Erwin Wagenhofer
9. Oktober 2008 | Von ilona | Kategorie: Interviews
AUDIO. Der österreichische Autor und Filmemacher Erwin Wagenhofer ist durch seinen Dokumentarfilm “We feed the World” bekannt geworden. Nun gibt es einen neuen Film aus seiner Hand, in dem er sich mit dem höchst aktuellen Thema der internationalen Finanzmärkten auseinander setzt: “Let’s make MONEY”. Wir sprachen mit ihm darüber, was ihn zum Filmen brachte, was er mit seinen Filmen bewirken will, welchen Probleme wir uns gegenüber sehen – und welche Lösungen es geben könnte.

Hier geht’s zum Audio-Interview!
Über Erwin Wagenhofer: Wagenhofer war von 1983 bis 87 freischaffender Regie- und Kameraassistent bei diversen ORF-Produktionen. Seit 1987 ist er freischaffender Autor und Filmemacher. Außerdem war er zwischen 1995 und 2000 Lehrbeauftrager an der Donauuniversität in Krems und seit 2002 Lehrbeauftragten an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
Sein bisher erfolgreichstes Filmprojekt ist der im Jahr 2005 erschienene Dokumentarfilm “We Feed the World”, der von der zunehmenden Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion handelt und ein kritisches Auge auf die Rolle der EU und ihre Agrarpolitik in diesem Zusammenhang wirft. Nun kommt sein neuer Film Let’s make MONEY in die Kinos. Der Film dokumentiert die Geldströme im globalen Finanzsystem.

Quelle:
Offizielle Film-Website: www.lets-make-money.info
Offizielles MySpace-Profil: www.myspace.com/letsmakemoney_derfilm
Offizielle Youtube-profil: www.youtube.com/letsmakemoneyfilm










Sg Herr Wagenhofer,
perfekt, perfekt!! Danke!! Sie öffnen Türen für Menschen, die da noch nicht drüber nachgedacht haben, woher denn all die versprochenen Renditen kommen.
Und woher der Hunger in der Welt kommt.
Sehr mutig, und sehr weise vorausgesehen.
Ich bitte Sie, weiterzumachen.
Mit freundlichen Grüßen
Ing. Andreas Klement
Sehr geehrter Herr Wagenhofer,
Ich danke Ihnen für diesen Film und Ihre exzellente Arbeit.
Nach dem ich den Film gesehen habe versuche ich mit den Menschen darüber zu sprechen
und stelle fest ,wie ahnungslos einige von Ihnen sind, wo sie wirklich leben.
Ich werde ausgelacht und sogar beschimpft ,dass der Film manipuliert sei und kann nicht stimmen.
Das erschreckendste für mich ist ,dass diesen Wahnsinn mit Steuergelder finanziert wird .
Die Politiker wissen es ,die Profesoren wissen es und , und ,und………………….
Mit besten Grüßen
Valentina
Ich habe ihn jetzt auch gesehen…
Er kommt genau zur richtigen Zeit und hilft vielleicht, dass dieses wichtige Thema nicht wieder in der Versenkung der Tagespresse verschwindet.
Grüße,
Nibiru
Sg Herr Wagenhofer,
ich möchte den Film nach Amerika senden dort habe ich viele Freunde ,die den Film unbedingt sehen wollen. /ich habe darüber geschrieben “BEST FILM FOREVER” ./
Bitte um Ihre Hilfe,
haben Sie schon den Film in DVD Format und kann ich den Film jezt kaufen und nicht in sechs Monaten
wie ich von der Verleihfirma informiert wurde?
Liebe Grüße
Valentina
Sehr geehrter Herr Wagenhofer,
endlich wird diese Thematik klar dargestellt. Ein Film, der auch in die Schulen gehört. Wann wird den Mächtigen dieser Welt endlich kar, welch gefährliches Spiel sie spielen.
Wann wird dieser Welt klar welches Spiel vor allem die amerikanischen Machthaber (nicht das kurz gehaltene amerik. Volk) mit dem Rest der Welt spielen.
Nur wenn Geld im Umlauf ist, haben alle Menschen in dieser Welt etwas davon.
