, wo wir anset­zen kön­nen, wenn wir kön­nen.

  2. payoli
    payoli 1 Jahr ago .Antworten

    Schön und m.E. essen­zi­el­ler wäre noch der Punkt ›Para­die­sisch leben‹ gewe­sen!
    Ich hab ges­tern einen ehe­ma­li­gen Ost­flücht­ling wie­der­ge­trof­fen, der damals voll auf Karie­re und Kon­sum gesetzt hat. Nun sag­te er mir: ›Ich wollt es Dir damals nicht glau­ben. Doch Du hat­test recht. Alles was glück­lich macht kann man nicht kau­fen‹. 😉
    Mehr über’s Para­dies­le­ben auf mei­nem ›para­di­se your life‹- blog

  3. Maria
    Maria 2 Jahren ago .Antworten

    Kann ich die Bro­schü­re »Human Traf­fi­cing« irgend­wo bestel­len? Das alles aus­zu­dru­cken, wäre etwas viel. Ich fin­de auf der Inter­net­sei­te des Bünd­nis­ses gegen Men­schen­han­del aller­dings nichts dazu.

    • ilona
      ilona 2 Jahren ago .Antworten

      Hal­lo Maria, ich hab bei der Orga­ni­sa­ti­on mal nach­ge­fragt und mel­de mich, sobald ich eine Ant­wort habe.

  4. Ina
    Ina 2 Jahren ago .Antworten

    Natür­lich gibt es in Deutsch­land auch Unge­rech­tig­kei­ten und nicht jeder kann es sich leis­ten, fair gehan­del­te Waren zu kau­fen. Wer aber jemals in einem Ent­wick­lungs­land war, weiß, dass man die Situa­ti­on der armen Leu­te dort NICHT mit der Situa­ti­on der armen Leu­te hier ver­glei­chen kann. Von Skla­ven mal ganz zu schwei­gen.
    In Deutsch­land haben wir immer noch ein Sozi­al­sys­tem, das mehr oder weni­ger gut funk­tio­niert. Das ist in dem Groß­teil der Welt nicht so.

    Und die Tipps sind wirk­lich gut. Wie kommt es denn, dass in so vie­len Haus­hal­ten, die wirk­lich knapp bei Kas­se sind, ein gro­ßer Flach­bild­fern­se­her steht, oder immer wie­der neue Kla­mot­ten gekauft wer­den?
    Genau da könn­te man doch anset­zen und gleich­zei­tig viel Geld spa­ren.
    Wir kau­fen zum größ­ten Teil bei Ebay, Ebay Klein­an­zei­gen, Klei­der­krei­sel etc unse­re Sachen. Es ist öko­lo­gi­scher und öko­no­mi­scher und wir krie­gen für einen güns­ti­ge­ren Preis etwas deut­lich Höher­wer­ti­ge­res.
    Die Fair­tra­de Scho­ko­la­de kos­tet bei Lidl ca. 1,50€. Das ist nicht wirk­lich die Welt und ich muss ja nicht eine Tafel pro Tag essen. Je kri­ti­scher ich kon­su­mie­re, umso gesün­der ernäh­re ich mich auch, weil ich nicht nicht in Mas­sen, son­dern in Maßen esse und genie­ße.
    Und das hat nichts mit dem Ein­kom­men zu tun, son­dern ein­fach nur mit der Bereit­schaft, sich zu infor­mie­ren, Lösun­gen zu erwä­gen und sei­nen Lebens­stil zu ändern.
    Mein Ver­hal­ten hat Kon­se­quen­zen für ande­re Men­schen. Und nach 9 Mona­ten in Äthio­pi­en weiß ich, dass ICH nicht dazu bei­tra­gen möch­te, dass die­se wun­der­vol­len und lie­be­vol­len Men­schen mei­net­we­gen lei­den müs­sen. Es ist nicht unser Ver­dienst, dass wir in Deutsch­land gebo­ren wur­den und es gibt echt ne gan­ze Men­ge, wofür wir hier dank­bar sein kön­nen. Ist halt eine Fra­ge der Per­spek­ti­ve. Ich kann mich natür­lich auch dazu ent­schei­den, nur das Nega­ti­ve zu sehen, stän­dig zu meckern und mich selbst zu bemit­lei­den. Aber ich möch­te nicht als ein­sa­mer und ver­bit­ter­ter Mensch enden.

    • ilona
      ilona 2 Jahren ago .Antworten

      Lie­be Ina, dan­ke für Dei­nen Hin­weis und die Dar­le­gung Dei­ner Sicht­wei­se. Ich kann mich damit sehr gut iden­ti­fi­zie­ren und erle­be an mir selbst auch, dass es vor allem ein Weg ist: Man kann nicht alles per­fekt »rich­tig« machen – aber es geht dar­um, die Augen auf zu machen und immer wie­der einen klei­nen Schritt zu tun. Im Rah­men genau der Mög­lich­kei­ten, die man hat. Und – genau­so wie Du schreibst – glau­be ich auch, dass wir meis­tens eben viel mehr Mög­lich­kei­ten haben, als wir wahr­neh­men (wol­len). Denn es ist natür­lich beque­mer und nicht so schmerz­haft, die Schuld bei ande­ren zu suchen…

  5. Christian
    Christian 2 Jahren ago .Antworten

    Hal­lo Ilo­na,

    super Arti­kel! Die Aus­sa­ge »Jedes neue Gesetz, das Immi­gra­tion ein­däm­men soll, führt letzt­lich zu einem Anstieg von Ille­ga­li­tät« ist aller­dings so pau­schal, dass es unse­ri­ös ist.

    Gruß, Chris­ti­an

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