fairstyled

Die Jugend tut nix? Denkste! Sie ist extrem fairstyled!

Wo kommt eigentlich unsere Kleidung her? Und wie können bei solchen Billigpreisen eigentlich noch Menschenrechte und Umweltschutz eingehalten werden? Diese Fragen stellte sich Viktor Gebhart, 27. Die Antwort war sein eigenes Klamotten-Label…

Was genau machst du?

Ich bin Lehramtsstudent und habe 2010 nebenbei mein eigenes Label für stylische Shirts und Kapuzenpullover aus Bio-Baumwolle und fairem Handel gegründet (www.fairstyled.de). Zudem engagiere ich mich für Tierrechte, aber auch für Menschenrechte und den Umweltschutz.

Das hört sich ja nach ziemlich viel Stress an! Wie schaffst du es, dich auch noch für den Umweltschutz und für Tierrechte zu engagieren?

Ich arbeite an mir. Das heißt ich versuche mein Handeln und dessen Tragweite sowie Konsequenzen zu hinterfragen… So kam es zum Beispiel auch, dass ich vor bald zwei Jahren Veganer geworden bin.

Wann kamst du das erste Mal auf die Idee, dich zu engagieren?

Der Gedanke war eigentlich schon immer da. Allerdings hat der Mut, mein Wissen um die schlimmen Umstände der Umwelt, vieler Menschen und unzähliger Tiere in Taten umzusetzen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Was hast du dann getan, um aktiv zu werden?

Ich habe schon als Kind versucht, Tieren so wenig Leid wie möglich anzutun. Das Paradox, dass ich sie – oder genauer gesagt: einige „Auserwählte“ – gleichzeitig auch als Nahrung betrachtete, ist mir erst später klar geworden. So bin ich dann vom (Haus-)Tierschützer zum Tierrechtler geworden, habe meinen Konsum hinterfragt und mein Verhalten entsprechend geändert.

Nach und nach habe ich angefangen, mich für fairen Handel und Bio-Produkte zu interessieren. Über diese bin ich dann auch zum Vegetarismus und letztlich zum Veganismus gekommen. All diese Gedanken und Überlegungen haben mich schließlich dazu bewogen, selbst etwas beizutragen. Und so habe ich mein eigenes Label Fairstyled gegründet.

Was ist dir bei deinem Engagement am wichtigsten?

Am wichtigsten ist es mir den Menschen klar zu machen, dass jeder seine Handlungen und Werte immer wieder neu hinterfragen kann. Nichts ist schlimmer als jemand, der die Gesellschaft als Ausrede benutzt, um selbst nicht an sich zu arbeiten – für sich, für andere, für alle Lebewesen und diesen Planeten.

Fair, Bio und Vegan hat schon lange das verstaubte Öko-Image abgelöst

Wie kamst du darauf, dich gerade im Bereich Mode zu engagieren?

Ich habe mich eines Tages getraut, Fragen, die mir schon immer auf der Zunge lagen, laut auszusprechen und  nach Antworten zu suchen. Eine dieser Fragen war, wo eigentlich meine Kleidung herkommt.

Die Antworten auf meine Frage waren jedoch erschreckender als ich dachte. Die globalen Folgen meiner einfachen Einkaufsentscheidungen in Sachen Kleidung waren für mich untragbar. Daher habe ich nach Alternativen gesucht.

Da ich zwar einige interessante und wirklich engagierte Labels fand, jedoch nur wenige meinem Geschmack nach etwas bunteren und cooleren Styles entsprachen, habe ich spontan entschlossen, selbst Shirts zu machen. Ich wollte anderen eine Möglichkeit geben, stylisch zu bleiben, aber ethisch und ökologisch korrekt zu werden.

Wie hat sich dein Engagement auf dich persönlich ausgewirkt? Hast du dich verändert?

Ich persönlich habe mich dadurch weitgehend verändert. Wobei das Ganze ja eben schon das Resultat einer Veränderung war und ist.

Ich hinterfrage mein Verhalten zunehmend, glaube nicht mehr blind anderen und versuche stetig, mich selbst zu optimieren. Wobei ich immer rational und realistisch bleiben will.

Was sind deine weiteren Ziele? Was willst du erreichen?

Eines meiner Hauptziele ist es meine jetzigen Wertvorstellungen auch im hohen Alter noch zu vertreten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass viele Menschen Spaß an meiner Kleidung haben und dadurch einen kleinen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten.

Meine Aufgabe – und die von Fairstyled – wird es immer sein Alternativen zu bieten und hoffentlich vielen Menschen zu zeigen, dass fair, bio & vegan keineswegs mehr etwas mit dem angestaubten Öko-Image zu tun haben muss.

Vielen Dank an Viktor für das Interview und die Fotos!

Autor: Marek Als kleiner Junge lief ich immer mit einem Bleistift in der Hand herum und fragte die Menschen in meiner Umgebung Löcher in den Bauch. Denn genauso stellte ich mir einen Reporter vor: wie einen Detektiv mit Schreibblock... Auch heute noch versuche ich gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzutreten – so wie meine Helden von damals. Und das Projekt „Für eine bessere Welt“ ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit.
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