Machen Sie weiter so.
Viele Grüße
Roland K.
Wann
Hallo Herr Wagenhofer!
Vielen Dank erstmal für den exzellenten Film und die ausdrucksstarke Kameraführung!
Ich habe es sogar geschafft 9 Freunde ins Kino mitzuschleppen und etwas für diese Thematik zu sensibilisieren - die meisten von Ihnen waren sich bisher über die Tragweite dieses Systems nicht wirklich bewusst. Man fühlt zwar irgendwie im Unterbewußtsein, daß etwas nicht stimmt, kann es aber nicht klar formulieren oder definieren. Sich auch die Zeit zu nehmen und zu hinterfragen verlangt eben etwas Selbsinitiative. Mir selbst war das ganze Getue um Globalisierung, Schulden, 3.Welt-Verarmung, Kriege, Klimawandel, Gentechnik etc. eigentlich auch bisher ein Rätsel - man sollte doch meinen das der “normale” Mensch nur genug Arbeit, entsprechenden Lohn hierfür und in Frieden leben möchte. Leider kriegen aber einige Wenige in diesem Spiel den Rand nicht voll - der Mehrheit der Menschen unterstelle ich grundsätzlich die soziale Verantwortung.
Vor ca. 2 Jahren bin ich zufällig auf sog. “alternative Medien” im Internet gestoßen. Seitdem hat sich meine Einstellung gegenüber Berichterstattung in den “offiziellen Medien” grundlegend geändert. Auch die Art der Thematisierung in Rundfunk, Fernsehen und Printmedien sehe ich in einem ganz anderen Licht. Man muß sich heute bei Allem immer fragen: Qui bono - wem nützt es?. Leider beherrscht das Thema Geld praktisch Alles und diesem Götzen wird auch jede Überzeugung geopfert. Wenige stellen sich dagegen - gerade da macht ein solcher Film in der sonstigen heilen Blockbuster-Kinowelt doch Hoffnung. Das Kino war gestern sicher zu 80% belegt - hätte ich so nicht erwartet!!
Meines Erachtens liegt das Grundproblem der gesamten Misere am Geldsystem selbst, welches speziell in Amerika durch das geschaffene private Zentralbankensystem und den in Europa und Japan ebenfalls installierten Zentralbanken einen ungezügelten globalen Geldfluß ermöglicht. Desweiteren führt die Art der Geldschöpfung des zinsbasierten Geldes zu einem immer größer werdenden Ungleichgewicht in der Güterverteilung. Beispiel aus Österreich - 1 % der Bevölkerung besitzt 1/3 des gesamten Vermögens im Land, und das in einem Sozialstaat!!
Es wäre schön wenn es vielleicht einen Nachfolge-Film geben würde, sozusagen Lets make money - reloaded. Hier könnte man gezielt auf die Zinsproblematik eingehen und hierauf basierend vielleicht Lösungsansätze zeigen, wie es sie sogar in der Zwischenkriegszeit in Österreich unter dem “Wunder von Wörgl” gegeben hat. Wichtigste Vordenker dieses umlaufgesicherten Geldes wie Silvio Gesell und Irving Fisher könnten so einen Kontrapunkt zu der derzeitigen neoliberalen Keynesianischen “Unkultur” setzen.
Viele Grüße
Walter
Kommentar zum Film “Let‘s Make Money”
Linke als Erfüllungsgehilfen des Neoliberalismus: Let’s Make Money
Was in dem Film “Let’s Make Money” zuunrecht ganz unerwähnt bleibt, ist die Tatsache, daß der wissenschaftliche Neoliberalismus seine theoretischen Entwürfe allein nur unter der Mithilfe von Linken in politische Praxis hatte umsetzen können. Und solange eine Untersuchung über die Gründe für diese, auch gegenwärtig immer noch anhaltende Mithilfe wegen des Unwillens linker Theoretiker zur Selbstkritik weiterhin verhindert wird, bleibt solch eine Kritik am weltweiten Krisen- und Ausbeutungssystem, wie sie im Film mit Unterstützung von Rügemer, Huffschmid und Scheer vorgetragen wird, unglaubwürdig und daher unwirksam.
