Gespräche für eine bessere Welt | TALK 6: Globale Gerechtigkeit & Umweltschutz

Wer lokal richtig handeln will, braucht eine globale Perspektive. Deshalb haben wir zwei Gäste eingeladen, die dazu einiges zu sagen haben. Zum einen Adelheid Bieserecker, die sich für ein Ende der Wachstumsideologie und die Care-Revolution einsetzt. Daneben sitzt Berndt Hinzmann auf dem Podium, der für die NGO Inkota und die Kampagne „Saubere Kleidung“ seit Jahren für mehr globale Gerechtigkeit kämpft. Die Frage:

„Wie können wir globale Gerechtigkeit und Umweltschutz fördern?“

Talkgäste

Adelheid Biesecker bei der Konferenz für eine bessere Welt

 

 

 

 

 

Adelheid Biesecker | Adelheid Biesecker war lange Zeit Professorin für ökonomische Theorie an der Universität Bremen. Im Talk fragt sie u.a.: Wie lassen sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden so umgestalten, dass aus dem bestehenden imperialen Verhältnis ein gleichberechtigtes wird?

»Globale Gerechtigkeit in einer nachhaltig lebenden und wirtschaftenden Welt ist mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise mit dem Leitprinzip der Profitmaximierung nicht zu machen. Nötig sind andere Leitprinzipien wie Gutes Leben und Vorsorge. Die neue Wirtschaftsweise – ich nenne sie Vorsorgendes Wirtschaften – entsteht nicht in einem großen Wurf, sondern in vielen sozialen Bewegungen, die Experimentierräume für das Neue schaffen. Beispiele sind die Commons-Bewegung oder die globale Bewegung für Food Sovereignty. Diese Bewegungen bestätigen eines meiner Lieblingszitate von Arundhati Roy: Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon im Entstehen. An einem ruhigen Tag kann ich sie atmen hören.«

Konferenz für eine bessere Welt 2018 - Berndt Hinzmann

 

 

 

 

 

Berndt Hinzmann | Bei INKOTA für Kampagnen wie „Change Your Shoes“ zuständig, ein globales Netzwerk von über 250 Organisationen, die sich für die Menschenrechte bei der Arbeit in der Fashion- und Bekleidungsindustrie einsetzt.

»Für eine bessere Welt… das ist doch jede oder jeder. Aber was gehört zu einer besseren Welt? Ein guter Anlass gemeinsam zu diskutieren, Perspektiven zu eröffnen. Das INKOTA-netzwerk hat sich zum Motto gewählt: Gemeinsam für eine gerechtere Welt. Klar kann jetzt gefragt werden: Was ist schon gerecht? Für mich wurde mit den Jahren immer klarer: Da wo keine Gerechtigkeit existiert, wird es auch keinen Frieden geben. Deshalb treten wir gemeinsam für eine gerechtere Welt ein. Anders geht es wohl schon gar nicht. Die Perspektive – oder auch Vision – ist eine Gemeinschaft, eine Welt in der Menschen überall auf der Welt selbstbestimmt Hunger, Armut und ungerechte Machtstrukturen überwinden, um ihre Menschenwürde zu bewahren, ihre Menschenrechte zu verteidigen. Internationale Kampagnen aber auch Konferenzen wie Für eine bessere Welt oder Projekte wie Jetzt retten wir die Welt sind Orte, Anlässe, wo eine bessere Zukunft beginnen kann.«

Moderation: Michael Liebert

Co-Moderation: Karolin Köcher

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Sechs interaktive Diskussionen, insgesamt 7,5 Stunden, zu wichtigen Themen dieser Zeit. Aufgenommen im Rahmen der Konferenz für eine bessere Welt, im August 2018.

 

 

 

 

 

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Übrigens stammen die tollen Graphic Recordings von Jeanine Reble.

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Autor: Marek Als kleiner Junge lief ich immer mit einem Bleistift in der Hand herum und fragte die Menschen in meiner Umgebung Löcher in den Bauch. Denn genauso stellte ich mir einen Reporter vor: wie einen Detektiv mit Schreibblock... Auch heute noch versuche ich gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzutreten – so wie meine Helden von damals. Und das Projekt „Für eine bessere Welt“ ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit.
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