Ein argumentativer Ansatz zu solch einer Untersuchung über die Gründe linker Mittäterschaft wird in dem Aufsatz “Die Linke und ihr Problem mit der Abwicklung des Sozialstaats” unter der folgenden Adresse u.a. auch angeboten:
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=1487&Itemid=130
Für mich wäre es interessant zu erfahren, ob auch Erwin Wagenhofer von dieser Anmerkung Kenntnis bekommen wird, ob er diesen von mir genannten Sachverhalt bereits vorher gekannt hatte und warum er ihn im Film unberücksichtigt ließ.
Insofern hätte ich auch ganz gern seine persönliche email-Anschrift, um ihn dies alles selber fragen zu können.
Sehr geehrte Redaktion dieser Website, sehr geehrte LeserInnen,
weil es bereits vorkam, daß der Artikel “Erfüllungsgehilfen. Die Linke und ihr Problem mit der Abwicklung des Sozialstaats” wegen eines Hacker-Angriffs unter dem von mir angebotenen Link nicht mehr zu finden war, erlaube ich mir, Ihnen zwei weitere, bisher gültige Adressen des Artikels zu nennen, und zwar nach qualitativer Übereinstimmung mit der Originalvorlage des Textes in absteigender Reihenfolge:
http://www.netzwerk-linke-opposition.de/cms/content/view/264/163/
http://gew-hamburg.de/hlz/080905/debatte.htm
MfG,
Reinhard Schaupeter
Hallo Herr Schaupeter,
nur auf den ersten Blick halte ich Ihre Betrachtung für gut nachvollziehbar, allein wenn ich daran denke, das unter der Rot/Grün-Regierung hier bei uns eine Liberalisierung der Finanzmärkte durchgesetzt und hochspekulative Hedgefonds/Leerverkäufe zugelassen werden. Auf den zweiten Blick ist - meiner Meinung nach - die Einteilung als solche nicht mehr zeitgemäß.
Wenn man sich weltweit die Übeltäter mal anschaut, ob das die Konservativen in den USA, Italien, Deutschland etc. sind, oder die Machthaber in China, Russland, Nordkorea usw. - die Trennlinie des Verhaltens ist schon lange nicht mehr in schwarz und weiß aufteilbar. Wenn man zudem mal einen Blick auf die Systemtheorien der neokonservativen Think Tanks wirft und die Ergebnisse mit sozialistischen oder gar kommunistischen Gebilden vergleicht, dann ist letztlich kein Unterschied mehr mit bloßem Auge auszumachen. So ist z.B. zentralisierte (Entscheidungs-)gewalt kein Privileg einer politischen Kaste, sondern lediglich machtpolitisch ergründbar. Totalitäre Strukturen neigen zum Zentralismus (was ja logisch ist) - egal ob sie links oder rechts stehen.
Ich würde die Regierung Schröder, wie auch die SPD, nicht als links durchwirkt verstehen. Wer jedoch heute die Welt in die Kategorien links und rechts aufteilt, läuft Gefahr, einen viel wesentlicheren Prozess zu unterstützen: Die Spaltung innerhalb einer Gesellschaft! Eine solche Definition ergibt eine Lagerphilosophie, die von einer dritten Kraft wunderbar medial und politisch ausgenutzt werden kann. Diese wird zum “lachenden Dritten”. Ich denke man kann davon ausgehen, dass den Politikern die Aufteilung selbst vollkommen schnuppe ist.
Ich erkenne hier zwei Arten von Denkschulen: Die eine hält es für probat, so viel wie möglich an Geld anzuhäufen, um dann von dem Wohlstand abzugeben (so die Theorie), die andere will die Verteilung, bis es bei allen ankommt (auch eine Theorie). Die einen sagen sich, wenn es mir gut geht, dann kann ich was abgeben, die anderen sagen, wenn jeder jedem abgibt, dann kommt es auch bei mir an. Beide Theorien haben politische Systeme hervor gebracht, elitäre Philosophien und Gesellschaftskonstrukte etc. - aber keine hat sich letztlich lange gehalten. Kein System - Kapitalismus oder Kommunismus - funktioniert wirklich, keins hat sich in der Praxis bewährt, da immer die Grundeigenschaften des Menschen im Wege standen.
Der Mensch ist in der Theorie ein edelmütiges Geschöpf, doch in der Praxis versagen auch die sinnvollsten Staats- und Gesellschaftsmodelle, da sie vom Eigennutz mancher ausgehebelt werden. Ob sie ihr System nun als links oder rechts verkaufen, spielt meines Erachtens überhaupt keine große Rolle.
Wenn wir uns in der Gesellschaft aufspalten und gegeneinander aufbringen lassen, dann werden wir zu leicht steuerbarem Handfutter für diejenigen, denen politische Ideologien vollkommen unwichtig sind. Denn sie nutzen diese lediglich aus strategischen Gründen…
Der Film zeigt lediglich, wie sich ungebremster Egoismus global auswirkt.
Viele Grüße,
Marek
Hallo Marek,
Dein Ergebnissatz “Der Film zeigt lediglich, wie sich ungebremster Egoismus global auswirkt.” hört sich ja wenig differenzierend und wenig theoretisch begründet an! Bleibt es dabei oder möchtest Du dazu etwas nachliefern?
Würde der Film tatsächlich nicht mehr als das von Dir oben genannte zeigen, dann spräche dies nicht für ihn.
Schaupeter
Hallo Reinhard,
natürlich widmet sich der Film der Thematik differenzierter . Aber ich sehe ihn auch in einer Tradition ähnlicher Filme, die sich ganz grundsätzlich mit der Frage auseinandersetzen, was menschlicher Egoismus für seltsame Blüten treibt. Bei dem letzten Wagenhofer-Film “We feed the World” war es ja im Grunde das selbe Kernproblem, nur ging es hier um die Nahrungsmittelindustrie. Ich würde also nicht von meinem Fazit auf Deinen Anspruch schließen. Der Film ist wirklich sehr sehenswert!
Mein Ergebnissatz bedarf - denke ich - auch keiner theoretischen Begründung mehr, da wir diesen ja in der Praxis erleben. Meiner Meinung nach werden Theorien ohnehin überwertet, wenn es um diejenigen Probleme geht, die einen zum Handeln, zur Praxis verpflichten. Die theoretische Auseinandersetzung führt häufig zu einer Systemfrage und dahingehend zu der Gretchenfrage, ob sich der Mensch oder das System zu ändern habe. Für mich (!) ist ein System immer Ausdruck menschlicher Verhaltensnormen, welche sich dann etablieren, wenn sie den Kernmotivationen entsprechen, sprich: ein aggressiver Kapitalismus - aber auch ein rigides politisches System - funktionieren, da sie auf der menschlichen Neigung nach Besitz, Macht und Rudelbildung basieren. Da ist es zunächst einmal ganz gleich, welche Melodie hier gesummt wird.
Übrigens könnte ja die von Dir monierte Ursache für den theorethischen Neoliberalismus, den Du ja nach “links” verweist, ebenso das Ergebnis rein theoretischer, politischer Ambitionen sein. Alles spricht zumindest dafür. Wenn wir mal annehmen, dass es so ziemlich egal ist, welche Partei an der Macht ist, da eher Strippenzieher im Hintergrund die politische Wegstrecke vorgeben, dann wäre die Gefahr also eher in dieser überparteilichen Durchsetzung markwirtschaftlicher Theorien gegeben, als in der Parteizugehörigkeit selbbst. Oder glaubst Du, dass uns diese Wirtschaftsphilosophie erspart geblieben wäre? Mal abseits davon: Das diese Theorie lediglich adaptiert, aber nicht am “roten-grünen Tisch” der Regierung Schröder entstand.
Kurzum: Ich halte nicht so viel von der Übertheoretisierung, da selbst die besten Konzepte meist an der Praxis scheitern. Und jeder der seine Interessen durchsetzen will, hat natürlich immer auch eine passende Theorie zur Hand. Die treibende Kraft der Wirtschaft und ihr Einfluß auf politische Rahmenhandlungen, Gesetze und Entscheidungen ist weder links noch rechts, und schon gar nicht parteilich. Diesen Leuten ist das politische System egal, Hauptsache sie können ihre Vorstellungen verwirklichen. Warum wohl sind so viele Wirtschaftsvertreter so entzückt von dem chinesischen System… weil sie dort eine Gesellschaft vorfinden, die sich aus “optimalen Konsumenten” zusammen setzt, ohne das es gleichzeitig eine Gewichtung der Interessen dieser Menschen gibt. Wenn es nach diesen Wirtschaftsvertretern ginge, dann wäre ein solches System am besten für das Geschäft, also zur Durchsetzung ihrer egoistischen Motive.
Ich wünsche mir eine Zeit, wo wir uns als Bevölkerung hier nicht mehr auseinander dividieren, und nicht mehr in irgendwelche politischen Systemtheorien assimilieren lassen, sondern mal hinter den Vorhang gucken und erkennen, dass die Drahtzieher für die Ungerechtigkeit in der Welt absolut apolitisch sind…
Grüße,
Marek
Hallo Marek,
mit Deiner Vermutung über, “den theorethischen Neoliberalismus, den Du ja nach “links” verweist”, liegst Du, zumindest bei mir, ganz falsch. Weder moniere ich seine Ursache (welche auch immer Du damit gemeint haben könntest), noch verweise ich ihn nach links. Nur daß er “seine theoretischen Entwürfe allein nur unter der Mithilfe von Linken in politische Praxis hatte umsetzen können”, schrieb ich.
Außerdem würde sich der Herr Friedrich August von Hayek (wenn er noch lebte) bei Dir sicherlich gerne für Deine Leichtgläubigkeit bedanken, wenn Du schreibst: “Kurzum: Ich halte nicht so viel von der Übertheoretisierung, da selbst die besten Konzepte meist an der Praxis scheitern.”, weil sie (Deine Leichtgläubigkeit) ihm und seinen Mitstreitern sehr zugute käme. Denn seine Erfahrungen mit der Umsetzung theoretischer Konzepte in politische Praxis, unter der Bedingung weitestgehender Uninformiertheit der Masse, waren für ihn durchaus positive.
Wir sollten, da es sich bei unserer Diskussion inzwischen kaum noch um Kommentare zum Film “Let‘s Make Money” handelt, es Anderen überlassen, sich hier zu äußern.
MfG,
Schaupeter
Hallo Reinhard,
ja, Du hast Recht: Es betrifft nicht mehr den Film direkt. In dem Interview hat Herr Wagenhofer als ein grundsätzliches Problem genannt, dass wir uns nicht nur in einer weltweiten Finanz- sondern auch in einer Gesellschaftskrise befinden. Und diese kann man tatsächlich weder links noch rechts verorten. Ich glaube aber, dass sich Herr Wagenhofer freuen würde, wenn er wüsste, dass wir hier diskutieren. Das ist doch das beste was einem Film wie diesem passieren kann.
Bei meinem Verweis auf Dein Zitat: “…ist die Tatsache, daß der wissenschaftliche Neoliberalismus seine theoretischen Entwürfe allein nur unter der Mithilfe von Linken in politische Praxis hatte umsetzen können…” meinte ich nur, dass ich den Durchbruch der neoliberalen Theorien hier gar nicht so sehr von den (linken) Politikern verursacht sehe, da diese sie nur mit Gesetzen durchgewunken haben. Die Medien halte ich hier für wesentlich entscheidender.
Das mit der Leichtgläubigkeit verstehe ich nicht so recht, da ich ja eben nicht leicht daran glaube, dass wirtschaftliche oder politische Theorien, wenn sie den Menschen nicht einbeziehen, wirklich dauerhaft funktionieren. Eben auch die von August von Hayek nicht. Ich kann nicht sagen, was er zum heutigen Zustand der Weltwirtschaft sagen würde. Da er nicht mehr lebt, müssen wir seine möglichen Reaktionen im Dunkeln lassen. Leichtgläubig wäre ich aber wirklich, wenn ich glauben würde, das eine Theorie die unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums favorisiert auf einem endlichen Planeten funktionieren würde.
Ich glaube, wir liegen gar nicht so weit auseinander.
Unsere “Exkursion” hat mich gefreut - ein wirklich weit reichendes Thema.
Viele Grüße,
Marek Rohde